Semax
Semax ist ein russisches Nootropikum, das BDNF, den wichtigsten Wachstumsfaktor für Nervenzellen, erhöht und in Russland offiziell gegen Schlaganfall und Gedächtnisstörungen eingesetzt wird.
Fachangaben
Auch bekannt als: N-PGP-ACTH 4-10
Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro
Quick Start Guide
Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Semax und wie wirkt es?
Semax ist ein synthetisches 7-Aminosäuren-Peptid, das in den 1980ern am Russischen Institut für Molekulargenetik entwickelt wurde. Es ist ein Analogon des ACTH-Fragments 4–10, also eines Teils des Stresshormons ACTH, aber ohne dessen Hormonwirkung. In Russland und der Ukraine ist Semax seit Jahren als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen: bei Schlaganfall-Rehabilitation, ADHS und Gedächtnisstörungen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es nicht zugelassen, aber auch nicht verboten (Graubereich).
Semax wurde in den 1980er-Jahren am Russischen Institut für Molekulargenetik entwickelt und ist in Russland und der Ukraine als zugelassenes Arzneimittel erhältlich. Es ist ein synthetisches Analogon des ACTH 4-10-Fragments ohne hormonelle Nebeneffekte. In Russland wird es klinisch bei Schlaganfall, ADHS und Gedächtnisstörungen eingesetzt.
Wirkungsweise
- Erhöht die Ausschüttung von BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), dem wichtigsten Nervenwachstumsfaktor
- Moduliert Dopamin- und Serotonin-Signalwege
- Hemmt Enzyme, die körpereigene Enkephaline (Schmerz-/Stimmungspeptide) abbauen
- Kurze Halbwertszeit (~20 min), wirkt schnell, hält aber nicht lange an
- Intranasal: gelangt über Riechnerv direkt ins Gehirn
Semax erhöht die Ausschüttung des Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) und anderer Neurotrophine. Es moduliert Dopamin- und Serotonin-Signalwege, aktiviert das Opioid-System, hemmt Enkephalin-Abbau-Enzyme und zeigt neuroprotektive Wirkung nach ischämischen Ereignissen.
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „Kognitive Verbesserung“ ist in Humanstudien belegt.
- Die erwünschte Wirkung „BDNF-Erhöhung“ ist in Tierstudien belegt.
Spricht dagegen
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
- Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Leichte Stimmungsschwankungen und Erhöhte Energie/Stimulation.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Klinisch genutzt in Russland, in DACH ausschließlich als Forschungschemikalie:
- Verbesserte Konzentration und Arbeitsgedächtnis (klinische Studien aus Russland)
- Neuroprotektive Wirkung nach ischämischen Ereignissen (Schlaganfall-Modelle)
- Stimmungsaufhellung und antidepressive Tendenz (Tiermodelle, Beobachtungen)
- BDNF-Erhöhung. Grundlage für Neuroplastizität und Lernfähigkeit
Kognitive Verbesserung
Klinische Studien (RU/UA) zeigen Verbesserung von Gedächtnis und Konzentration.
Neuroprotektive Wirkung
Schützt Neuronen nach ischämischen Ereignissen in Tiermodellen.
Antidepressive Wirkung
Zeigt stimmungsaufhellende Effekte in Tiermodellen und klinischen Beobachtungen.
Dosierung und Anwendung
Aus klinischen russischen Studien und Forschungsprotokollen:
- 0,2–0,6 mg täglich intranasal (kognitive Anwendung)
- 0,6–0,9 mg täglich bei neuroprotektiver Indikation
- Typisch: 1–2 Hübe intranasales Spray morgens nüchtern
- Kurse von 2–4 Wochen, danach Pause
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Kognitive Verbesserung | 0,2–0,6 mg | 1–2× täglich intranasal | Optimal morgens nüchtern |
| Neuroprotektive Anwendung | 0,6–0,9 mg | 2× täglich | Klinische Dosierung aus russischen Studien |
Anwendungsformen
- Intranasal als Nasenspray (bevorzugt), olfaktorischer Transport ins ZNS
- Subkutane Injektion ebenfalls möglich, aber weniger üblich
- Nasenspray: 1–2 Hübe pro Nasenloch, dabei Kopf leicht nach vorne neigen
- Kühl lagern, vor Licht schützen
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Semax gilt als vergleichsweise gut verträglich:
- Erhöhte Energie/Stimulation, kann Schlaf beeinträchtigen wenn spät genommen
- Leichte Stimmungsschwankungen, Gereiztheit möglich
- Appetitveränderungen
- Schwindel bei zu hoher Dosierung
- Kann Angst bei Angststörungen oder bipolarer Störung verstärken
Bekannte Nebenwirkungen
- •Leichte Stimmungsschwankungen
- •Erhöhte Energie/Stimulation
- •Appetitveränderungen
- •Schwindel bei zu hoher Dosis
Kontraindikationen
- •Angststörungen (kann Angst verstärken)
- •Bipolare Störung
- •Epilepsie
Studienlage
Semax hat eine moderate Publikationslage, Evidenzniveau B:
- ✅ Russische Humanstudien: Verbesserung kognitiver Funktionen bei leichter kognitiver Beeinträchtigung
- ✅ Gut dokumentierte BDNF-Erhöhung in präklinischen Modellen
- ✅ Neuroprotektive Wirkung in Schlaganfall-Tiermodellen solide belegt
- ⚠ Hauptforschung aus Russland, westliche Replikation sehr begrenzt
- ❌ Keine großen randomisierten kontrollierten Studien nach westlichem Standard
Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- 🇷🇺/🇺🇦 Zugelassenes verschreibungspflichtiges Arzneimittel
- 🏅 Nicht auf der WADA-Liste, für Sportler kein Dopingproblem
In Russland/Ukraine zugelassenes Arzneimittel. In DE/AT/CH nicht zugelassen, aber nicht verboten.
Nicht auf der WADA-Liste. In Russland klinisch zugelassen, im DACH-Raum rechtliche Grauzone, aber kein Wettkampfverbot.
Labormonitoring für Forschungszwecke
Kurzübersicht: Basis-Blutbild und Cortisol als Sicherheits-Screening, weil Semax adrenokortikale Aktivität zeigt.
Allgemeines Sicherheits-Screening für jedes Forschungsprotokoll.
Semax ist ein ACTH-Analogon und kann die Nebennierenachse beeinflussen. Cortisol als direkter Marker.
Allgemeines Sicherheitsmonitoring.
+Optionale Tests (1)
Semax stimuliert BDNF in Tiermodellen (in spezialisierten Labors messbar, aber teuer und variabel).
Semax ist in Russland zugelassen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht als Arzneimittel anerkannt. Monitoring-Protokoll für Forschungszwecke.
Häufige Fragen zu Semax
Wie nimmt man Semax ein?
Wie schnell wirkt Semax?
Ist Semax in Deutschland legal?
Warum wird Semax nur intranasal genommen?
Ist Semax ein Stimulans wie Koffein?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Semax sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Selank
Selank ist ein anxiolytisches (angstlösendes) Peptid, das vom körpereigenen Tuftsin abgeleitet ist und in Russland als Arzneimittel gegen Angststörungen und Stress zugelassen ist.
Epithalon
Epithalon ist ein synthetisches Tetrapeptid (4 Aminosäuren), das von der Zirbeldrüse (Pinealdrüse) abgeleitet ist und in der Longevity-Forschung vor allem wegen der Telomerase-Aktivierung untersucht wird.
DSIP
Neuropeptid, das 1977 aus Kaninchenblut isoliert wurde. In der Forschung auf Schlafarchitektur und Stressachsen-Modulation untersucht. Limitierte Humanstudien.