Hyperglykämie
EndokrinologieErhöhter Blutzucker (> 7,0 mmol/L nüchtern). Kann durch GH-Stimulation verursacht werden (GH hemmt Insulinwirkung). Langfristig erhöhtes GH und IGF-1 erhöhen das Risiko für Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes.
Ausführlich erklärt
Ein erhöhter Blutzucker entsteht, wenn Glukose schneller ins Blut gelangt, als sie von Geweben aufgenommen wird. Ursachen sind ein Mangel an Insulin, eine verminderte Insulinwirkung, also Insulinresistenz, oder eine gesteigerte Glukosebildung in der Leber. Hormone wie Glukagon, Cortisol, Adrenalin und Wachstumshormon wirken dem Insulin entgegen und werden deshalb als kontrainsulinäre Hormone bezeichnet.
Wachstumshormon hat eine zweigeteilte Wirkung. Über IGF-1 wirkt es teilweise insulinähnlich, direkt fördert es aber den Fettabbau, und die freigesetzten Fettsäuren verschlechtern die Insulinwirkung in Muskel und Leber. Ein Beispiel ist die Akromegalie, eine Erkrankung mit chronisch erhöhtem Wachstumshormon: Ein erheblicher Teil der Betroffenen entwickelt eine gestörte Glukosetoleranz oder einen Diabetes.
Bedeutung in der Peptidforschung
In Studien zu Wachstumshormon-Sekretagoga wie Ibutamoren (MK-677) oder zu GHRH-Analoga werden Anstiege von Nüchternglukose und Markern der Insulinresistenz als mögliche Nebenwirkungen erfasst. Bei Ibutamoren wurden in klinischen Studien Anstiege des Blutzuckers und Hinweise auf eine verminderte Insulinsensitivität berichtet. Für zugelassene GLP-1-Rezeptoragonisten ist die Senkung erhöhter Blutzuckerwerte dagegen ein primärer Studienendpunkt.
Einordnung
Hyperglykämie ist ein Messbefund, keine Diagnose. Ein einzelner erhöhter Wert kann durch Stress, Infekte oder Mahlzeiten bedingt sein. Die Diagnose Diabetes stützt sich auf festgelegte Kriterien und wiederholte Messungen, etwa von Nüchternglukose und HbA1c, und gehört in ärztliche Hand.