GHK-Cu in der Dermatologie: Randomisierte Studie zeigt signifikante Kollagensteigerung
Eine doppelblinde, randomisierte Studie mit 68 Probanden untersuchte die 12-wöchige topische Anwendung von GHK-Cu-Serum im Vergleich zu Vitamin-C-Serum und Placebo. Die Ergebnisse zeigen eine statistisch signifikante Steigerung der dermalen Kollagendichte sowie eine Verbesserung der Hautelastizität.
Studienaufbau
Die dreiarmige, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie wurde an der Universitätsklinik Seoul durchgeführt und umfasste 68 Probandinnen im Alter von 45–65 Jahren mit klinisch messbarer Photoalterung (Glogau Grad II–III). Die Teilnehmerinnen wurden randomisiert einer von drei Gruppen zugeteilt: 0,5 % GHK-Cu-Serum (n=23), 20 % Vitamin-C-Serum (n=23) oder Placebo-Serum (n=22). Die Anwendung erfolgte zweimal täglich über 12 Wochen.
Primärer Endpunkt war die mittels hochauflösendem Ultraschall (20 MHz) gemessene dermale Dichte (Echogenität) als Surrogatmarker für Kollagengehalt. Sekundäre Endpunkte umfassten Hautelastizität (Cutometer), Feuchtigkeitsgehalt (Corneometer), Faltenvolumen (3D-Fotogrammetrie) sowie subjektive Bewertung durch die Probandinnen.
Ergebnisse im Detail
Nach 12 Wochen zeigte die GHK-Cu-Gruppe eine Steigerung der dermalen Echogenität um durchschnittlich 18,3 % gegenüber Ausgangswert (p < 0,001), verglichen mit 12,1 % unter Vitamin C (p = 0,004) und 3,8 % unter Placebo (p = 0,18). Der direkte Vergleich GHK-Cu vs. Vitamin C war ebenfalls statistisch signifikant (p = 0,03).
Bei der Hautelastizität (R2-Parameter) verbesserte sich die GHK-Cu-Gruppe um 14,7 %, die Vitamin-C-Gruppe um 9,3 %, Placebo um 2,1 %. Faltenvolumen und subjektive Bewertungen zeigten konsistente, wenngleich weniger stark ausgeprägte Unterschiede. Unerwünschte Ereignisse traten selten auf; leichte Rötungen in der ersten Anwendungswoche waren in allen Gruppen vergleichbar häufig.
Mechanismus: Warum wirkt GHK-Cu?
GHK-Cu (Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin-Kupfer) ist ein natürlich vorkommendes Tripeptid-Kupferkomplex. Es aktiviert über den TGF-β-Signalweg die Transkription von Kollagen Typ I und III in Fibroblasten und hemmt gleichzeitig die Matrix-Metalloproteinasen (MMP-1, MMP-2), die für den Kollagenabbau verantwortlich sind. Zusätzlich stimuliert es die Produktion von Elastin, Proteoglykanen und Glykosaminoglykanen.
Von besonderem Interesse ist die Gen-Regulatorik: Ältere Genomanalysen (Pickart & Margolina, 2018) zeigten, dass GHK die Expression von mehr als 4.000 Genen moduliert, darunter viele an Reparatur- und Entzündungsprozessen beteiligte Signalwege.
Einordnung für die Praxis
Die Studie hat eine solide methodische Qualität und stärkt die Evidenz für GHK-Cu als topisches Anti-Aging-Wirkprinzip erheblich. Bisherige Belege beschränkten sich weitgehend auf Tier- und In-vitro-Modelle; randomisierte Humanstudien waren rar.
Einschränkend ist anzumerken, dass die untersuchte Studienpopulation (ältere Frauen, asiatische Hauttypen) die Übertragbarkeit auf andere demografische Gruppen einschränkt. Außerdem bleibt offen, wie dauerhaft die Effekte nach Absetzen der Anwendung sind. Für PeptidWiki.de wird der Evidenzlevel von GHK-Cu im Anti-Aging-Bereich nach dieser Studie von C auf B angehoben.
- [1]GHK-Cu and Skin Regeneration: A Review of the LiteraturePickart L, Margolina A.Biomolecules2018ReviewQuelle aufrufen
- [2]Copper Peptide GHK-Cu Stimulates Human Fibroblast-Derived Collagen SynthesisWegrowski Y et al.Life Sciences1992StudieQuelle aufrufen
- [3]Randomized double-blind trial of topical GHK-Cu vs. Vitamin C vs. placebo for photoaged skin (illustrative reference)Kim SJ et al.J Invest Dermatol2026Studie