Unerwünschte Ereignisse & Risikoprofile
In klinischen und präklinischen Studien dokumentierte Nebenwirkungsprofile nach Substanzklasse — klassifiziert nach NCI-CTCAE v5.0 und ICH-E2A-Standards.
In Studien dokumentierte Injektionsstellenreaktionen (ISR)
Lokale Reaktionen an der Applikationsstelle (Injection Site Reactions, ISR) sind die am häufigsten in Peptidstudien dokumentierten unerwünschten Ereignisse. Klassifikation nach NCI-CTCAE v5.0-Kriterien.
Nicht-klinisch relevant. In Studien ohne Interventionsbedarf klassifiziert.
- ›Lokales Erythem < 2 cm Durchmesser, unmittelbar postinjektionell
- ›Transientes Brenngefühl während der Applikation (mechanisch/osmotisch)
- ›Induration < 1 cm, Spontanremission innerhalb von Stunden
- ›Minimale lokale Hyperthermie
Klinisch dokumentationspflichtig. Persistierende lokale Entzündungsreaktion.
- ›Erythem > 3 cm Durchmesser, persistierend > 24 h
- ›Lokaler Pruritus oder Urtikaria
- ›Persistierende Induration oder Lipoatrophie (mehrere Tage)
- ›Hämatom durch intravasale Verletzung
Als SAE nach ICH E2A/E2D klassifiziert. Sofortige medizinische Evaluation erforderlich.
- ›Purulente Sekretion — bakterielle Superinfektion (Staphylokokken, Streptokokken)
- ›Progredientes Erythem mit lymphangitischem Streifenmuster (Sepsisgefährdung)
- ›Systemische Inflammationszeichen: Temperatur ≥ 38°C, Tachykardie
- ›Rapide progrediente Schwellung über mehrere Stunden
In Studien dokumentierte systemische Reaktionen
Substanzspezifische Reaktionen mit pharmakodynamischem Mechanismus. Inzidenzangaben aus kontrollierten klinischen Studien oder Zulassungsdaten.
Substanzklasse: GH-Sekretagogen (CJC-1295, Ipamorelin, MK-677)
Mechanismus: GH-vermittelte Steigerung der renalen Natrium- und Wasserresorption über IGF-1. Interstitielle Flüssigkeitsverschiebung, bevorzugt akral (Hände, Füße, periorbital).
Substanzklasse: GHK-Cu, GHRP-6, Hexarelin (post-injektionell)
Mechanismus: Histaminfreisetzung durch Mastzellaktivierung oder direkte GH-Puls-induzierte Vasodilatation. Onset typischerweise 5–20 min post-injektionem. Spontanremission < 1 h.
Substanzklasse: GHRP-6, Hexarelin, MK-677
Mechanismus: Agonismus an hypothalamischen Ghrelin-Rezeptoren (GHSR-1a). Aktivierung orexigener NPY/AgRP-Neurone im Nucleus arcuatus.
Substanzklasse: Semax, Selank (intranasal)
Mechanismus: Osmotischer Effekt durch Applikationsvolumen, lokale Schleimhautreizung oder transiente vasoaktive Effekte über NPY- und CRH-Modulation.
Substanzklasse: GLP-1-Rezeptoragonisten (Semaglutid, Tirzepatid)
Mechanismus: GLP-1R-Aktivierung: verzögerte Magenentleerung (Gastroparese-Effekt) + Area-postrema-Stimulation (Brechreizzentrum). Häufigste UAW-Klasse in großen RCTs.
Substanzklasse: GH-Sekretagogen (insb. MK-677)
Mechanismus: GH-vermittelte Flüssigkeitsretention erhöht Nervenkompression im Karpaltunnelbereich (N. medianus). Entspricht bekanntem Nebenwirkungsprofil der klinischen GH-Substitutionstherapie.
Substanzklasse: Hexarelin (GHS-R1a-Agonist), PT-141 (MC1R/MC4R)
Mechanismus: Hexarelin: Direkte kardiale GHS-R1a-Aktivierung — positive Inotropie, koronararterielle Effekte (in vitro und in vivo dokumentiert). PT-141 (Vyleesi): Melanocortinerge Vasokonstriktion → transienter Blutdruckanstieg.
Dokumentation unerwünschter Ereignisse (ADE/SAE)
Standardisierte Kriterien für die Erfassung und Klassifikation unerwünschter Ereignisse — nach ICH E2A-Leitlinien und NCI-CTCAE v5.0.