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Pharmakodynamik

Pharmakologie

Lehre davon, was ein Wirkstoff mit dem Körper macht, also Bindung an Rezeptoren, Signalwege und letztlich der biologische Effekt. Ergänzt die Pharmakokinetik (Was macht der Körper mit dem Wirkstoff?) zur kompletten pharmakologischen Beschreibung.

Ausführlich erklärt

Die Pharmakodynamik untersucht, wie ein Stoff an sein Zielmolekül bindet und welche Kette von Ereignissen daraus folgt. Zentrale Begriffe sind Affinität, also wie fest ein Molekül bindet, und intrinsische Aktivität, also wie stark die Bindung den Rezeptor aktiviert. Volle Agonisten lösen die maximale Antwort aus, partielle Agonisten nur eine Teilantwort, Antagonisten blockieren ohne eigene Aktivierung.

Dargestellt wird der Zusammenhang meist als Konzentrations-Wirkungs-Kurve. Daraus lassen sich die Potenz, ausgedrückt als EC50, und die maximale Wirkung ablesen. Ein Beispiel ist der Vergleich zweier GLP-1-Analoga in Zellkulturen: Gemessen wird, welche Konzentration jeweils die halbmaximale Bildung des Botenstoffs cAMP auslöst.

Bedeutung in der Peptidforschung

Bei Peptiden, die mehrere Rezeptoren ansprechen, ist die Pharmakodynamik besonders komplex. Tirzepatid und das experimentelle Retatrutid werden danach charakterisiert, wie stark sie jeden einzelnen Rezeptor aktivieren und welche Signalwege sie bevorzugen. Man spricht hier auch von „biased agonism“, wenn ein Ligand bestimmte Signalwege stärker auslöst als andere. Auch Toleranzentwicklung und Rezeptordesensibilisierung sind pharmakodynamische Themen.

Einordnung

Pharmakodynamik und Pharmakokinetik werden häufig verwechselt. Merksatz: Die Kinetik beschreibt den Weg des Stoffes, die Dynamik seine Wirkung. Befunde aus Zellkulturen zeigen Mechanismen, erlauben aber keine Aussage über die Wirkung im Menschen.

PharmakokinetikAgonistAntagonist
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