HOMA-IR
MonitoringHomeostatic Model Assessment for Insulin Resistance. Marker zur Abschätzung der Insulinresistenz aus Nüchtern-Glukose und Nüchtern-Insulin (Formel: Insulin × Glukose / 22,5). Werte ≤ 1,5 normal. > 2,5 Hinweis auf relevante Insulinresistenz.
Ausführlich erklärt
HOMA-IR wurde in den 1980er Jahren in Oxford als mathematisches Modell entwickelt. Es beruht auf der Überlegung, dass sich im nüchternen Zustand ein Gleichgewicht zwischen der Glukoseabgabe der Leber und der Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse einstellt. Aus beiden Nüchternwerten lässt sich abschätzen, wie empfindlich das Gewebe auf Insulin reagiert. Die Konstante im Nenner hängt von der Einheit ab: Sie beträgt 22,5, wenn Glukose in Millimol pro Liter angegeben wird, und 405 bei Milligramm pro Deziliter.
Ein Beispiel: Bei gleicher Nüchternglukose ergibt ein doppelt so hoher Insulinwert einen doppelt so hohen Index, denn der Körper braucht dann mehr Insulin, um denselben Blutzucker zu halten.
Bedeutung in der Peptidforschung
In der Peptidforschung, vor allem in Studien zu GLP-1-Agonisten, dualen und dreifachen Inkretin-Agonisten, ist HOMA-IR ein häufiger sekundärer Endpunkt. Er ist einfach aus einer Blutprobe zu berechnen und eignet sich für große Kohorten. Veränderungen dieses Index werden als Hinweis auf eine veränderte Insulinempfindlichkeit gewertet. Verwandte Maße wie HOMA-B schätzen die Funktion der β-Zellen ab.
Einordnung
HOMA-IR ist ein Schätzwert, kein Goldstandard. Referenzmethode ist die hyperinsulinämische euglykämische Clamp. Grenzwerte variieren je nach Population, Labor und Insulinmessverfahren, einheitliche Cut-offs gibt es nicht. Die Interpretation eigener Werte gehört in ärztliche Hände.