Resistin
EndokrinologiePro-inflammatorisches Adipokin, das mit Insulinresistenz und Atherosklerose assoziiert ist. Aktiviert den TLR4-Signalweg und kann die Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke erhöhen, ein Bindeglied zwischen Adipositas und Neuroinflammation.
Ausführlich erklärt
Resistin ist ein kleines, cysteinreiches Signalprotein, das bei Mäusen überwiegend von Fettzellen gebildet wird. Sein Name leitet sich von der Beobachtung ab, dass es in Nagetiermodellen eine Insulinresistenz fördern kann. Beim Menschen stammt Resistin dagegen vor allem aus Monozyten und Makrophagen, also Immunzellen, die allerdings auch im Fettgewebe vorkommen.
Resistin kann an den Toll-like-Rezeptor 4 (TLR4) binden, einen Rezeptor des angeborenen Immunsystems, und so Entzündungssignalwege wie NF-κB aktivieren. Zudem wird ein weiterer Rezeptor namens CAP1 diskutiert. In Zellkulturen führt Resistin zur Freisetzung von Zytokinen wie TNF-alpha und IL-6. In Beobachtungsstudien am Menschen wurden erhöhte Resistinspiegel unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gemessen.
Bedeutung in der Peptidforschung
Auf PeptidWiki erscheint Resistin im Zusammenhang mit Adipokinen, Insulinresistenz und Entzündung. Es wird in Studien als Biomarker betrachtet, wenn Stoffwechselpeptide auf Entzündungsparameter hin untersucht werden. Zudem gibt es Tierstudien zur Frage, ob Resistin die Blut-Hirn-Schranke beeinflusst und so Adipositas mit Neuroinflammation verknüpfen könnte. Diese Befunde sind bislang überwiegend präklinisch.
Einordnung
Die Übertragbarkeit von Mausdaten ist bei Resistin besonders eingeschränkt, weil Herkunft und Regulation zwischen den Arten deutlich abweichen. Beim Menschen ist der Zusammenhang mit Insulinresistenz in Studien uneinheitlich. Assoziationen belegen keine Ursache.