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Kollagen & Haut

Matrixyl (Palmitoyl Pentapeptide-4)

Matrixyl ist das bekannteste kosmetische Peptid der Welt, ein Kollagen-Fragment-Mimetikum, das Fibroblasten zur Kollagensynthese animiert und in unabhängigen Studien Falten messbar reduziert hat.

Solide EvidenzDE, AT, CH: Erlaubt#28Rang 28 von 8060/100
AnwendungTopisch
Typische Dosis3–8% Konzentration in Kosmetika
HalbwertszeitLokal wirksam (topisch)
PubMed-Studien15+
Fachangaben

Auch bekannt als: Palmitoyl Pentapeptide-3, Pal-KTTKS

Palmitoyl-Lys-Thr-Thr-Lys-Ser (Pal-KTTKS)

Quick Start Guide

Topisch
3–8 % Konzentration in Serum oder Creme
Wie oft
1–2× täglich
Auf saubere, trockene Haut auftragen und einmassieren
Zeitpunkt
Vor Feuchtigkeitspflege und Sonnenschutz
Wirkung ab wann
Keine belastbaren Angaben
Lagerung
Keine belastbaren Angaben
Dauerhaft, kein Zyklus
Pause danach
Keine Pause vorgesehen
Die Anwendung ist kosmetisch, laut Dosistabelle wird über Monate aufgetragen. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Matrixyl (Palmitoyl Pentapeptide-4) und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Matrixyl (INCI: Palmitoyl Pentapeptide-4) ist ein synthetisches Lipopeptid aus 5 Aminosäuren, das an einen Fettsäurerest (Palmitinsäure) gebunden ist. Die Peptidsequenz KTTKS ist ein natürliches Spaltprodukt von Kollagen Typ I, sie entsteht, wenn Kollagen im Körper abgebaut wird, und ist ein natürliches "Bausignal": Fibroblasten lesen sie als Signal, neues Kollagen zu produzieren. Die Palmitinsäure hilft dem Peptid, durch die fetthaltige äußere Hautschicht zu dringen. Matrixyl wurde von Sederma (jetzt Croda) entwickelt und ist seit den 1990ern in unzähligen Cremes und Seren enthalten.

Matrixyl (INCI: Palmitoyl Pentapeptide-4, früher: Palmitoyl Pentapeptide-3) ist ein synthetisches Lipopeptid, das von Sederma (jetzt Teil von Croda) entwickelt wurde. Es besteht aus dem Pentapeptid KTTKS (Lys-Thr-Thr-Lys-Ser), das eine Sequenz aus dem α1(I)-Kollagen nachahmt, verbunden mit Palmitinsäure für verbesserte Hautpenetration. KTTKS ist ein natürliches Spaltprodukt von Kollagen Typ I, das in der Wundumgebung entsteht und Fibroblasten zur Kollagensynthese stimuliert. Durch die Palmitoylierung durchdringt Matrixyl die lipophile Barriere der Hornschicht effektiver als das freie Peptid. Matrixyl ist eines der am besten untersuchten Wirkstoffpeptide in der Kosmetik. Mehrere unabhängige Studien, darunter eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie, zeigten statistisch signifikante Reduktionen von Faltenvolumen und -tiefe nach mehrwöchiger Anwendung. Matrixyl ist ausschließlich als kosmetischer Wirkstoff positioniert, es existiert keine Arzneimittelzulassung.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Das KTTKS-Fragment bindet an Integrin-Rezeptoren (α5β1) und TGF-β-Rezeptoren auf Dermalfibroblasten.
  • Diese Bindung stimuliert die Synthese von Kollagen Typ I, III und IV sowie Fibronektin und Hyaluronsäure.
  • Zusätzlich wird die Aktivität von Matrix-Metalloproteasen (MMP) moduliert. Enzyme, die Kollagen abbauen.
  • Die Palmitinsäure macht das Peptid lipophil genug, um die Stratum-corneum-Barriere teilweise zu überwinden.

Das KTTKS-Fragment bindet an den Fibronektin-Rezeptor (α5β1-Integrin) und den TGF-β-Rezeptor auf Dermalfibroblasten, was die Synthese von Kollagen Typ I, III und IV sowie Fibronektin und Hyaluronsäure stimuliert. Zusätzlich werden Matrix-Metalloproteasen (MMPs) moduliert.

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Faltenreduktion“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Kollagen- & Elastinsynthese“ ist in Laborstudien belegt.

Spricht dagegen

  • Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Gilt als sehr sicher und Selten lokale Reizungen oder Rötungen bei empfindlicher Haut.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Für ein kosmetisches Peptid hat Matrixyl eine überdurchschnittlich solide Evidenzbasis:

  • Faltenreduktion (Tiefe und Volumen): In doppelblinder RCT statistisch signifikant nach 12 Wochen (Level B)
  • Kollagen- & Elastinsynthese: In vitro und in kleinen klinischen Studien gut belegt (Level B)
  • Hautfeuchtigkeit: Verbesserung durch erhöhte Hyaluronsäureproduktion (Level C)
Matrixyl ist kein "Botox-Ersatz". Die Effektgröße ist moderat, es entspannt keine Muskelkontraktionen. Mimikfalten profitieren kaum.

Faltenreduktion

Solide EvidenzHuman

In doppelblinden klinischen Studien zeigte sich eine signifikante Verringerung der Faltentiefe und des Faltenvolumens.

Kollagen- & Elastinsynthese

Solide EvidenzIn-vitro

Stimuliert die Produktion von Strukturproteinen (Typ I, III) in der extrazellulären Matrix durch Fibroblasten-Aktivierung.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Matrixyl ist ausschließlich topisch, keine Injektionen, keine orale Einnahme:

  • Kosmetisch: 3–8% Konzentration im fertigen Produkt (Serum oder Creme)
  • 1–2× täglich auf gereinigte Haut auftragen
  • Wirkung setzt nach mehreren Wochen kontinuierlicher Anwendung ein
  • Für optimale Wirkung: auf Auftragen eines Antioxidans (Vitamin C) davor achten. Kosynergie möglich
Sehr saure Produkte (starke AHA/BHA-Peelings, pH < 3,5) können das Peptid abbauen. Nicht direkt vermischen.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Kosmetische Anwendung (Topisch)3–8%1–2× täglichWird oft in Seren oder Cremes eingearbeitet und über Monate angewendet.
Dosierungsrechner →

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Topisch: In Seren, Cremes, Augenpflege, immer auf die Haut aufgetragen, nicht geschluckt oder injiziert
  • Viele hochwertige Anti-Aging-Seren enthalten 3–10% Matrixyl
  • Auf saubere, trockene Haut auftragen, einmassieren, danach Feuchtigkeitspflege und Sonnenschutz
  • Matrixyl 3000 (Kombination mit Matrixyl Synthe'6) ist eine modernere, kombinierte Formulierung
Topisch

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Ausgesprochen gutes Sicherheitsprofil:

  • Gilt als eines der sichersten kosmetischen Wirkstoffe
  • Sehr selten: leichte Hautrötung oder Reizung bei besonders empfindlicher Haut
  • Keine systemischen Nebenwirkungen bekannt (kosmetischer Inhaltsstoff)
  • Nicht für Augeninnenraum geeignet (Augenseren: Kontakt mit Schleimhaut vermeiden)

Bekannte Nebenwirkungen

  • Gilt als sehr sicher (kosmetischer Status)
  • Selten lokale Reizungen oder Rötungen bei empfindlicher Haut

Kontraindikationen

  • Keine systemischen Kontraindikationen bekannt

Studienlage

Einfach erklärt

Für ein kosmetisches Peptid ungewöhnlich gut unabhängig untersucht. Evidenzlevel B:

  • ✅ Robinson et al. 2005 (Int J Cosmet Sci): Doppelblinde kontrollierte Studie, signifikante Faltenreduktion nach 12 Wochen
  • ✅ Lintner & Peschard 2000: In-vitro-Beleg für Kollagen-I/III-Synthese durch KTTKS in Fibroblasten
  • ⚠ Viele publizierte Studien stammen aus dem Herstellerumfeld (Sederma/Croda), unabhängige Replikation begrenzt
  • ❌ Keine Langzeitsicherheitsstudien über mehrere Jahre, keine Studien an speziell sensibilisierten Haut­typen

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Als kosmetischer Inhaltsstoff erlaubt, als Arzneimittel verschreibungspflichtig, als kosmetischer Inhaltsstoff frei verkäuflich.
  • Kein WADA-Problem, nicht auf der Dopingliste
RechtslageDE, AT, CH: Erlaubt

Als kosmetischer Inhaltsstoff in Hautpflegeprodukten frei verkäuflich und vollständig legal.

Im SportWADA: Erlaubt

Kosmetisches Peptid. Nicht auf der WADA-Liste. Topische Anwendung ohne WADA-Relevanz.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu Matrixyl (Palmitoyl Pentapeptide-4)

Ist Matrixyl wirklich wirksam gegen Falten?
Im Vergleich zu vielen kosmetischen "Anti-Aging"-Peptiden hat Matrixyl eine relativ solide Evidenzbasis mit unabhängigen kontrollierten Studien. Die Effektgröße ist moderat. Matrixyl ist kein "Botox-Ersatz", sondern unterstützt die Fibroblastenfunktion.
Was ist der Unterschied zwischen Matrixyl und Matrixyl 3000?
Matrixyl (original) enthält nur Palmitoyl Pentapeptide-4 (KTTKS). Matrixyl 3000 ist eine Kombination aus Palmitoyl Tripeptide-1 (GHK) und Palmitoyl Tetrapeptide-7, die zusammen auf verschiedene Aspekte der Hauterneuerung abzielen. Matrixyl 3000 hat ebenfalls klinische Belege und wird oft als Weiterentwicklung vermarktet.
Kann ich Matrixyl mit Retinol kombinieren?
Ja, diese Kombination ist gut verträglich und sinnvoll: Retinol fördert Zellerneuerung und Kollagenabbau-Hemmung auf einem anderen Weg als Matrixyl. Beide in einer Routine zu verwenden (z. B. Matrixyl morgens, Retinol abends) ist eine der gut belegten Kombinationen in der evidenzbasierten Hautpflege.
Wirkt Matrixyl für alle Hauttypen gleich?
Weitgehend ja, da Matrixyl auf Fibroblasten tief in der Dermis wirkt, spielt der Hauttyp eine geringere Rolle als bei rein oberflächlichen Pflegemitteln. Trockene, reife Haut profitiert tendenziell stärker, da die Ausgangslage (geringere Kollagendichte) mehr Spielraum für Verbesserung lässt.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Matrixyl (Palmitoyl Pentapeptide-4) sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,005–0,02 mg
niedrig · 0,005 mghoch · 0,02 mg
Frequenz: 2× täglich (topisch)
Im Dosierungsrechner öffnen
Fact Sheet

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