HPA-Achse
NeurologieHypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, neuroendokrine Stressachse, die Cortisolausschüttung steuert. Bei chronischem Stress führt eine fehlregulierte HPA-Achse zu erhöhtem Cortisol mit Folgen für Schlaf, Stoffwechsel und Immunsystem. Selank und DSIP wirken modulierend auf die HPA-Achse.
Ausführlich erklärt
Die HPA-Achse besteht aus drei Stationen. Der Hypothalamus schüttet bei Stress Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) und Vasopressin aus. Diese Peptide erreichen über ein spezielles Gefäßsystem die Hypophyse und regen dort die Freisetzung von ACTH an, einem Peptidhormon, das aus dem Vorläufer Proopiomelanocortin geschnitten wird. ACTH gelangt über das Blut zur Nebennierenrinde, die daraufhin Cortisol bildet.
Cortisol wirkt negativ zurück: Es hemmt die Ausschüttung von CRH und ACTH und begrenzt so die Stressreaktion. Zusätzlich folgt die Achse einem Tagesrhythmus mit einem Cortisolanstieg kurz nach dem Aufwachen. Lang anhaltender Stress kann diese Rückkopplung stören.
Bedeutung in der Peptidforschung
Die HPA-Achse ist fast vollständig über Peptidhormone organisiert, deshalb ist sie in der Peptidforschung ein wichtiges Thema. Untersucht werden CRH-Antagonisten sowie Peptide, die als angstlösend oder schlafbezogen beschrieben werden, etwa Selank oder DSIP. Die Daten zu diesen Substanzen stammen überwiegend aus Tierstudien und einzelnen russischen Untersuchungen. Auch GH-Sekretagoga werden auf mögliche Nebeneffekte auf Cortisol und ACTH geprüft.
Einordnung
Cortisolmessungen sind schwer zu interpretieren, da der Wert tageszeitlich stark schwankt. Begriffe wie „Nebennierenerschöpfung“ sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Selank und DSIP sind im DACH-Raum nicht als Arzneimittel zugelassen.