Lipolyse
EndokrinologieEnzymatischer Abbau von Triglyceriden in Fettzellen zu freien Fettsäuren und Glycerin. Diese werden zur Energiegewinnung genutzt. AOD-9604 und HGH Fragment 176-191 stimulieren selektiv die Lipolyse ohne diabetogene GH-Wirkung.
Ausführlich erklärt
Die Lipolyse läuft in drei Schritten ab. Zuerst spaltet die Adipozyten-Triglyzerid-Lipase (ATGL) die erste Fettsäure ab, danach entfernt die hormonsensitive Lipase die zweite, und die Monoacylglycerin-Lipase löst die letzte. Übrig bleibt Glycerin, das in der Leber zur Glukoseneubildung dienen kann, während die Fettsäuren an Albumin gebunden zu Muskel und Leber wandern.
Gesteuert wird der Vorgang vor allem hormonell. Adrenalin und Noradrenalin aktivieren über Beta-Rezeptoren und den Botenstoff cAMP die Enzyme, Insulin bremst sie wirksam. Ein Beispiel ist der Übergang vom gesättigten Zustand in eine längere Fastenphase: Mit sinkendem Insulin steigt die Konzentration freier Fettsäuren im Blut messbar an.
Bedeutung in der Peptidforschung
Wachstumshormon wirkt lipolytisch, was das Interesse an GH-Fragmenten erklärt. HGH Fragment 176-191 und das davon abgeleitete AOD-9604 wurden als Peptide untersucht, die diese Wirkung ohne die Effekte auf den Blutzucker zeigen sollten. In Tiermodellen wurden entsprechende Hinweise beschrieben, klinische Studien zu AOD-9604 zeigten jedoch keine überzeugende Gewichtsabnahme. Keines dieser Peptide ist als Arzneimittel zugelassen.
Einordnung
Lipolyse ist nicht gleich Fettverbrennung. Freigesetzte Fettsäuren müssen erst in den Mitochondrien oxidiert werden, sonst werden sie wieder gespeichert. Eine gesteigerte Lipolyse im Labor sagt deshalb wenig über eine tatsächliche Veränderung der Fettmasse aus.