Amylin-Agonisten erklärt: die Wirkstoffklasse nach GLP-1
Nach dem Erfolg der GLP-1-Agonisten richtet sich der Blick auf ein zweites Sättigungshormon: Amylin. Was es im Körper macht, warum es GLP-1 ergänzt und welche Kandidaten gerade in Studien laufen.
Was Amylin im Körper macht
Amylin ist ein Hormon, das zusammen mit Insulin aus der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird. Es signalisiert dem Gehirn Sättigung, verlangsamt die Magenentleerung und dämpft die Ausschüttung von Glukagon. Anders als GLP-1 läuft es dabei über einen eigenen Nervenkreislauf.
Genau darin liegt der Reiz. Wer zwei getrennte Sättigungssysteme gleichzeitig anspricht, kann theoretisch stärkere Effekte erzielen als über einen einzelnen Signalweg.
Warum Amylin GLP-1 ergänzt
GLP-1-Agonisten wie Semaglutid sind hochwirksam, stoßen aber bei manchen Menschen an eine Grenze, und bei fortgesetzter Anwendung lässt der Effekt teils nach. Amylin-Agonisten setzen an einem parallelen Mechanismus an.
Umsetzen lässt sich die Kombination beider Wege auf zwei Arten: als fixe Kombination zweier Substanzen oder als einzelnes Molekül, das beide Rezeptoren aktiviert. Beide Varianten werden derzeit in Studien geprüft.
Die Kandidaten in der Pipeline
Cagrilintid ist der bekannteste Amylin-Analogon-Kandidat. In fixer Kombination mit Semaglutid, in Studien als CagriSema geführt, wurden rund 22,7 Prozent Gewichtsverlust nach 68 Wochen berichtet.
Zenagamtid, früher Amycretin, geht den Ein-Molekül-Weg und aktiviert GLP-1 und Amylin zugleich. Daneben steht Eloralintid, ein reiner Amylin-Agonist, der 2026 in die Phase 3 gehen soll. Keiner dieser Kandidaten ist im DACH-Raum als Arzneimittel zugelassen. Die Zahlen stammen aus Studien und sind keine Anwendungsempfehlung.
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