Die Inhalte von PeptidWiki dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung, sind ausdrücklich keine Empfehlung und ersetzen keine medizinische Beratung.

Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

Inhalte werden mit Sorgfalt recherchiert, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität bereitgestellt.

Gehirn & Kognition

DSIP

DSIP ist das "Delta-Schlaf-induzierende Peptid". 1977 aus Kaninchenblut isoliert, soll Tiefschlaf fördern, hat aber schwache und widersprüchliche Humanstudien.

VorklinischDE, AT, CH: Grauzone#65Rang 65 von 8034/100
AnwendungSubkutan (s.c.), Intranasal
Typische Dosis0,1–0,3 mg/Tag
Halbwertszeit~10–20 min (sehr kurz)
PubMed-Studien462+
Fachangaben

Auch bekannt als: Delta Sleep-Inducing Peptide, Schlaf-induzierendes Peptid

Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu (9 AS)

Quick Start Guide

Subkutan
0,1–0,3 mg täglich (Standard), bis 0,5 mg in fortgeschrittenen Protokollen
Wie oft
1× täglich
Unter die Haut, Injektionsstelle wechseln
Zeitpunkt
30–60 min vor dem Schlafengehen.
Wirkung ab wann
Individuell ab Tag 1 möglich, messbar nach 1–2 Wochen
Lagerung
Pulver gefroren, angemischt bei 2–8 °C und innerhalb 30 Tagen aufbrauchen
4–8 Wochen, optional bis 12 Wochen, danach 4 Wochen Pause.
Pause danach
4 Wochen, die Wirksamkeit bleibt über die Pause oft erhalten
~10–20 min (sehr kurz)
Intranasale Anwendung ist beschrieben, belastbare Kurzwerte dazu fehlen. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist DSIP und wie wirkt es?

Einfach erklärt

DSIP (Delta Sleep-Inducing Peptide) ist ein natürlich vorkommendes Neuropeptid aus 9 Aminosäuren, das 1977 von Marcel Monnier erstmals aus dem Blut schlafender Kaninchen isoliert wurde. Der Name verrät das Ziel: Delta-Wellen-Schlaf (der tiefste Schlafzustand) fördern. Der genaue Rezeptor von DSIP ist bis heute nicht vollständig identifiziert. Die Publikationslage ist breit, die Ergebnisse sind aber sehr heterogen.

DSIP (Delta Sleep-Inducing Peptide) ist ein natürlich vorkommendes Neuropeptid aus 9 Aminosäuren, erstmals 1977 von Marcel Monnier und Kollegen isoliert. Sein endogener Rezeptor ist nicht vollständig charakterisiert. Forschungsinteresse besteht an der Interaktion mit der HPA-Achse und dem Schlaf-Wach-Rhythmus.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Soll Delta-Wellen-Aktivität im EEG modulieren (Tiefschlaf-Förderung)
  • Interagiert mit der HPA-Achse (Stress-Achse: Hypothalamus-Hypophyse-Nebenniere)
  • Effekte auf ACTH-, Cortisol- und Melatonin-Spiegel in Tiermodellen
  • Exakter Rezeptor und Signalweg: bis heute nicht abschließend charakterisiert
  • Kurze Halbwertszeit (~10–20 Min.)

DSIP soll laut Forschungsliteratur die Delta-Wellen-Aktivität im EEG modulieren und mit der HPA-Achse interagieren. Effekte auf ACTH- und Kortisolspiegel sowie Melatonin-Signalwege wurden in Tiermodellen beobachtet. Der genaue Rezeptor und Signalweg sind nicht abschließend identifiziert.

Spricht dafür

  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.

Spricht dagegen

  • Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Die Forschungslage ist heterogen und schwach:

  • Delta-Wellen-Förderung in Tiermodellen (EEG-Messungen)
  • Möglicherweise stressreduzierende Wirkung über HPA-Achse
  • Einige Humanbeobachtungen zu verbesserter Schlafarchitektur, methodisch schwach
Kein Beweis für konsistente schlafverbessernde Wirkung beim Menschen. Evidenz sehr schwach und widersprüchlich.

Schlafarchitektur-Forschung

VorklinischTier

Tiermodelle zeigen Modulation von EEG-Delta-Wellen. Humandaten sind sehr begrenzt und methodisch schwach. Forschungsrelevanz liegt im Verständnis endogener Schlafregulations-Peptide.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Keine validierten Humandosen. In Forschungsprotokollen:

  • 0,1–0,3 mg täglich subkutan oder intranasal
  • Kurz vor dem Schlafen injiziert
  • Tiermodell-Dosen: 0,1 mg/kg, nicht direkt übertragbar
Keine evidenzbasierte Humandosierung. Sicherheitsprofil beim Menschen kaum charakterisiert.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Tiermodell-Forschung0,1 mg/kgVariabelHumandaten unzureichend
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Subkutane Injektion oder intranasal
  • Kurz vor dem Einschlafen
  • Lyophilisiertes Pulver, Rekonstitution nötig
  • Kühlkettenpflichtig
Subkutan (s.c.)Intranasal

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Sicherheitsprofil beim Menschen: kaum charakterisiert.

  • Sehr limitierte Humandaten, keine systematischen Sicherheitsstudien
  • Mögliche Sedierung
  • HPA-Achsen-Beeinflussung: unbekannte Langzeitfolgen bei Daueranwendung
Keine ausreichenden Daten für Sicherheitsaussagen. DSIP ist ein Forschungspeptid, kein Schlafmittel.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Sehr limitierte Humandata
  • Mögliche Sedierung
  • Sicherheitsprofil unbekannt

Kontraindikationen

  • Keine ausreichenden Daten für Sicherheitsaussagen

Studienlage

Einfach erklärt

DSIP hat eine breite Publikationslage, Evidenzniveau C:

  • ⚠ Umfangreiche Literatur, aber heterogene und oft widersprüchliche Ergebnisse
  • ⚠ Viele frühe Studien methodisch schwach (kleine n, keine Verblindung)
  • ❌ Kein definitiv charakterisierter Rezeptor. Grundlagenmechanismus unklar
  • ❌ Keine überzeugenden kontrollierten Humanstudien zu Schlafverbesserung

Delta-sleep-inducing peptide (DSIP): a review

Human

Graf MV, Kastin AJ (1984), Neuroscience & Biobehavioral Reviews

Frühe Übersichtsarbeit zu DSIP: biologische Aktivität, Schlafeffekte, HPA-Achsen-Interaktion. Heterogene Ergebnisse, methodische Einschränkungen.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • 🏅 Nicht auf der WADA-Liste
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Nicht zugelassen. Kein WADA-Status. RUO in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im SportWADA: Erlaubt

Nicht auf der WADA-Liste. Schlafinduzierendes Neuropeptid, kein bekanntes leistungssteigerndes Potenzial im WADA-Sinne.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Labormonitoring für Forschungszwecke

Kurzübersicht: Morgencortisol als zentraler Marker, weil DSIP den Schlaf-Wach-Rhythmus und die HPA-Achse beeinflusst.

Zeitplan:Vor Beginn->Nach 4 Wochen
Essentiell
Cortisol (Morgen)
Morgencortisol nüchtern (8 Uhr)

DSIP (Delta-Sleep-Inducing Peptide) interagiert mit der HPA-Achse und dämpft Corticotropin. Morgencortisol als direkter Marker.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4 WochenRichtwert: 5–25 µg/dl (8 Uhr)
Empfohlen
Großes Blutbild

Allgemeines Sicherheitsmonitoring.

Zeitpunkt: Baseline
+Optionale Tests (1)
Melatonin (Abend)
Melatonin (Speichel, 23 Uhr)

DSIP moduliert den Schlaf-Wach-Rhythmus: Melatonin dient als ergänzender Schlafmarker.

Zeitpunkt: Baseline (optional)

DSIP hat begrenzte Humandaten. Die Wirkung ist komplex und variabel, deshalb ist Monitoring besonders wichtig.

Häufige Fragen zu DSIP

Wird DSIP als Schlafmittel eingesetzt?
DSIP ist kein zugelassenes Schlafmittel. Es ist ein Forschungspeptid mit unklarem Wirkmechanismus. Die Forschungsliteratur ist heterogen, eine therapeutische Anwendung beim Menschen ist wissenschaftlich nicht belegt.
Ist DSIP ein gutes Schlafmittel?
Die Studienlage ist zu schwach, um das zu sagen. DSIP ist ein Forschungspeptid ohne zugelassene schlafmedizinische Indikation. Wer Schlafprobleme hat, sollte zuerst belegte Therapien (Schlafhygiene, CBT-I, ggf. Melatonin) versuchen.
Warum forscht man überhaupt an DSIP, wenn der Mechanismus unklar ist?
Weil es natürlich im Körper vorkommt und die frühen Befunde interessant waren. Für die Grundlagenforschung zur Schlafbiologie bleibt es damit relevant. Ein klinisch anwendbares Mittel wird daraus nicht automatisch, viele körpereigene Peptide zeigen im Labor Effekte, die sich nicht in einen klinischen Nutzen übersetzen.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für DSIP sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,1–0,3 mg
niedrig · 0,1 mghoch · 0,3 mg
Frequenz: Täglich (abends)
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration1,67 mg/ml
Abzug6 U
020406080100U6.00 U0.060 ml
5 mg Vial + 3 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,1 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema3 Phasen
Zyklus: 4–8 Wochen, optional bis 12 Wochen, danach 4 Wochen Pause.
Tägliche subkutane Injektion vor dem Schlafengehen über 4–8 Wochen.
Zum Protokoll
Fact Sheet

Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent

Weiterlesen
Alle Peptide im Wiki →