Die Inhalte von PeptidWiki dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung, sind ausdrücklich keine Empfehlung und ersetzen keine medizinische Beratung.

Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

Inhalte werden mit Sorgfalt recherchiert, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität bereitgestellt.

Somatopause

Endokrinologie

Altersbedingte, kontinuierliche Abnahme der Wachstumshormon-Sekretion. Beginnt nach dem 30. Lebensjahr mit ca. 14% Rückgang pro Dekade. Trägt zu Muskelverlust, Fettaufbau und reduzierter Vitalität bei.

Ausführlich erklärt

Wachstumshormon wird pulsatil freigesetzt, also in einzelnen Schüben, von denen die größten im Tiefschlaf auftreten. Mit steigendem Alter werden diese Pulse vor allem flacher. Parallel sinkt der Spiegel von IGF-1, dem überwiegend in der Leber gebildeten Botenstoff, über den ein großer Teil der GH-Wirkungen vermittelt wird. Beteiligt sind vermutlich eine geringere GHRH-Aktivität, ein relatives Übergewicht von Somatostatin und eine veränderte Ghrelin-Signalgebung.

Der Begriff lehnt sich an die Menopause an. Anders als diese verläuft die Somatopause jedoch schleichend und ohne klaren Zeitpunkt. Auch Faktoren wie Körperfettanteil, Schlafqualität und körperliche Aktivität beeinflussen die GH-Sekretion deutlich, was Vergleiche zwischen Altersgruppen erschwert.

Bedeutung in der Peptidforschung

Die Somatopause ist ein zentrales Konzept hinter der Forschung zu GH-Sekretagoga wie Sermorelin, Ipamorelin oder MK-677. Die Hypothese lautet, dass eine Anregung der körpereigenen Pulsatilität physiologischer sein könnte als die Gabe von Wachstumshormon selbst. Studien bei älteren Menschen zeigten teils veränderte IGF-1-Werte, klare Belege für einen Nutzen bei funktionellen Endpunkten fehlen jedoch.

Einordnung

Ob die Somatopause ein behandlungsbedürftiger Mangel oder eine normale, womöglich sogar schützende Anpassung ist, bleibt umstritten. Tiermodelle mit niedriger GH-Aktivität zeigen teils eine längere Lebensdauer. Die Somatopause ist daher von einem krankhaften Wachstumshormonmangel klar abzugrenzen.

GHIpamorelinSermorelin
Zur Glossar-ÜbersichtSuche