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Publication Bias

Wissenschaft

Verzerrung des Wissensstands, weil positive oder signifikante Studienergebnisse häufiger veröffentlicht werden als negative oder neutrale. Führt dazu, dass die tatsächliche Wirksamkeit einer Substanz überschätzt wird. Metaanalysen versuchen, Publication Bias zu erkennen.

Ausführlich erklärt

Publication Bias entsteht auf mehreren Ebenen. Forschende reichen Studien ohne signifikantes Ergebnis seltener ein, Fachzeitschriften nehmen sie seltener an, und Auftraggeber haben mitunter kein Interesse an ihrer Veröffentlichung. Verwandt ist das selektive Berichten innerhalb einer Studie: Von vielen gemessenen Endpunkten werden vor allem die günstigen dargestellt.

Zur Erkennung nutzen Metaanalysen unter anderem den Funnel Plot. Dabei wird die Effektgröße jeder Studie gegen ihre Präzision aufgetragen. Ohne Verzerrung ergibt sich eine symmetrische Trichterform. Fehlen etwa kleine Studien mit kleinen oder negativen Effekten, wird der Trichter asymmetrisch. Ein Beispiel für eine Gegenmaßnahme ist die Pflicht, klinische Studien vorab in öffentlichen Registern anzumelden, sodass auch unveröffentlichte Studien sichtbar werden.

Bedeutung in der Peptidforschung

Für experimentelle Peptide ist das Risiko besonders groß. Ein erheblicher Teil der Literatur zu einzelnen Substanzen stammt aus wenigen Arbeitsgruppen, und negative Tierexperimente werden selten publiziert. Bei BPC-157 wird in Übersichtsarbeiten beispielsweise angemerkt, dass ein Großteil der Studien aus einem einzigen Forschungszentrum stammt. Eine unabhängige Replikation durch andere Labore ist dann umso wichtiger für die Bewertung.

Einordnung

Publication Bias ist kein Vorwurf der Fälschung, sondern ein systematisches Problem des Veröffentlichungswesens. Asymmetrische Funnel Plots können auch andere Ursachen haben, etwa echte Unterschiede zwischen kleinen und großen Studien. Studienregister verringern das Problem, beseitigen es aber nicht.

MetaanalyseEvidenz-NiveauRCT
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