Anabolismus
BiologieAufbau-Stoffwechsel. Prozesse, bei denen komplexe Moleküle aus einfacheren aufgebaut werden (z. B. Muskelprotein aus Aminosäuren). GH, IGF-1 und anabole Peptide fördern den Anabolismus. Gegenteil: Katabolismus.
Ausführlich erklärt
Anabole Stoffwechselwege verbrauchen Energie in Form von ATP und Reduktionsäquivalenten wie NADPH, um aus kleinen Bausteinen größere Moleküle aufzubauen. Dazu gehören die Proteinsynthese aus Aminosäuren, der Aufbau von Glykogen aus Glukose, die Fettsäuresynthese und die Bildung von Nukleinsäuren. Diese Prozesse laufen vor allem dann ab, wenn Energie und Nährstoffe reichlich verfügbar sind.
Hormonell wird der Anabolismus unter anderem durch Insulin, IGF-1, Wachstumshormon und Testosteron gefördert. Auf molekularer Ebene spielt der mTOR-Signalweg eine Schlüsselrolle, während der Energiesensor AMPK gegensteuert. Ein alltägliches Beispiel ist die Phase nach einer Mahlzeit, in der Insulin steigt und die Leber Glukose als Glykogen einlagert.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur wird „anabol“ häufig für Substanzen verwendet, die Muskel- oder Gewebeaufbau fördern sollen. Wachstumshormon, IGF-1 und Wachstumshormon-Sekretagoga wie Ghrelin-Mimetika wurden in Studien zu Muskelschwund und Kachexie untersucht. Auch Ansätze zur Myostatin-Hemmung zielen auf eine Verschiebung in Richtung Anabolismus. Die Daten stammen je nach Substanz aus klinischen oder aus präklinischen Studien.
Einordnung
Umgangssprachlich wird „anabol“ oft mit anabolen Steroiden gleichgesetzt, fachlich umfasst der Begriff aber jeden Aufbaustoffwechsel. Anabolismus ist nicht per se positiv: Unkontrolliertes Wachstum, etwa bei Tumoren, ist ebenfalls ein anaboler Zustand.