Post-Cycle
AnwendungPause- und Erholungsphase nach Abschluss eines Peptidprotokolls. Zweck: Wiederherstellung endogener Regelkreise (z. B. eigene GH-Ausschüttung nach GHRP-Zyklen), Vermeidung von Rezeptordesensibilisierung und Downregulation. Typisch: Pause gleich lang wie Zyklus.
Ausführlich erklärt
Der Begriff Post-Cycle stammt nicht aus der klinischen Pharmakologie, sondern aus der Bodybuilding- und Dopingszene, wo er ursprünglich die Phase nach der Einnahme anaboler Steroide beschrieb. Dahinter steht eine reale physiologische Frage: Hormonelle Regelkreise arbeiten mit negativer Rückkopplung. Wird ein Hormon oder ein Signal von außen verstärkt, kann der Körper die eigene Produktion drosseln.
In der Endokrinologie ist dieses Prinzip gut belegt. Ein Beispiel ist die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse: Nach längerer Gabe von Glukokortikoiden kann die körpereigene Cortisolbildung über Wochen bis Monate unterdrückt bleiben, weshalb solche Arzneimittel ärztlich ausgeschlichen werden. Ob und in welchem Ausmaß vergleichbare Effekte bei Wachstumshormon-Sekretagoga auftreten, ist deutlich weniger untersucht. Einzelne Studien deuten darauf hin, dass manche Ghrelin-Mimetika bei Dauergabe eine abgeschwächte GH-Antwort zeigen können.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur taucht Post-Cycle praktisch nur in Foren und nicht wissenschaftlichen Quellen auf. Wissenschaftlich relevante Konzepte dahinter sind Rezeptordesensibilisierung, Downregulation und die Erholung endokriner Achsen nach dem Absetzen. Diese werden in kontrollierten Studien als Auswaschphase oder Nachbeobachtungszeitraum untersucht, etwa bei der Frage, wie schnell sich Hormonspiegel nach Studienende normalisieren.
Einordnung
PeptidWiki beschreibt den Begriff als Szeneterminologie und gibt keine Empfehlungen zu Zyklen oder Pausen. Nicht zugelassene Peptide sind im DACH-Raum keine Arzneimittel, belastbare Daten zu Erholungsphasen fehlen. Bei Fragen zu hormonellen Veränderungen sind Ärztin oder Arzt die richtigen Ansprechpersonen.