Die Inhalte von PeptidWiki dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung, sind ausdrücklich keine Empfehlung und ersetzen keine medizinische Beratung.

Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

Inhalte werden mit Sorgfalt recherchiert, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität bereitgestellt.

Gehirn & Kognition

Spadin

Spadin ist ein antidepressives Peptid, das einen völlig neuen Mechanismus nutzt: Es blockiert den TREK-1-Kaliumkanal und wirkt in Tiermodellen innerhalb von 24 Stunden, ohne die 2–6 Wochen Einschleichzeit klassischer Antidepressiva.

Frühe ForschungDE, AT, CH: Grauzone#70Rang 70 von 8031/100
AnwendungIntraperitoneal (i.p.), Subkutan (s.c.), Intranasal
Typische Dosis0,05–0,2 mg/Tag
Halbwertszeit~1–2 Stunden
PubMed-Studien40+
Fachangaben

Auch bekannt als: PE-22-28, TREK-1-Antagonist, Sortilin-Fragment

Gln-Asn-Arg-Thr-Ser-Asn-Ala-Ser-Glu-Glu (TREK-1-Antagonist, sortilin-derived)

Auf einen Blick

AnwendungIntraperitoneal (i.p.), Subkutan (s.c.), Intranasal
Typische Dosis0,05–0,2 mg/Tag
Halbwertszeit~1–2 Stunden
FrequenzTäglich (Forschung)
PubMed-Studien40+

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Spadin und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Spadin (PE-22-28) ist ein 10-Aminosäuren-Fragment des Sortilin-Propeptids, 2010 am Institut de Pharmacologie Moléculaire et Cellulaire in Frankreich entdeckt. Es ist ein selektiver Antagonist des TREK-1-Kanals (TWIK-related K⁺ channel 1), der stark in limbischen Gehirnregionen exprimiert wird. TREK-1-knockout-Mäuse sind resistent gegenüber Depression, das zeigt: TREK-1-Blockade hat antidepressives Potenzial. In Tiermodellen wirkt Spadin innerhalb von 24 Stunden, ohne die übliche 2–6-wöchige Latenz klassischer SSRIs. Humandaten fehlen.

Spadin (PE-22-28) wurde 2010 von Catherine Heurteaux und Michel Lazdunski (Institut de Pharmacologie Moléculaire et Cellulaire, Valbonne) entdeckt. Es ist ein Fragment des Sortilin-Propeptids und ein selektiver Antagonist des TREK-1-Kanals (TWIK-related K⁺ channel 1), der stark in limbischen Regionen exprimiert wird. TREK-1-knockout-Mäuse sind resistent gegenüber Depression. TREK-1-Blockade wirkt antidepressiv. In Tiermodellen wirkt Spadin schnell (< 24 Stunden), ohne die bei klassischen Antidepressiva übliche Latenz von 2–4 Wochen. Humandaten fehlen.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Blockiert TREK-1-Kanal (Zwei-Poren-Domänen-Kaliumkanal, K2P)
  • TREK-1 reguliert Membranruhepotenzial in Hippocampus und Raphe-Neuronen
  • Blockade erhöht Erregbarkeit serotonerger Raphe-Neuronen
  • Schneller Serotonin- und BDNF-Anstieg im Hippocampus
  • Keine Toleranzentwicklung in Tiermodellen

TREK-1 ist ein Zwei-Poren-Domänen-Kaliumkanal (K2P), der die Membranruhepotenzial-Stabilität in hippocampalen und Raphe-Neuronen reguliert. TREK-1-Aktivierung hyperpolarisiert Neuronen und dämpft serotonerge und noradrenerge Transmission. Spadin blockiert TREK-1, erhöht die Erregbarkeit serotonerger Raphe-Neuronen und erhöht damit Serotonin- und BDNF-Spiegel im Hippocampus schnell und ohne Toleranzentwicklung.

Spricht dafür

  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.

Spricht dagegen

  • Die Forschung ist sehr begrenzt und überwiegend auf Labor- und Tierversuche beschränkt — verlässliche Studien am Menschen fehlen weitgehend.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Tiermodelle zeigen schnelle antidepressive Wirkung:

  • Antidepressive Wirkung innerhalb von 24 Stunden (Forced Swim Test, Tail Suspension)
  • BDNF-Erhöhung im Hippocampus schnell und ohne Latenz
  • Kein Abhängigkeitspotenzial in Tiermodellen
  • Neuer Mechanismus unabhängig von Serotonin-Transporter-Hemmung
Alle Daten aus Tiermodellen. Keine Humanstudien. TREK-1-Kanal auch im Herz exprimiert, kardiale Sicherheit unbekannt.

Antidepressive Wirkung

VorklinischTier

In mehreren Mausmodellen (Forced Swim, Tail Suspension) antidepressive Wirkung innerhalb von 24 Stunden.

PubMed-Quelle →

BDNF-Erhöhung

VorklinischTier

Schnelle Erhöhung hippocampaler BDNF-Spiegel nach Spadin-Gabe in Tiermodellen.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Keine validierten Humandosen:

  • Mausmodell: 1–3 mg/kg täglich intraperitoneal
  • 0,05–0,2 mg täglich subkutan/intranasal (Forschungskreise)
  • HWZ ~1–2 Stunden, möglicherweise mehrfach täglich nötig
Absolut keine klinischen Humandaten. TREK-1 auch im Herzmuskel: kardiales Sicherheitsrisiko nicht ausgeschlossen.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Forschungsprotokoll (Maus)1–3 mg/kgTäglich i.p.Nur präklinische Referenz
Dosierungsrechner →

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Intraperitoneal in Tierversuchen (nicht für Menschen)
  • Subkutan oder intranasal in Forschungskreisen
  • Kurze HWZ: Timing kritisch
  • Lyophilisiertes Pulver, Rekonstitution nötig
Intraperitoneal (i.p.)Subkutan (s.c.)Intranasal

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Sicherheitsprofil beim Menschen: vollständig unbekannt, mit ernstem theoretischem Risiko:

  • TREK-1-Kanal im Herzmuskel → Herzrhythmusstörungen bei Blockade möglich
  • Keine Humantoxikologie-Daten
  • TREK-1-Blockade systemisch: unbekannte Effekte auf Niere, Lunge, Nervensystem
Herzerkrankungen sind eine theoretische Kontraindikation (K⁺-Kanal-Interaktion). Humananwendung ohne klinische Grundlage.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Vollständig unbekanntes Humansicherheitsprofil
  • Potenziell: Herzrhythmusstörungen bei TREK-1-Blockade (K⁺-Kanal)

Kontraindikationen

  • Humananwendung ohne klinische Grundlage
  • Herzerkrankungen (K⁺-Kanal-Interaktion)

Studienlage

Einfach erklärt

Spadin hat eine schmale Publikationslage, Evidenzniveau D:

  • ✅ PLoS Biology 2010: Erstbeschreibung als selektiver TREK-1-Antagonist mit antidepressiver Wirkung
  • ✅ Schnelle Wirkung (<24h) in mehreren Mausmodellen repliziert
  • ✅ Mechanismus (TREK-1-Blockade → Serotonin/BDNF) gut charakterisiert
  • ❌ Keine Humanstudien
  • ⚠ Kein aktives klinisches Entwicklungsprogramm

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • 🏅 Nicht auf der WADA-Liste
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Rein experimentell. Kein klinisches Entwicklungsprogramm aktiv. Forschungschemikalie.

Im SportWADA: Erlaubt

TREK-1-Kanal-Blocker. Nicht auf der WADA-Liste.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu Spadin

Was macht Spadin besonders im Vergleich zu klassischen Antidepressiva?
Klassische Antidepressiva (SSRIs, SNRIs) brauchen 2–6 Wochen bis zur vollen Wirkung. Spadin zeigte in Tiermodellen antidepressive Effekte innerhalb von 24 Stunden. Es wirkt über einen völlig neuen Mechanismus (TREK-1-Blockade) ohne die Nebenwirkungen von Serotonin-Systemmodulation. Ob dies beim Menschen übertragbar ist, ist unbekannt.
Was macht Spadin besonders im Vergleich zu SSRIs?
SSRIs brauchen 2–6 Wochen bis zur vollen Wirkung. Spadin zeigte in Tiermodellen antidepressive Effekte innerhalb von 24 Stunden, durch einen völlig anderen Mechanismus (TREK-1, kein Serotonin-Transporter). Das ist mechanistisch sehr interessant, aber ob es beim Menschen übertragbar ist, ist völlig offen.
Hat Spadin Potenzial als Medikament?
Theoretisch ja, schnell wirkende Antidepressiva mit neuem Mechanismus wären ein wichtiger Fortschritt (ähnlich dem Interesse an Ketamin). Aber Spadin hat noch nicht mal eine Phase-1-Studie begonnen. Kein aktives klinisches Entwicklungsprogramm ist bekannt.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Spadin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,05–0,2 mg
niedrig · 0,05 mghoch · 0,2 mg
Frequenz: Täglich (Forschung)
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration2,5 mg/ml
Abzug2 U
020406080100U2.00 U0.020 ml
5 mg Vial + 2 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,05 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Fact Sheet

Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent

Weiterlesen
Alle Peptide im Wiki →