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Kachexie

Pharmakologie

Schweres Krankheits-Abmagerungssyndrom mit Muskel- und Fettabbau, das auf eine chronische Grunderkrankung (Krebs, Herzinsuffizienz, HIV) zurückgeht und durch normale Nahrungsaufnahme nicht ausgeglichen werden kann. Ghrelin und Ghrelin-Analoga sind in der Kachexietherapie erforscht.

Ausführlich erklärt

Kachexie ist ein vielschichtiges Stoffwechselsyndrom. Entzündungsbotenstoffe wie TNF-alpha und Interleukin-6, tumorabgeleitete Faktoren und hormonelle Veränderungen treiben den Abbau von Muskel- und Fettgewebe an. Gleichzeitig ist oft der Appetit vermindert, was man als Anorexie im medizinischen Sinn bezeichnet. Entscheidend ist, dass sich der Verlust durch mehr Nahrung allein nicht aufhalten lässt.

In der Onkologie wird die Kachexie häufig in Stadien eingeteilt, von der Präkachexie bis zur refraktären Kachexie. Ein Beispiel für ihre Bedeutung ist das Bauchspeicheldrüsenkarzinom, bei dem ein großer Teil der Betroffenen bereits bei Diagnosestellung deutlich an Gewicht verloren hat, was Belastbarkeit und Verträglichkeit weiterer Maßnahmen verschlechtert.

Bedeutung in der Peptidforschung

Kachexie ist ein Forschungsfeld, in dem Peptide eine wichtige Rolle spielen. Ghrelin, ein appetitanregendes Magenhormon, und oral verfügbare Ghrelin-Rezeptor-Agonisten wie Anamorelin wurden klinisch untersucht. Anamorelin ist in Japan zugelassen, in der EU wurde eine Zulassung abgelehnt. Weitere Ansätze betreffen Wachstumshormon, Myostatin-Hemmer und die Blockade des Hormons GDF-15.

Einordnung

Kachexie ist nicht dasselbe wie Mangelernährung oder Sarkopenie, auch wenn sich die Zustände überschneiden. Zugewinne an Gewicht oder Muskelmasse in Studien gingen nicht immer mit besserer Funktion einher. Die Versorgung Betroffener ist ärztliche und ernährungsmedizinische Aufgabe.

KatabolismusGhrelinAnabolismus
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