DSIP
DSIP ist das "Delta-Schlaf-induzierende Peptid". 1977 aus Kaninchenblut isoliert, soll Tiefschlaf fördern, hat aber schwache und widersprüchliche Humanstudien.
Fachangaben
Auch bekannt als: Delta Sleep-Inducing Peptide, Schlaf-induzierendes Peptid
Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu (9 AS)
Quick Start Guide
SubkutanGrundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist DSIP und wie wirkt es?
DSIP (Delta Sleep-Inducing Peptide) ist ein natürlich vorkommendes Neuropeptid aus 9 Aminosäuren, das 1977 von Marcel Monnier erstmals aus dem Blut schlafender Kaninchen isoliert wurde. Der Name verrät das Ziel: Delta-Wellen-Schlaf (der tiefste Schlafzustand) fördern. Der genaue Rezeptor von DSIP ist bis heute nicht vollständig identifiziert. Die Publikationslage ist breit, die Ergebnisse sind aber sehr heterogen.
DSIP (Delta Sleep-Inducing Peptide) ist ein natürlich vorkommendes Neuropeptid aus 9 Aminosäuren, erstmals 1977 von Marcel Monnier und Kollegen isoliert. Sein endogener Rezeptor ist nicht vollständig charakterisiert. Forschungsinteresse besteht an der Interaktion mit der HPA-Achse und dem Schlaf-Wach-Rhythmus.
Wirkungsweise
- Soll Delta-Wellen-Aktivität im EEG modulieren (Tiefschlaf-Förderung)
- Interagiert mit der HPA-Achse (Stress-Achse: Hypothalamus-Hypophyse-Nebenniere)
- Effekte auf ACTH-, Cortisol- und Melatonin-Spiegel in Tiermodellen
- Exakter Rezeptor und Signalweg: bis heute nicht abschließend charakterisiert
- Kurze Halbwertszeit (~10–20 Min.)
DSIP soll laut Forschungsliteratur die Delta-Wellen-Aktivität im EEG modulieren und mit der HPA-Achse interagieren. Effekte auf ACTH- und Kortisolspiegel sowie Melatonin-Signalwege wurden in Tiermodellen beobachtet. Der genaue Rezeptor und Signalweg sind nicht abschließend identifiziert.
Spricht dafür
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Die Forschungslage ist heterogen und schwach:
- Delta-Wellen-Förderung in Tiermodellen (EEG-Messungen)
- Möglicherweise stressreduzierende Wirkung über HPA-Achse
- Einige Humanbeobachtungen zu verbesserter Schlafarchitektur, methodisch schwach
Schlafarchitektur-Forschung
Tiermodelle zeigen Modulation von EEG-Delta-Wellen. Humandaten sind sehr begrenzt und methodisch schwach. Forschungsrelevanz liegt im Verständnis endogener Schlafregulations-Peptide.
Dosierung und Anwendung
Keine validierten Humandosen. In Forschungsprotokollen:
- 0,1–0,3 mg täglich subkutan oder intranasal
- Kurz vor dem Schlafen injiziert
- Tiermodell-Dosen: 0,1 mg/kg, nicht direkt übertragbar
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Tiermodell-Forschung | 0,1 mg/kg | Variabel | Humandaten unzureichend |
Anwendungsformen
- Subkutane Injektion oder intranasal
- Kurz vor dem Einschlafen
- Lyophilisiertes Pulver, Rekonstitution nötig
- Kühlkettenpflichtig
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Sicherheitsprofil beim Menschen: kaum charakterisiert.
- Sehr limitierte Humandaten, keine systematischen Sicherheitsstudien
- Mögliche Sedierung
- HPA-Achsen-Beeinflussung: unbekannte Langzeitfolgen bei Daueranwendung
Bekannte Nebenwirkungen
- •Sehr limitierte Humandata
- •Mögliche Sedierung
- •Sicherheitsprofil unbekannt
Kontraindikationen
- •Keine ausreichenden Daten für Sicherheitsaussagen
Studienlage
DSIP hat eine breite Publikationslage, Evidenzniveau C:
- ⚠ Umfangreiche Literatur, aber heterogene und oft widersprüchliche Ergebnisse
- ⚠ Viele frühe Studien methodisch schwach (kleine n, keine Verblindung)
- ❌ Kein definitiv charakterisierter Rezeptor. Grundlagenmechanismus unklar
- ❌ Keine überzeugenden kontrollierten Humanstudien zu Schlafverbesserung
Delta-sleep-inducing peptide (DSIP): a review
HumanGraf MV, Kastin AJ (1984), Neuroscience & Biobehavioral Reviews
Frühe Übersichtsarbeit zu DSIP: biologische Aktivität, Schlafeffekte, HPA-Achsen-Interaktion. Heterogene Ergebnisse, methodische Einschränkungen.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- 🏅 Nicht auf der WADA-Liste
Nicht zugelassen. Kein WADA-Status. RUO in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Nicht auf der WADA-Liste. Schlafinduzierendes Neuropeptid, kein bekanntes leistungssteigerndes Potenzial im WADA-Sinne.
Labormonitoring für Forschungszwecke
Kurzübersicht: Morgencortisol als zentraler Marker, weil DSIP den Schlaf-Wach-Rhythmus und die HPA-Achse beeinflusst.
DSIP (Delta-Sleep-Inducing Peptide) interagiert mit der HPA-Achse und dämpft Corticotropin. Morgencortisol als direkter Marker.
Allgemeines Sicherheitsmonitoring.
+Optionale Tests (1)
DSIP moduliert den Schlaf-Wach-Rhythmus: Melatonin dient als ergänzender Schlafmarker.
DSIP hat begrenzte Humandaten. Die Wirkung ist komplex und variabel, deshalb ist Monitoring besonders wichtig.
Häufige Fragen zu DSIP
Wird DSIP als Schlafmittel eingesetzt?
Ist DSIP ein gutes Schlafmittel?
Warum forscht man überhaupt an DSIP, wenn der Mechanismus unklar ist?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für DSIP sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Selank
Selank ist ein anxiolytisches (angstlösendes) Peptid, das vom körpereigenen Tuftsin abgeleitet ist und in Russland als Arzneimittel gegen Angststörungen und Stress zugelassen ist.
Semax
Semax ist ein russisches Nootropikum-Peptid, abgeleitet vom ACTH-Fragment 4-10. In der Forschung zeigt es kognitionsfördernde, neuroprotektive sowie antidepressive Eigenschaften.
Pinealon
Synthetisches Tripeptid aus der russischen Khavinson-Forschungsgruppe. In Tiermodellen auf neuroprotektive Signalwege untersucht. Sehr limitierte unabhängige Forschung.