Die Inhalte von PeptidWiki dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung, sind ausdrücklich keine Empfehlung und ersetzen keine medizinische Beratung.

Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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TUE

Recht

Therapeutic Use Exemption (Ausnahmegenehmigung für therapeutischen Gebrauch), erlaubt Athleten, eine auf der WADA-Verbotsliste stehende Substanz aus medizinischer Notwendigkeit zu verwenden. Erfordert Arztzeugnis und WADA-Antrag. Tesamorelin (Egrifta) für HIV-Lipodystrophie ist TUE-fähig.

Ausführlich erklärt

Eine TUE ist eine formale Ausnahmegenehmigung im Anti-Doping-System. Sie erlaubt einer Athletin oder einem Athleten, eine verbotene Substanz oder Methode zu nutzen, wenn eine medizinische Notwendigkeit dokumentiert ist. Die Kriterien regelt ein internationaler Standard der WADA: Es muss eine klar diagnostizierte Erkrankung vorliegen, die Anwendung darf über die Wiederherstellung eines normalen Gesundheitszustands hinaus keine Leistungssteigerung bewirken, und es darf keine zumutbare erlaubte Alternative geben.

Zuständig für die Prüfung sind je nach Leistungsniveau die nationale Anti-Doping-Organisation, in Deutschland etwa die NADA, oder der internationale Sportfachverband. Ein Beispiel: Eine Sportlerin mit ärztlich gesichertem Typ-1-Diabetes benötigt Insulin, das auf der Verbotsliste steht. Mit einer genehmigten TUE ist die Nutzung regelkonform, sofern die medizinischen Unterlagen vollständig vorliegen.

Bedeutung in der Peptidforschung

Für die Peptidforschung ist die TUE relevant, weil zahlreiche Peptidhormone und ihre Freisetzungsfaktoren unter die Kategorie S2 der Verbotsliste fallen. Nur für zugelassene Arzneimittel mit anerkannter Indikation besteht überhaupt eine realistische Grundlage für einen Antrag. Für experimentelle Peptide ohne Zulassung ist eine TUE in aller Regel nicht möglich, da keine anerkannte medizinische Verwendung dokumentiert werden kann.

Einordnung

Eine TUE ist keine allgemeine Erlaubnis, sondern gilt nur für die genehmigte Substanz, einen definierten Zeitraum und einen konkreten medizinischen Anlass. Sie ist abzugrenzen vom Off-Label-Gebrauch, der sich auf das Arzneimittelrecht bezieht und keine Aussage über Dopingregeln trifft.

WADAS2-ListeOff-Label
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