Cerebrolysin
Cerebrolysin ist ein zugelassenes Neuropeptid-Gemisch aus Schweinegehirn, das in Deutschland und Österreich verschreibungspflichtig ist und bei vaskulärer Demenz und Schlaganfall-Rehabilitation eingesetzt wird.
Fachangaben
Auch bekannt als: FPF-1070, Cere
Standardisiertes Neuropeptid-Gemisch aus porzinem Hirngewebe (FPF-1070)
Quick Start Guide
IntramuskulärGrundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Cerebrolysin und wie wirkt es?
Cerebrolysin (FPF-1070) ist kein einzelnes Peptid, sondern ein standardisiertes Gemisch aus niedermolekularen Neuropeptiden und freien Aminosäuren aus porzinem (Schweine-)Hirngewebe. Hergestellt von EVER Pharma, ist Cerebrolysin in mehreren europäischen und asiatischen Ländern für vaskuläre Demenz und Schlaganfall-Rehabilitation als Arzneimittel zugelassen. In Deutschland und Österreich ist es verschreibungspflichtig, also legales Medikament mit ärztlicher Verordnung.
Cerebrolysin ist ein standardisiertes Gemisch niedermolekularer Neuropeptide und freier Aminosäuren aus porzinem Hirngewebe (EVER Pharma). In mehreren europäischen und asiatischen Ländern ist Cerebrolysin für vaskuläre Demenz und Schlaganfall-Rehabilitation zugelassen. In Deutschland und Österreich ist es verschreibungspflichtig, in der Schweiz befindet es sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungsweise
- Peptide ahmen BDNF, NGF und andere Neurotrophine nach oder aktivieren deren Signalwege
- Effekte auf Neuroplastizität und Synapsenbildung in Zell- und Tierstudien
- Reduktion von oxidativem Stress in Neuronen
- Halbwertszeit nicht präzise definiert (Peptidgemisch)
- Intramuskulär oder intravenös appliziert
Cerebrolysin-Peptide sollen BDNF, NGF und andere Neurotrophine nachahmen oder deren Signalwege aktivieren. In Tier- und Zellstudien wurden Effekte auf Neuroplastizität, Synapsenbildung und oxidativen Stress in Neuronen dokumentiert.
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „Neuroprotektive Mechanismen“ ist in Humanstudien belegt.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen und damit qualitätsgeprüft erhältlich.
Spricht dagegen
- In Teilen der DACH-Region befindet sich der Wirkstoff in einer rechtlichen Grauzone.
- Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Schwindel und Injektionsstellenreaktionen.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Klinisch zugelassen für neurologische Indikationen:
- Verbesserung kognitiver Symptome bei vaskulärer Demenz (klinische Zulassung)
- Schlaganfall-Rehabilitation, beschleunigte neurologische Erholung
- Alzheimer-Symptomlinderung in Studien beschrieben
- Verbesserung von Neuroplastizität in klinischen Beobachtungen
Neuroprotektive Mechanismen
Metaanalysen und RCTs zu vaskulärer Demenz und Schlaganfall zeigen gemischte Ergebnisse. Cochrane-Reviews dokumentieren methodische Einschränkungen. Mechanistisch gut untersuchtes Forschungsgebiet.
Dosierung und Anwendung
Klinisches Schema (nur mit ärztlicher Verschreibung in DE/AT):
- 10–30 ml täglich intravenös oder intramuskulär
- Kursbehandlung: 10–20 Infusionen, dann Pause
- Nicht als Selbstanwendung vorgesehen, intravenöse Verabreichung
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Klinisches Schema (DE/AT) | 10–30 ml/Tag | Täglich i.v./i.m., Kursbehandlung | Nur mit ärztlicher Verschreibung in DE/AT |
Anwendungsformen
- Intravenöse Infusion oder intramuskuläre Injektion
- Fertige Ampullen, keine Rekonstitution nötig
- Klinische Anwendung unter ärztlicher Aufsicht
- Kühlkettenpflichtig
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Cerebrolysin gilt als sehr gut verträglich:
- Gelegentlich Schwindel
- Injektions-/Infusionsstellen-Reaktionen
- Sehr selten: Hypersensitivitätsreaktionen (allergisch)
- Nicht in der Schwangerschaft/Stillzeit anwenden
Bekannte Nebenwirkungen
- •Sehr gut verträglich
- •Schwindel (gelegentlich)
- •Injektionsstellenreaktionen
- •Selten: Hypersensitivität
Kontraindikationen
- •Epilepsie (Vorsicht)
- •Niereninsuffizienz
- •Schwangerschaft/Stillzeit
Studienlage
Cerebrolysin hat eine sehr breite Publikationslage, Evidenzniveau B:
- ✅ Klinische Zulassung in mehreren Ländern für vaskuläre Demenz
- ✅ Mechanismus (Neurotrophika-Mimetikum) gut charakterisiert
- ⚠ Cochrane-Reviews: methodische Einschränkungen in vielen Studien, gemischte Ergebnisse
- ⚠ Keine EU-weite EMA-Zulassung für kognitive Indikationen
- ❌ Porzine Herkunft: theoretisches Prionenrisiko (in der Praxis als minimal eingestuft)
Research-Evidence-Practice Gaps in Post-stroke Neuro-recovery Pharmacological Therapies in Asia
HumanChiu HC, et al. (2026), Cerebrovascular diseases extra
Eine Umfrage bei asiatischen Neurologen zeigte Lücken bei Schlaganfall-Therapien. Cerebrolysin war in 1/3-1/2 der Länder verfügbar, aber Nutzung gering, v.a. ohne Leitlinienempfehlung. Weitere Studien wurden oft gewünsch…
PubMed →Cerebrolysin improves symptoms and delays progression in patients with Alzheimer's disease and vascular dementia
HumanAllegri RF, Guekht A (2012), Drugs of Today
Übersichtsarbeit: Cerebrolysin verbessert Symptome und verzögert Progression bei Alzheimer und vaskulärer Demenz. Evidenzsynthese klinischer Studien.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT: Verschreibungspflichtig, nur mit ärztlichem Rezept legal.
- 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel.
- 🏅 Nicht auf der WADA-Liste
- ⚠ EMA: keine EU-weite Zulassung für kognitive Indikationen
In DE und AT verschreibungspflichtig. In der Schweiz Graubereich. EMA: keine EU-weite Zulassung für kognitive Indikationen.
Peptidgemisch aus Schweinehirn. Nicht auf der WADA-Liste.
Häufige Fragen zu Cerebrolysin
Ist Cerebrolysin in Deutschland, Österreich und der Schweiz legal?
Ist Cerebrolysin in Deutschland legal?
Ist Cerebrolysin besser als synthetische Nootropika wie Semax?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Cerebrolysin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Semax
Semax ist ein russisches Nootropikum-Peptid, abgeleitet vom ACTH-Fragment 4-10. In der Forschung zeigt es kognitionsfördernde, neuroprotektive sowie antidepressive Eigenschaften.
Selank
Selank ist ein anxiolytisches (angstlösendes) Peptid, das vom körpereigenen Tuftsin abgeleitet ist und in Russland als Arzneimittel gegen Angststörungen und Stress zugelassen ist.
DSIP
Neuropeptid, das 1977 aus Kaninchenblut isoliert wurde. In der Forschung auf Schlafarchitektur und Stressachsen-Modulation untersucht. Limitierte Humanstudien.