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Anti-Aging

EGF

EGF ist das körpereigene Signal, das Haut- und Wundzellen zum Wachsen bringt, in der Medizin für Wundheilung eingesetzt, in der Kosmetik als Anti-Aging-Zutat verbreitet.

Solide EvidenzDE, AT, CH: Erlaubt#6Rang 6 von 8079/100
AnwendungTopisch, Subkutan (s.c.), Intravenös (i.v.)
Typische Dosis0,01–0,075 mg/Anwendung (topisch/intradermal)
Halbwertszeit~1–2 Minuten systemisch, topisch lokal wirksam
PubMed-Studien4120+
Fachangaben

Auch bekannt als: Epidermal Growth Factor, Urogastron, hEGF, rhEGF

Epidermal Growth Factor (53 Aminosäuren, Disulfidbrücken-stabilisiert)

Auf einen Blick

AnwendungTopisch, Subkutan (s.c.), Intravenös (i.v.)
Typische Dosis0,01–0,075 mg/Anwendung (topisch/intradermal)
Halbwertszeit~1–2 Minuten systemisch, topisch lokal wirksam
ForschungslageSolide (B)
Frequenz2–3× täglich (topisch)
PubMed-Studien4120+

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist EGF und wie wirkt es?

Einfach erklärt

EGF (Epidermal Growth Factor) ist ein körpereigenes Protein aus 53 Aminosäuren, etwas größer als typische Peptide. Es wurde 1962 von Stanley Cohen entdeckt, wofür er 1986 den Nobelpreis erhielt. Natürliches EGF kommt in deinem Speichel, Urin und Muttermilch vor. Es ist das Wachstumssignal für Haut- und Wundzellen: Wenn du dich verletzt, schüttet dein Körper EGF aus, um die Heilung anzustoßen.

EGF wurde 1962 von Stanley Cohen an der Vanderbilt University entdeckt (Nobelpreis 1986). Es ist ein 53-Aminosäuren-Protein mit drei Disulfidbrücken, das an den EGF-Rezeptor EGFR bindet, eine Tyrosinkinase, die Zellproliferation, Überleben und Migration steuert. Natürliches EGF kommt in Speichel, Urin, Muttermilch und Blut vor. Rekombinantes humanes EGF (rhEGF) ist als Wundmittel in einigen Ländern zugelassen, in Kuba etwa als Heberprot-P für diabetische Fußgeschwüre. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht keine solche Zulassung. In der Kosmetik wird EGF für Anti-Aging-Seren verwendet, obwohl die topische Bioverfügbarkeit durch die Hautbarriere begrenzt ist. Wichtig für die Einordnung der Literatur: Der weitaus größte Teil der EGF-Publikationen befasst sich mit dem Rezeptor EGFR in der Onkologie und nicht mit EGF als regenerativem Wirkstoff.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Bindet an den EGFR-Rezeptor (Tyrosinkinase) auf Haut- und Epithelzellen
  • EGFR-Aktivierung → ERK/MAPK und PI3K/Akt → Zellproliferation und Überleben
  • Stimuliert Keratinozyten (Oberhautzellen) und Fibroblasten (Bindegewebszellen)
  • Fördert Kollagen- und Elastin-Synthese in der Haut
  • Beschleunigt die Epithelialisierung. Wundverschluss durch Zellwanderung

EGF bindet an EGFR → Rezeptor-Dimerisierung → Autophosphorylierung → Aktivierung von MAPK/ERK (Zellproliferation), PI3K/Akt (Zellüberleben) und STAT3 (Transkription). In der Haut: Stimulation von Keratinozyten- und Fibroblastenproliferation, Förderung der Kollagen- und Elastin-Synthese, Beschleunigung der Epithelialisierung.

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Wundheilung (chronische Wunden)“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Zellproliferation (allgemein)“ ist in Laborstudien belegt.

Spricht dagegen

  • Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Systemisch: Risiko der Tumorpromotion und Lokale Reizung bei Hochkonzentration.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

EGF hat das breiteste Evidenzspektrum aller Hautpeptide:

  • Wundheilung: klinisch validiert für diabetische Fußgeschwüre (Heberprot-P, Kuba)
  • Faltenreduktion und Verbesserung der Hauttextur (klinische Topik-Studien)
  • Stimulation der Kollagenproduktion
  • Beschleunigte Heilung nach ästhetischen Eingriffen
  • Wachstumsförderung bei chronischen Wunden

Wundheilung (chronische Wunden)

Solide EvidenzHuman

Klinisch validiert für diabetische Fußgeschwüre.

PubMed-Quelle →

Hautregeneration und Anti-Aging

VorklinischHuman

Klinische Studien zeigen Verbesserung von Falten und Hauttextur bei topischer Anwendung.

Zellproliferation (allgemein)

Klinisch belegtIn-vitro

Starke Stimulation der Zellproliferation über den gut charakterisierten EGFR-Mechanismus.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Je nach Anwendung:

  • Topisch (Serum): 0,02–0,1 mg/ml, 1–2× täglich auf die Haut
  • Intradermal (Mesotherapie): 0,01–0,075 mg pro Sitzung, ärztlich
  • Wundheilung klinisch: 3× pro Woche intradermal
  • Halbwertszeit systemisch: nur 1–2 Minuten (sehr kurz)
Systemische hochdosierte EGF-Anwendung: nur in medizinischem Kontext. Topisch ist EGF ohne ärztliche Aufsicht anwendbar.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Anti-Aging-Serum (topisch)0,02–0,1 mg/ml1–2× täglichKosmetische Anwendung, Penetration durch die Haut begrenzt
Wundheilung (klinisch)0,01–0,075 mg3× wöchentlich intradermalÄrztliche Anwendung
Dosierungsrechner →

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Topisch als Serum oder Creme, häufigste Methode für Anti-Aging
  • Intradermal beim Hautarzt oder in Meso-Therapie-Kliniken
  • Intravenös: nur in klinischen Studien / spezialisierten Wundkliniken
TopischSubkutan (s.c.)Intravenös (i.v.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

EGF hat eine wichtige Einschränkung, die man kennen muss:

  • Topisch: sehr gut verträglich, gelegentlich leichte Rötung
  • Systemisch: EGF stimuliert Zellwachstum, auch in Tumorzellen
  • EGFR ist in vielen Krebsarten überexprimiert (Lunge, Darm, Brust)
  • Topische Penetration durch die Hautbarriere ist begrenzt, geringeres systemisches Risiko
Bei aktiven Krebserkrankungen oder bekannten EGFR-positiven Tumoren ist EGF kontraindiziert. Für gesunde Personen ohne Krebserkrankung gilt topisches EGF als sicher.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Topisch: sehr gut verträglich
  • Systemisch: Risiko der Tumorpromotion (EGFR überexprimiert in vielen Tumoren)
  • Lokale Reizung bei Hochkonzentration

Kontraindikationen

  • Aktive Krebserkrankungen (EGFR-Überexpression in vielen Tumorzellen)
  • EGFR-positive Tumoren (Lunge, Kolon, Brust)

Studienlage

Einfach erklärt

EGF ist das am besten erforschte Hautpeptid überhaupt:

  • ✅ Sehr breite Publikationslage, mit Abstand die meisten aller Hautpeptide
  • ✅ Level B, solide Humanstudien für Wundheilung und Hauteffekte
  • ✅ Gut charakterisierter EGFR-Mechanismus (Nobelpreis 1986)
  • ✅ Klinisch validiert für diabetische Fußgeschwüre
  • ⚠ Anti-Aging-Topik-Studien: Effekte vorhanden, aber topische Penetration begrenzt

Acute Toxicity With Trastuzumab Emtansine and Concurrent Radiotherapy: Non-Consecutive Case Series

Human

Carroll P, et al. (2026), Asia-Pacific journal of clinical oncology

Eine Fallserie (n=10) zeigte bei HER2-positivem Brustkrebs unter Trastuzumab Emtansine (T-DM1) und Radiotherapie erhöhte Toxizität, inkl. Lungen-, Hautschäden, Rippenfrakturen und Myositis. Hinweis auf Verstärkung der St…

PubMed →

An EGFR-directed photoimmunotheranostic conjugate enables tumor-specific imaging and potent synergistic antitumor activity

Tier

Wu T, et al. (2026), Journal of photochemistry and photobiology. B, Biology

Ein EGFR-gerichtetes Konjugat (PPC) aus Panitumumab und IR808 wurde entwickelt. In Tierstudien zeigte es selektive Tumorakkumulation, NIR-Fluoreszenzbildgebung und synergistische Antitumoraktivität ohne systemische Toxiz…

PubMed →

Therapeutic potential of epidermal growth factor for perianal fistulas: an experimental rat model

Tier

Coskun M, et al. (2026), Updates in surgery

In einem Rattenmodell für perianale Fisteln wurde bei EGF-Gabe eine verbesserte Re-Epithelialisierung, geringere Entzündung und minimale Apoptose beobachtet, was auf günstige Wundheilungsparameter hindeutet.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Als kosmetischer Inhaltsstoff erlaubt, als Arzneimittel verschreibungspflichtig.
  • Als Arzneimittel (Wundheilung): verschreibungspflichtig
  • Kuba: Heberprot-P (rhEGF) für diabetisches Fußgeschwür zugelassen
RechtslageDE, AT, CH: Erlaubt

Als kosmetischer Inhaltsstoff erlaubt. Als Wundheilungsmittel in DE verschreibungspflichtig (rhEGF). In Kuba für diabetisches Fußgeschwür zugelassen (Heberprot-P).

Im SportWADA: Erlaubt

Epideermaler Wachstumsfaktor. Nicht explizit auf der WADA-Liste (kein muskelspezifischer Fokus). Topisch für Haut eingesetzt.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu EGF

Kann EGF Krebs verursachen?
EGF selbst verursacht keinen Krebs, aber EGFR ist in vielen Tumoren (Lungenkrebs, Kolon, Brust) überexprimiert. Exogenes EGF könnte theoretisch bereits vorhandenes Tumorzellwachstum beschleunigen. Für topische kosmetische Anwendung bei gesunden Personen ohne Krebserkrankung gilt das Risiko als gering. Bei bekannter Krebserkrankung ist EGF kontraindiziert.
Kann EGF Krebs auslösen?
EGF selbst verursacht keinen Krebs, aber es stimuliert Zellwachstum. In Tumorzellen, die oft viel EGFR haben, könnte exogenes EGF theoretisch Wachstum fördern. Das Risiko bei topischer Anwendung ist gering (wenig penetriert die Haut). Krebspatienten sollten EGF dennoch meiden.
Warum wirken EGF-Cremes weniger als man denkt?
EGF ist ein großes Protein (53 AS). Die Haut ist eine Barriere, und große Proteine kommen schlecht durch. Viele EGF-Cremes enthalten zwar EGF, aber die Menge, die die Haut wirklich erreicht, ist gering. Wer mehr Wirkung will, setzt auf Mesotherapie (intradermal) beim Arzt.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für EGF sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,005–0,025 mg
niedrig · 0,005 mghoch · 0,025 mg
Frequenz: 2–3× täglich (topisch)
Im Dosierungsrechner öffnen
Fact Sheet

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