Oktapeptid
GrundlagenPeptid aus genau acht Aminosäuren (griech. Okta = 8). Beispiele: Angiotensin II (Asp-Arg-Val-Tyr-Ile-His-Pro-Phe). Schlüsselhormon der Blutdruckregulation. Cholezystokinin-Octapeptid (CCK-8). Sättigungshormon.
Ausführlich erklärt
Ein Oktapeptid besteht aus acht Aminosäuren und sieben Peptidbindungen. Mehrere wichtige körpereigene Signalpeptide haben diese Länge, oft als Spaltprodukt einer größeren Vorstufe. Angiotensin II entsteht etwa aus dem Dekapeptid Angiotensin I, wenn das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) die letzten beiden Aminosäuren abspaltet. Es bindet an den AT1-Rezeptor, verengt Blutgefäße und fördert die Freisetzung von Aldosteron.
Auch synthetische Oktapeptide sind bekannt. Octreotid, ein Somatostatin-Analogon, ist ein zyklisches Oktapeptid mit einer Disulfidbrücke und einer D-Aminosäure. Es wurde entwickelt, weil natürliches Somatostatin im Blut nur wenige Minuten stabil ist. Das Beispiel zeigt, wie sich durch Verkürzung und Ringschluss die Stabilität eines Peptids verbessern lässt.
Bedeutung in der Peptidforschung
Oktapeptide sind in der Peptidforschung als Modellsysteme für Struktur-Wirkungs-Beziehungen verbreitet. Octreotid und verwandte Somatostatin-Analoga sind zugelassene Arzneimittel und dienen zugleich als Zielsteuerungsmodule für Peptid-Radioligand-Konjugate. Das experimentelle Peptid Larazotid gehört ebenfalls zu den Oktapeptiden. CCK-8 wird in der Appetitforschung als Sättigungssignal untersucht.
Einordnung
Die Zahl acht beschreibt allein die Kettenlänge. Ob ein Oktapeptid ringförmig oder linear vorliegt, modifizierte Bausteine enthält und wie stabil es ist, unterscheidet sich erheblich. Aussagen über eine Wirkung lassen sich daraus nicht ableiten.