Karpaltunnelsyndrom
PharmakologieEinengung des Nervus medianus im Handgelenkskanal (Karpaltunnel), verursacht Kribbeln, Taubheit und Schwäche in Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Bekannte Nebenwirkung hoher GH- und IGF-1-Spiegel durch Flüssigkeitsretention im Tunnel.
Ausführlich erklärt
Der Karpaltunnel ist ein enger Kanal an der Handgelenksinnenseite. Seinen Boden bilden die Handwurzelknochen, sein Dach das straffe Retinaculum flexorum, ein Querband aus Bindegewebe. Durch ihn ziehen der Nervus medianus und neun Beugesehnen. Da der Raum nicht dehnbar ist, führt jede Volumenzunahme, etwa durch Schwellung der Sehnenscheiden oder Flüssigkeitseinlagerung, zu Druck auf den Nerv.
Typisch sind nächtliche Beschwerden, die durch Schütteln der Hand nachlassen. Diagnostisch wird die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen, ergänzend Ultraschall. Ein bekanntes Beispiel für eine vorübergehende Form ist die Schwangerschaft: Durch hormonell bedingte Wassereinlagerung treten Symptome auf, die sich nach der Geburt oft zurückbilden.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidliteratur erscheint das Karpaltunnelsyndrom als bekannte Nebenwirkung von Wachstumshormon und IGF-1. In klinischen Studien mit rekombinantem GH, etwa bei Erwachsenen mit GH-Mangel, wurden Gelenkbeschwerden, Ödeme und Karpaltunnelsymptome beschrieben. Auch Studien zu Wachstumshormon-Sekretagoga wie Ibutamoren erfassen solche Beschwerden. Bei Akromegalie, also chronischem GH-Überschuss, ist das Syndrom ebenfalls häufig.
Einordnung
Das Karpaltunnelsyndrom ist abzugrenzen von einer Sehnenscheidenentzündung oder einem Nervenengpass am Ellenbogen, der andere Finger betrifft. Symptome, die im zeitlichen Zusammenhang mit Hormonen auftreten, gehören in ärztliche Abklärung, da dauerhafter Druck den Nerv schädigen kann.