Östradiol
EndokrinologieWichtigstes weibliches Sexualhormon (E2), die aktivste Form von Östrogen. Entsteht beim Mann durch Aromatisierung von Testosteron durch das Enzym Aromatase. Bei der TRT-Begleittherapie mit Gonadorelin ist Östradiol-Monitoring wichtig, da erhöhtes Testosteron zu erhöhtem Östradiol führen kann.
Ausführlich erklärt
Östradiol ist ein Steroidhormon mit 18 Kohlenstoffatomen und einem aromatischen A-Ring, der es chemisch von Testosteron unterscheidet. Es wirkt über zwei Kernrezeptoren, ER-alpha und ER-beta, sowie über einen membranständigen Rezeptor namens GPER. Bei Frauen stammt es vor der Menopause überwiegend aus den Eierstöcken, bei Männern und nach der Menopause vor allem aus der Umwandlung von Androgenen in Fett-, Knochen- und Hirngewebe.
Auch bei Männern ist Östradiol unverzichtbar. Ein eindrückliches Beispiel liefern die seltenen Fälle von Männern mit fehlendem Östrogenrezeptor oder fehlender Aromatase: Bei ihnen schließen sich die Wachstumsfugen nicht, und die Knochendichte bleibt niedrig, obwohl Testosteron normal oder erhöht ist.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur taucht Östradiol meist im Zusammenhang mit der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse auf. GnRH-Analoga wie Gonadorelin, Kisspeptin oder Studien zu hCG beeinflussen die Sexualhormonbildung und damit indirekt Östradiol. Da Östradiol die GnRH- und LH-Ausschüttung rückkoppelnd bremst, wird es in solchen Studien als Teil des Hormonprofils gemessen.
Einordnung
Östradiol ist eines von mehreren Östrogenen, neben Östron und Östriol. Beim Mann ist ein niedriger Wert nicht per se wünschenswert. Fragen zu Hormonbefunden oder begleitenden Maßnahmen bei einer Testosterontherapie gehören ausschließlich in ärztliche Betreuung.