Proteinsynthese
BiologieHerstellung von Proteinen durch Ribosomen anhand der mRNA-Vorlage. Ist die fundamentale zelluläre Grundlage für Muskelwachstum, Wundheilung und Regeneration. Anabole Peptide (IGF-1, GH, BPC-157) stimulieren die Proteinsynthese.
Ausführlich erklärt
Die Proteinsynthese gliedert sich in Transkription und Translation. Im Zellkern wird ein Gen in Boten-RNA umgeschrieben, die ins Zytoplasma gelangt. Dort lesen Ribosomen die Basenfolge in Dreiergruppen, den Codons, und verknüpfen die passenden Aminosäuren, die von Transfer-RNAs geliefert werden, zu einer Kette. Anschließend faltet sich das Protein, oft mit Hilfe von Chaperonen, und wird gegebenenfalls chemisch verändert.
Im Muskel wird die Syntheserate vor allem über den mTORC1-Komplex reguliert. Ein Beispiel für ihre Messung ist die Gabe stabiler Isotope: Mit schwerem Kohlenstoff markierte Aminosäuren werden infundiert, und in Gewebeproben wird bestimmt, wie viel davon innerhalb einer bestimmten Zeit eingebaut wurde.
Bedeutung in der Peptidforschung
In Peptidstudien ist die Proteinsynthese ein Messparameter für anabole Wirkungen. Bei Wachstumshormon und IGF-1 ist ein Einfluss gut untersucht. Für andere Peptide, etwa MGF-Varianten oder BPC-157, stammen Aussagen zur Proteinsynthese überwiegend aus Zellkulturen und Tiermodellen. Zudem ist die Synthese von Peptiden selbst, also ihre biotechnologische oder chemische Herstellung, ein eigenes Thema, das nicht mit der zellulären Proteinsynthese verwechselt werden sollte.
Einordnung
Eine erhöhte Syntheserate bedeutet nicht automatisch Muskelzuwachs, denn gleichzeitig läuft ständig Proteinabbau. Entscheidend ist die Nettobilanz über längere Zeit. Kurzfristige Messungen erlauben daher nur begrenzte Schlüsse auf langfristige Effekte.