TP508 (Chrysalin)
TP508 (Chrysalin) ist ein Teilstück des Gerinnungsproteins Thrombin, allerdings ohne dessen blutgerinnende Wirkung. In Tests am Menschen ließ es Knochenbrüche schneller heilen, wurde danach aber nicht weiterentwickelt.
Fachangaben
Auch bekannt als: Chrysalin, Rusalatide, Thrombin Peptide 508
Thrombin-Peptid 508 (Aminosäuren 508-530 des humanen Thrombins, 23 AS)
Auf einen Blick
Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist TP508 (Chrysalin) und wie wirkt es?
Thrombin kennt man als das Protein, das Blut gerinnen lässt, wenn du dich schneidest, ist Thrombin daran beteiligt, die Wunde zu verschließen. Aber Thrombin kann noch mehr: Es hat auch einen Teil, der für Reparaturprozesse im Gewebe zuständig ist, völlig unabhängig von der Gerinnung. TP508 ist genau dieser Teil (23 Aminosäuren, Positionen 508–530 des Thrombins). Es aktiviert Heilungssignale, ohne die Blutgerinnung anzuregen.
TP508 (Thrombin Peptide 508, auch: Chrysalin) ist ein synthetisches Peptid, das den Aminosäuren 508-530 des humanen Thrombins entspricht. Es bindet an den nicht-proteolytischen (PAR-unabhängigen) Thrombin-Rezeptor und aktiviert so regenerative Signalwege, ohne die Blutgerinnung zu aktivieren. TP508 wurde von Chrysalis BioTechnology entwickelt und durchlief klinische Studien. Eine Phase-1/2-Studie zur Knochenheilung bei Jones-Frakturen (Frakturen der Basis des fünften Mittelfußknochens, unabhängig vom Diabetes-Status) zeigte eine signifikant schnellere Knochenheilung im Vergleich zu Placebo. Diese Studien waren jedoch klein und nicht ausreichend, um eine FDA-Zulassung zu erhalten. Separat untersuchten präklinische Studien TP508 zur Wundheilung bei diabetischen Fußulzera. Weitere präklinische Studien untersuchten Wundheilung, Knorpelregeneration, Herzmuskelschutz und ischämische Schäden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist TP508 nicht als Arzneimittel zugelassen.
Wirkungsweise
TP508 bindet an einen speziellen Rezeptor auf Körperzellen, der nichts mit Blutgerinnung zu tun hat, er ist rein für Reparaturprozesse zuständig:
- Stammzellen werden zur Verletzungsstelle rekrutiert, die Reparaturkräfte kommen schneller
- Neue Blutgefäße entstehen, die Versorgung der Heilung beginnt rascher
- Zellwachstum und Zellvermehrung werden angeregt
- Keine Aktivierung der Blutgerinnung, das ist der wichtige Unterschied zu normalem Thrombin
TP508 bindet an einen von PAR1 unabhängigen Thrombin-Rezeptor (der genaue Rezeptor ist nicht vollständig charakterisiert). Aktivierung von EGF-Rezeptor-Transaktivierung und downstream PI3K/Akt-Signalwegen. Stimulation von Stammzell-Rekrutierung, Angiogenese und Zellproliferation ohne Koagulationsaktivierung.
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „Beschleunigte Knochenheilung“ ist in Humanstudien belegt.
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
TP508 ist eines der wenigen Peptide in dieser Kategorie mit echten Human-Daten:
- Schnellere Knochenheilung, in einer Phase-2-Studie bei Fußfrakturen nachgewiesen
- Verbesserte Wundheilung, in Tiermodellen (z. B. diabetische Mäuse)
- Angiogenese (neue Blutgefäße), präklinisch belegt
Beschleunigte Knochenheilung
Phase-2-Ergebnisse zur Knochenheilung bei Jones-Frakturen mit signifikant schnellerer Heilung.
PubMed-Quelle →Wundheilung in Tiermodellen
Präklinische Studien zeigen verbesserte Wundheilung.
Angiogenese-Stimulation
Präklinisch belegte Angiogenese-Stimulation ohne Koagulationsaktivierung.
Dosierung und Anwendung
TP508 wird in sehr kleinen Mengen eingesetzt, meist lokal an der Verletzungsstelle:
- 0,001–0,030 mg pro Anwendung, extrem kleine Dosen
- Meist 1–2 Mal pro Woche, lokal injiziert
- Keine standardisierten Protokolle da klinische Entwicklung gestoppt wurde
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Forschungsanwendung | Variabel | Meist lokal | Die klinische Entwicklung ist gestoppt, daher keine validierten Standardprotokolle. |
Anwendungsformen
- Lokale Injektion, direkt an der Verletzungsstelle (z. B. Fraktur, Wunde)
- Subkutan oder in die Nähe des betroffenen Gewebes
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
In klinischen Studien war TP508 gut verträglich:
- Keine Gerinnungsprobleme, trotz der Verwandtschaft zum Thrombin
- Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle, leicht und vorübergehend
- Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen in Phase-2-Studien berichtet
Bekannte Nebenwirkungen
- •Keine Gerinnungsprobleme in Studien beobachtet
- •Lokale Injektionsstellenreaktionen
Kontraindikationen
- •Fehlende Langzeit-Humandaten
- •Theoretisches Risiko bei übermäßiger Angiogenese-Stimulation
Studienlage
TP508 hat eine der interessantesten Forschungsgeschichten in dieser Kategorie, mit echten Human-Studien:
- ✅ Moderate Publikationslage
- ✅ Phase-2-Human-Studie (Jones-Frakturen): signifikant schnellere Heilung vs. Placebo
- ✅ Tierversuche zur Wundheilung zeigen positive Ergebnisse
- ❌ Klinische Entwicklung wurde nicht bis zur Zulassung weitergeführt
- ⚠ Keine Phase-3-Studien, daher kein zugelassenes Arzneimittel
Chrysalin (TP508) stimulates angiogenesis and wound healing
TierCarney DH, et al. (2004),
Präklinische Untersuchung, die verbesserte Wundheilung in diabetischen Mausmodellen belegte.
Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
Nicht als Arzneimittel zugelassen. Klinische Entwicklung wurde nach Phase-2-Studien nicht fortgesetzt.
Thrombin-Peptid-Fragment. Nicht auf der WADA-Liste.
Häufige Fragen zu TP508 (Chrysalin)
Hat TP508 eine klinische Zulassung?
Wenn es in Phase-2-Studien funktioniert hat, warum gibt es keine Zulassung?
Gerinnt mein Blut durch TP508?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für TP508 (Chrysalin) sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
BPC-157
BPC-157 ist ein synthetisches Pentadekapeptid aus 15 Aminosäuren, das sich von einem im menschlichen Magensaft vorkommenden Schutzprotein ableitet und für seine regenerativen Eigenschaften bekannt ist.
TB-500
TB-500 ist ein synthetisches Fragment des körpereigenen Proteins Thymosin Beta-4 und wird für seine systemischen Heilungs- und Regenerationseigenschaften erforscht.
GHK-Cu
GHK-Cu ist ein Kupfer-Tripeptid, bei dem die drei Aminosäuren Glycin, Histidin und Lysin (GHK) ein Kupferion binden. Es kommt natürlich im menschlichen Körper vor, etwa in Blut, Speichel und Urin, und wird im Forschungskontext vor allem für seine Rolle bei Hautregeneration und Kollagenbildung untersucht.