HCG
EndokrinologieHumanes Choriongonadotropin. Hormon, das strukturell dem LH ähnelt und die Hoden direkt zur Testosteronproduktion stimuliert. Wird bei TRT eingesetzt, um Hodengröße und Fruchtbarkeit zu erhalten.
Ausführlich erklärt
HCG wird in der Schwangerschaft vom Trophoblasten gebildet, dem Gewebe, aus dem später die Plazenta entsteht. Es erhält in den ersten Wochen den Gelbkörper, damit dieser weiter Progesteron produziert. Auf dem Nachweis von HCG im Urin beruhen Schwangerschaftstests. Strukturell teilt HCG die Alpha-Untereinheit mit LH, FSH und TSH, seine Beta-Untereinheit ist der von LH sehr ähnlich.
Ein wichtiger Unterschied: Die Beta-Untereinheit von HCG trägt ein zusätzliches Endstück mit vielen Zuckerketten. Dadurch wird HCG langsamer abgebaut und bleibt deutlich länger im Blut als LH. Beide Hormone binden an denselben LH/CG-Rezeptor und lösen in den Leydig-Zellen des Hodens die Testosteronbildung aus.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Endokrinologie ist HCG als Arzneimittel in der Reproduktionsmedizin zugelassen, etwa im Rahmen der Auslösung des Eisprungs. In der Literatur zu Testosteronersatz wird es untersucht, weil es als LH-Ersatz die Hodenfunktion trotz unterdrückter Hypophyse anregen könnte. Die Studienlage dazu ist überwiegend beobachtend. PeptidWiki gibt keine Anwendungsempfehlungen, individuelle Fragen gehören in ärztliche Hand.
Einordnung
HCG wird gelegentlich mit Diätversprechen in Verbindung gebracht. Kontrollierte Studien fanden dafür keinen Nutzen, und solche Verwendungen entsprechen nicht der Zulassung. Zudem steht HCG für Männer auf der Verbotsliste der WADA.