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ADC

Pharmakologie

Antibody-Drug Conjugate. Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. Antikörper, der einen zytotoxischen Wirkstoff über einen chemischen Linker direkt zu einer Zielzelle (meist Tumor) transportiert. Etablierte Klasse in der Onkologie. PDCs sind die Peptid-Variante.

Ausführlich erklärt

Ein ADC besteht aus drei Bausteinen: einem monoklonalen Antikörper, der ein Oberflächenmerkmal von Tumorzellen erkennt, einem hochwirksamen Zellgift als Nutzlast und einem Linker, der beide verbindet. Nach Bindung an die Zielzelle wird der Komplex aufgenommen und im Lysosom abgebaut. Dabei wird das Zellgift freigesetzt. Linker können spaltbar sein, etwa durch Enzyme oder sauren pH, oder nicht spaltbar, dann wird die Nutzlast erst beim Abbau des Antikörpers frei.

Ein wichtiger Kennwert ist das Wirkstoff-Antikörper-Verhältnis, also wie viele Moleküle Nutzlast ein Antikörper trägt. Ein bekanntes Beispiel ist Trastuzumab-Emtansin, das den HER2-Antikörper Trastuzumab mit einem Mikrotubuli-Hemmstoff verbindet.

Bedeutung in der Peptidforschung

ADCs sind für die Peptidforschung aus mehreren Gründen interessant. Viele Linker enthalten kurze Peptidsequenzen wie Valin-Citrullin, die gezielt von lysosomalen Proteasen gespalten werden. Zudem dienen ADCs als Vorbild für Peptid-Wirkstoff-Konjugate, kurz PDCs. Diese nutzen statt eines Antikörpers ein kleines zielsuchendes Peptid und dringen dadurch womöglich leichter in Gewebe ein, werden aber schneller ausgeschieden.

Einordnung

ADCs sind verschreibungspflichtige Arzneimittel der Onkologie und keine Peptide im engeren Sinn. Die Abkürzung ADC steht in der Bildgebung zudem für den „Apparent Diffusion Coefficient“ der MRT, was mit Wirkstoffkonjugaten nichts zu tun hat.

PDCLinkerTargeting-Peptid
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