ICP-MS
QualitätInductively Coupled Plasma Mass Spectrometry. Analyseverfahren zur Bestimmung von Schwermetallen (Blei, Cadmium, Quecksilber) in Spurenmengen. Goldstandard für Reinheitsanalysen von Peptiden, Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln.
Ausführlich erklärt
Bei der ICP-MS wird eine gelöste Probe als feiner Nebel in ein Argonplasma geleitet, das mehrere tausend Grad heiß ist. Dort zerfallen alle Moleküle, und die enthaltenen Elemente werden zu Ionen. Ein nachgeschaltetes Massenspektrometer trennt diese Ionen nach ihrem Masse-zu-Ladung-Verhältnis und zählt sie. So lassen sich viele Elemente gleichzeitig und in sehr niedrigen Konzentrationen bestimmen, bis in den Bereich von Milliardstel Anteilen.
Typische Herausforderungen sind Interferenzen, wenn verschiedene Ionen dieselbe Masse haben, etwa Kombinationen aus Argon und Chlor. Kollisions- oder Reaktionszellen im Gerät reduzieren solche Störungen. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Prüfung eines Arzneistoffs auf Rückstände von Katalysatormetallen wie Palladium, die bei der chemischen Synthese verwendet wurden.
Bedeutung in der Peptidforschung
Für Peptide ist ICP-MS relevant, weil pharmazeutische Regelwerke wie die ICH-Leitlinie Q3D Grenzwerte für elementare Verunreinigungen festlegen. Bei Kupferpeptiden wie GHK-Cu kann ICP-MS zudem den Metallgehalt bestimmen. Auf Analysenzertifikaten experimenteller Peptide fehlt dieser Test häufig, was die Aussagekraft solcher Dokumente einschränkt. Wichtig: Ein Zertifikat ersetzt keine behördliche Qualitätskontrolle.
Einordnung
ICP-MS erfasst ausschließlich Elemente. Sie sagt nichts über Identität, Sequenz oder chemische Reinheit eines Peptids aus. Dafür werden HPLC und molekulare Massenspektrometrie eingesetzt. Die Methoden ergänzen sich, keine ersetzt die andere.