Hypoglykämie
EndokrinologieUnterzuckerung, zu niedriger Blutzucker (< 3,9 mmol/L / < 70 mg/dL). Häufigstes und ernsthaftestes akutes Risiko bei IGF-1-Analoga, da diese insulinähnlich wirken. Symptome: Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, Verwirrtheit. Behandlung: sofort 20–30 g schnell verfügbare Kohlenhydrate (Traubenzucker).
Ausführlich erklärt
Der Körper hält den Blutzucker in engen Grenzen, weil das Gehirn fast ausschließlich auf Glukose angewiesen ist. Fällt der Spiegel, sinkt zuerst die Insulinausschüttung, dann werden Glukagon und Adrenalin freigesetzt, später auch Cortisol und Wachstumshormon. Diese Gegenregulation mobilisiert Glukose aus der Leber. Die Beschwerden entstehen teils durch die Stresshormonreaktion, etwa Zittern, Schwitzen und Herzklopfen, teils durch den Glukosemangel im Gehirn, etwa Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit.
In der Diabetologie werden Hypoglykämien nach Schweregrad eingeteilt, wobei schwere Episoden durch die Notwendigkeit fremder Hilfe definiert sind. Ein Beispiel für eine besondere Gefahr ist die Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung: Nach häufigen Unterzuckerungen können die Warnzeichen abgeschwächt sein, sodass Betroffene eine Unterzuckerung erst spät bemerken.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung ist Hypoglykämie ein zentraler Sicherheitsendpunkt. IGF-1 und seine Analoga haben insulinähnliche Stoffwechselwirkungen, Hypoglykämien gehören beim zugelassenen Wirkstoff Mecasermin zu den bekannten Nebenwirkungen. Bei GLP-1-Rezeptoragonisten ist das Risiko allein gering, weil ihre Wirkung auf die Insulinfreisetzung glukoseabhängig ist. Es steigt aber in Kombination mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen.
Einordnung
Hypoglykämie ist ein potenziell gefährlicher Zustand, der medizinische Aufmerksamkeit erfordert. PeptidWiki gibt keine Anleitungen zum Umgang mit Unterzuckerungen, Fragen dazu gehören zu Ärztin oder Arzt. Experimentelle IGF-1-Analoga sind im DACH-Raum nicht als Arzneimittel zugelassen, ihr Sicherheitsprofil ist unzureichend untersucht.