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Agonist

Pharmakologie

Wirkstoff, der an einen Rezeptor bindet und ihn aktiviert, also die gleiche Reaktion auslöst wie der körpereigene Botenstoff. GLP-1-Agonisten wie Semaglutid binden und aktivieren den GLP-1-Rezeptor mit höherer Intensität als natives GLP-1.

Ausführlich erklärt

Ein Agonist bindet an einen Rezeptor und verändert dessen räumliche Struktur so, dass ein Signal ins Zellinnere weitergegeben wird. Zwei Eigenschaften bestimmen sein Profil: Die Affinität beschreibt, wie fest er bindet, die intrinsische Aktivität, wie stark er den Rezeptor aktiviert. Vollagonisten erreichen die maximal mögliche Antwort, Partialagonisten nur einen Teil davon, selbst wenn alle Rezeptoren besetzt sind.

Ein weiterer Aspekt ist die funktionelle Selektivität, auch „biased agonism“ genannt. Manche Agonisten aktivieren bevorzugt bestimmte Signalwege eines Rezeptors, etwa die G-Protein-Kaskade, und weniger andere, wie die Rekrutierung von Beta-Arrestin. Ein Beispiel: Für Tirzepatid wird am GLP-1-Rezeptor ein solches verschobenes Signalprofil beschrieben, das sich von dem des körpereigenen GLP-1 unterscheidet.

Bedeutung in der Peptidforschung

Viele Peptide auf PeptidWiki werden über ihre Agonist-Eigenschaften beschrieben. Dazu gehören zugelassene GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und Liraglutid, der duale GIP- und GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid und experimentelle Mehrfachagonisten wie Retatrutid. Auch GHRH-Analoga wie Tesamorelin oder Ghrelin-Mimetika wie Ipamorelin sind Agonisten an ihren jeweiligen Rezeptoren. Charakterisiert werden sie meist in Zellassays, die die Rezeptoraktivierung messen.

Einordnung

Ein Agonist ist nicht zwingend stärker als der körpereigene Botenstoff. Der Unterschied synthetischer Peptidanaloga liegt oft vor allem in ihrer verlängerten Halbwertszeit. Abzugrenzen sind Antagonisten, die Rezeptoren blockieren, und inverse Agonisten, die eine Grundaktivität des Rezeptors senken.

AntagonistRezeptordesensibilisierungGLP-1
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