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Adiponektin

Endokrinologie

Entzündungshemmendes Adipokin, das Insulinempfindlichkeit erhöht und Atherosklerose entgegenwirkt. Paradoxerweise sinkt der Adiponektin-Spiegel mit zunehmender Adipositas und korreliert invers mit kardiovaskulärem Risiko.

Ausführlich erklärt

Adiponektin ist ein Protein aus rund 240 Aminosäuren, das fast ausschließlich von Fettzellen gebildet wird. Im Blut liegt es in mehreren Formen vor: als Trimer, als Hexamer und als hochmolekularer Komplex. Die hochmolekulare Form gilt als biologisch besonders aktiv. Seine Signale laufen über die Rezeptoren AdipoR1 und AdipoR2, die unter anderem in Muskel und Leber vorkommen und dort das Enzym AMPK aktivieren, einen zellulären Energiesensor.

Die Aktivierung dieser Signalwege fördert in Zellmodellen die Aufnahme von Glukose und den Abbau von Fettsäuren. Bemerkenswert ist die umgekehrte Beziehung zur Fettmasse: Menschen mit starkem Übergewicht haben meist niedrigere Spiegel als schlanke Menschen. Nach deutlicher Gewichtsabnahme steigen die Werte in Studien häufig wieder an.

Bedeutung in der Peptidforschung

Auf PeptidWiki erscheint Adiponektin vor allem als Biomarker. In klinischen Studien zu GLP-1-basierten Wirkstoffen und in präklinischen Arbeiten zu experimentellen Stoffwechselpeptiden wird der Spiegel oft als sekundärer Parameter gemessen. Daneben gibt es Forschung zu kleinen synthetischen Molekülen und Peptiden, die AdipoR1 oder AdipoR2 direkt aktivieren sollen. Diese Ansätze befinden sich bisher im präklinischen Stadium.

Einordnung

Die schützenden Eigenschaften stammen überwiegend aus Beobachtungsstudien und Tiermodellen. Ob ein höherer Spiegel selbst ursächlich günstig ist oder nur einen gesünderen Stoffwechsel anzeigt, ist nicht abschließend geklärt. Bei manchen Erkrankungen, etwa Herzinsuffizienz, gehen hohe Werte sogar mit schlechterer Prognose einher.

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