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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Gehirn & Kognition

Selank

Selank ist ein russisches Angst-Peptid ohne Suchtpotenzial, es wirkt anxiolytisch wie ein sehr mildes Beruhigungsmittel, macht aber nicht abhängig und sediert nicht stark.

Solide EvidenzDE, AT, CH: Grauzone#26Rang 26 von 8061/100
AnwendungIntranasal, Subkutan (s.c.)
Typische Dosis0,25–0,75 mg/Tag
Halbwertszeit~2 Minuten im Plasma, aber ZNS-Effekte dauern länger
PubMed-Studien125+
Fachangaben

Auch bekannt als: TP-7

Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro

Quick Start Guide

0,4–0,9 mg pro Tag, verteilt auf 2–3 Dosen
Wie oft
2–3× täglich
Als Nasenspray
Zeitpunkt
Morgens oder bei akutem Stress
Wirkung ab wann
Wirkbeginn nach 15–30 Minuten, kognitive Effekte bauen sich über Tage auf
Lagerung
Bei 2–8 °C kühlen, nach Anbruch 30 Tage haltbar
2–4 Wochen, danach 4 Wochen Pause
Pause danach
4 Wochen, erhält die Sensitivität
Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Selank und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Selank ist ein 7-Aminosäuren-Peptid, das am Institut für Molekulargenetik Moskau entwickelt und 2009 in Russland als Arzneimittel gegen Angststörungen und Neurasthenie zugelassen wurde. Es basiert auf Tuftsin, einem körpereigenen immunmodulierenden Peptid, mit einer zusätzlichen Pro-Gly-Pro-Sequenz für mehr Stabilität. Der entscheidende Unterschied zu Benzodiazepinen (wie Diazepam): Selank erzeugt keine Toleranz und kein Abhängigkeitspotenzial.

Selank wurde am Institut für Molekulargenetik Moskau entwickelt und ist in Russland seit 2009 als anxiolytisches Arzneimittel zugelassen. Es basiert auf dem Tuftsin-Peptid (Thr-Lys-Pro-Arg) mit einer erweiterten Sequenz. Anders als klassische Benzodiazepine zeigt Selank kein Abhängigkeitspotenzial.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Moduliert das GABAerge System, ähnlich wie Benzodiazepine, aber deutlich milder
  • Erhöht BDNF und enkephalinartige Peptide
  • Reguliert Serotonin-Transporter-Aktivität (stimmungsregulierend)
  • Beeinflusst Dopamin und Noradrenalin (kognitive Wachheit)
  • Sehr kurze Plasmahalbwertszeit (~2 min). ZNS-Effekte halten aber länger an

Selank moduliert das GABAerge System (ähnlich wie Benzodiazepine, aber milder) und beeinflusst Serotonin-Transporter-Aktivität. Es erhöht BDNF und enkephalinartige Peptide, reguliert Catecholamine (Dopamin, Noradrenalin) und zeigt immunmodulatorische Effekte.

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Angstreduktion“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Stressreduktion“ ist in Tierstudien belegt.

Spricht dagegen

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
  • Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Leichte Sedation möglich und Stimmungsveränderungen.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Selank zielt auf Angst und Stress ohne die klassischen Benzodiazepin-Risiken:

  • Angstreduktion ohne starke Sedation (Russland: RCT vergleichbar mit Medazepam)
  • Reduktion von Cortisolspiegel und Stressreaktivität
  • Kein Abhängigkeitspotenzial in Langzeitstudien nachgewiesen
  • Leichte kognitionsfördernde Nebeneffekte (Fokus, Klarheit)
  • Immunmodulatorische Eigenschaften (Tuftsin-Komponente)
Klinische Evidenz stammt fast ausschließlich aus russischen Studien. Unabhängige westliche Replikation fehlt.

Angstreduktion

Solide EvidenzHuman

Klinische Studien in Russland zeigen anxiolytische Wirkung ohne Sedation.

PubMed-Quelle →

Stressreduktion

Solide EvidenzTier

Reduziert Cortisolspiegel und Stressreaktivität in Tiermodellen.

Kein Abhängigkeitspotenzial

Klinisch belegtHuman

Keine Toleranzentwicklung oder Abhängigkeit in Langzeitstudien beobachtet.

Kognitive Wirkung

VorklinischTier

Leichte kognitionsfördernde Effekte in Beobachtungsstudien.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Aus russischen Studien und Protokollen:

  • 0,25–0,5 mg 2–3× täglich intranasal
  • Kurse von 2–4 Wochen
  • Typisch: 1–2 Hübe bei Bedarf oder täglich morgens
Keine zugelassene Dosierung in DACH. Kombination mit Benzodiazepinen kann Sedation verstärken.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Angst / Stress0,25–0,5 mg2–3× täglich intranasalKurse von 2–4 Wochen
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Intranasal als Nasenspray (Standardweg)
  • Subkutane Injektion möglich
  • Nasenspray: 1–2 Hübe pro Nasenloch nach Bedarf
  • Kann bei akutem Stress situativ eingesetzt werden
IntranasalSubkutan (s.c.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Selank gilt als sehr gut verträglich, eines der sichersten Forschungspeptide im Bereich Angst:

  • Sehr gut verträglich in klinischen russischen Studien
  • Leichte Sedation möglich (aber viel schwächer als Benzodiazepine)
  • Stimmungsveränderungen bei höherer Dosierung
  • Keine Toleranzentwicklung oder Entzugserscheinungen beschrieben
Bei schweren psychiatrischen Erkrankungen nur unter Arztaufsicht. Nicht mit Benzodiazepinen kombinieren ohne ärztlichen Rat.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Sehr gut verträglich
  • Leichte Sedation möglich
  • Stimmungsveränderungen

Kontraindikationen

  • Schwere psychiatrische Erkrankungen (ohne Arztaufsicht)
  • Kombination mit Benzodiazepinen (verstärkte Sedation)

Studienlage

Einfach erklärt

Selank hat eine schmale Publikationslage, Evidenzniveau B:

  • ✅ RCT (n=62): Selank vergleichbar wirksam mit Medazepam bei generalisierter Angststörung, ohne Abhängigkeit
  • ✅ Kein Abhängigkeitspotenzial in Langzeitstudien bestätigt
  • ⚠ Alle relevanten Studien aus Russland, methodisch nicht immer nach internationalem Standard
  • ❌ Keine unabhängigen westlichen Replikationsstudien

Efficacy and possible mechanisms of action of a new peptide anxiolytic selank in the therapy of generalized anxiety disorders and neurasthenia

Human

Semenova TP, et al. (2009), Bulletin of Experimental Biology and Medicine

RCT (n=62): Selank zeigte vergleichbare anxiolytische Wirkung wie Medazepam bei generalisierter Angststörung, ohne Abhängigkeitspotenzial.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • 🇷🇺 Zugelassenes Arzneimittel gegen Angststörungen
  • 🏅 Nicht auf der WADA-Liste
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

In Russland zugelassenes Arzneimittel. In DE/AT/CH nicht zugelassen.

Im SportWADA: Erlaubt

Nicht auf der WADA-Liste. In Russland klinisch zugelassen, in DACH rechtliche Grauzone, kein Wettkampfverbot bekannt.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Labormonitoring für Forschungszwecke

Kurzübersicht: Cortisol als Hauptmarker, denn Selank wirkt auf GABA-Rezeptoren und moduliert die Stressachse.

Zeitplan:Vor Beginn->Nach 4 Wochen
Empfohlen
Cortisol (Morgen)

Selank moduliert Angst und Stress über GABA-Mechanismen und beeinflusst die HPA-Achse. Cortisol dokumentiert diesen Effekt.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4 WochenRichtwert: 5–25 µg/dl (8 Uhr morgens)
Großes Blutbild

Allgemeines Sicherheits-Screening.

Zeitpunkt: Baseline
Leberwerte
ALT, AST

Sicherheitsmonitoring.

Zeitpunkt: Baseline

Selank hat ein günstiges Sicherheitsprofil laut Tierstudien. Monitoring für Forschungszwecke.

Häufige Fragen zu Selank

Ist Selank wie ein Beruhigungsmittel?
Selank hat anxiolytische Wirkung, wirkt aber deutlich milder als Benzodiazepine. Es sediert nicht stark, erzeugt keine Toleranz und hat kein Abhängigkeitspotenzial. Viele Nutzer beschreiben es als "ruhiges Fokus"-Gefühl ohne Einschränkung der Kognition.
Macht Selank müde?
Selank wirkt in der Regel angstlösend, ohne stark zu sedieren. Anders als klassische Beruhigungsmittel soll es die Wachheit und Konzentration nicht deutlich einschränken. Individuelle Reaktionen können abweichen. Belastbare Humanstudien außerhalb Russlands sind begrenzt.
Was ist der Unterschied zwischen Selank und Semax?
Beide sind verwandte russische Nootropika-Peptide zur intranasalen Anwendung. Selank wird eher mit Beruhigung und Angstlösung assoziiert, Semax eher mit Fokus, Antrieb und Neuroprotektion. Beide sind in der DACH-Region nicht als Arzneimittel zugelassen.
Kann man Selank täglich nehmen?
In russischen Studien wurden Kurse von mehreren Wochen täglicher Einnahme ohne Toleranzentwicklung dokumentiert. Dennoch empfehlen die meisten Protokolle Kursbehandlungen mit Pausen statt unbegrenzte Daueranwendung.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Selank sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Richtwert (gewichtsbasiert)0,001–0,002 mg/kg
niedrig · 0,001 mg/kghoch · 0,002 mg/kg
Frequenz: 1–2× täglich (nasal)
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration2,5 mg/ml
Abzug1,6 U
020406080100U1.60 U0.016 ml
5 mg Vial + 2 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,04 mg (bei 80 kg)
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema3 Phasen
Zyklus: 2–4 Wochen Anwendung, danach 4 Wochen Pause zur Vermeidung von Tachyphylaxie.
Tägliche subkutane Injektion über 2–4 Wochen, Cycling 4 Wochen on / 4 Wochen off.
Zum Protokoll
Fact Sheet

Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent

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