Nüchternglukose
EndokrinologieBlutzuckerwert nach mind. 8 Stunden Nahrungskarenz. Normwert: 3,9–5,6 mmol/L (70–100 mg/dL). Wichtigster Basisparameter vor und während Peptid-Protokollen mit GH-Sekretagogen oder IGF-1-Analoga.
Ausführlich erklärt
Die Nüchternglukose spiegelt vor allem die Glukoseabgabe der Leber wider. Nach einer längeren Essenspause hält die Leber den Blutzucker durch Abbau von Glykogen und Neubildung von Glukose aufrecht, gebremst durch das basal ausgeschüttete Insulin. Ist die Leber insulinresistent, bleibt diese Bremse schwach, und der Nüchternwert steigt. Nach Mahlzeiten gemessene Werte zeigen dagegen eher, wie gut Muskel und Fettgewebe Glukose aufnehmen.
Nach gängigen Kriterien gelten Werte ab 7,0 mmol/L bei wiederholter Messung als diagnostisch für Diabetes. Der Bereich zwischen Normgrenze, die je nach Fachgesellschaft unterschiedlich festgelegt ist, und dieser Schwelle wird als abnorme Nüchternglukose bezeichnet. Ein Beispiel für methodische Tücken: Werte aus Kapillarblut, Vollblut und Plasma sind nicht direkt vergleichbar, und Messgeräte für den Hausgebrauch haben eine größere Messunsicherheit als Laborgeräte.
Bedeutung in der Peptidforschung
In klinischen Studien zu Peptiden ist die Nüchternglukose ein Standardparameter. Bei GLP-1-Rezeptoragonisten ist sie ein Wirksamkeitsendpunkt, bei Wachstumshormon-Sekretagoga, GHRH-Analoga oder IGF-1-Analoga dagegen ein Sicherheitsendpunkt, weil diese Substanzen den Glukosestoffwechsel in unterschiedliche Richtungen verschieben können. Häufig wird sie mit dem Nüchterninsulin kombiniert, um Insulinresistenz-Indizes wie HOMA-IR zu berechnen.
Einordnung
Die Nüchternglukose ist ein diagnostischer Laborwert und kein Anwendungsparameter für Peptide. PeptidWiki gibt keine Anwendungsempfehlungen. Nicht zugelassene Peptide sind im DACH-Raum keine Arzneimittel, die Interpretation individueller Laborwerte gehört zu Ärztin oder Arzt.