HbA1c
EndokrinologieGlykiertes Hämoglobin, zeigt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 2–3 Monate an. Normalwert: < 5,7 % (< 39 mmol/mol). Monitoring-Pflicht bei GLP-1-Agonisten (Semaglutid, Liraglutid) zur Beurteilung der langfristigen Blutzuckerkontrolle.
Ausführlich erklärt
Glukose im Blut lagert sich ohne Beteiligung von Enzymen an Proteine an, ein Vorgang namens Glykierung. Beim Hämoglobin der roten Blutkörperchen entsteht so am Anfang der Beta-Kette das HbA1c. Da rote Blutkörperchen rund 120 Tage leben und die Glykierung vom durchschnittlichen Glukosespiegel abhängt, spiegelt der HbA1c-Anteil den Blutzucker der vergangenen Wochen bis Monate wider, wobei die jüngsten Wochen stärker eingehen.
Angegeben wird der Wert in Prozent oder, nach internationaler Standardisierung, in mmol/mol. Ein Beispiel für Grenzen der Methode: Bei verkürzter Lebensdauer der roten Blutkörperchen, etwa nach Blutverlust, bei bestimmten Anämien oder Hämoglobinvarianten, kann der HbA1c-Wert den tatsächlichen Blutzucker verfälscht wiedergeben. Dann werden andere Parameter wie Fructosamin herangezogen.
Bedeutung in der Peptidforschung
In Zulassungsstudien zu GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid bei Typ-2-Diabetes ist die Veränderung des HbA1c meist der primäre Endpunkt. Auch in Studien zu Übergewicht ohne Diabetes wird er als Stoffwechselparameter erhoben. Bei experimentellen Peptiden der Wachstumshormonachse dient er gelegentlich als Sicherheitsparameter, um längerfristige Veränderungen des Glukosestoffwechsels zu erfassen.
Einordnung
Der HbA1c zeigt einen Durchschnitt und keine Schwankungen: Ein normaler Wert kann häufige Unter- und Überzuckerungen verdecken. Welche Laborkontrollen unter zugelassenen Arzneimitteln sinnvoll sind, entscheidet die betreuende Ärztin oder der Arzt. Eine allgemeine „Monitoring-Pflicht“ im rechtlichen Sinn besteht nicht.