Peptid-Multiagonisten: mehrere Stoffwechselwege auf einmal
Nach den GLP-1-Agonisten arbeitet die Forschung an Peptiden, die mehrere Rezeptoren gleichzeitig ansprechen. Tirzepatid ist bereits zugelassen, Retatrutid geht einen Schritt weiter. Was hinter dem Prinzip steckt.
Wenn ein Schlüssel nicht genügt
Bei Adipositas und Typ-2-Diabetes hat sich mit den Peptid-Medikamenten viel bewegt. Die aktuelle Entwicklung geht zu Wirkstoffen, die nicht nur einen, sondern mehrere Rezeptoren gleichzeitig aktivieren.
Das Prinzip der Multi-Agonisten-Therapie
Der Darm produziert Hormone wie GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) und GIP (Glucose-dependent Insulinotropic Polypeptide), die Blutzucker und Sättigungsgefühl regulieren. Glucagon ist ein weiteres Hormon, es erhöht den Blutzucker und beeinflusst den Energieverbrauch. Multiagonisten binden als eine Art „Generalschlüssel“ an mehrere dieser Rezeptoren und ahmen so die Wirkung mehrerer natürlicher Hormone zugleich nach.
Vorteile und Herausforderungen der kombinierten Wirkung
Die Aktivierung mehrerer Rezeptoren wirkt synergistisch. Patienten verlieren mehr Gewicht, und ihre Blutzuckerwerte verbessern sich stärker. Schwierig ist das Design der Peptide, weil die Wirkungen im Verhältnis zueinander stimmen müssen. Ein zu starker Effekt an einem einzelnen Rezeptor kann schädlich sein.
- [1]Aktuelle Forschung und klinische Entwicklung von Peptid-MultiagonistenDiverse Forschungsgruppen und pharmazeutische UnternehmenEndocrine Society / American Diabetes Association (allgemeiner Konsens)StudieQuelle aufrufen