Die Inhalte von PeptidWiki dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung, sind ausdrücklich keine Empfehlung und ersetzen keine medizinische Beratung.

Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

Inhalte werden mit Sorgfalt recherchiert, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität bereitgestellt.

Immunsystem

Thymalin

Thymalin ist ein aus Schweinsthymus gewonnenes Peptidgemisch, das in der russischen Bioregulations-Forschung seit 50 Jahren als Immunmodulator untersucht wird. Unabhängige Bestätigung dieser Forschung fehlt weitgehend.

VorklinischDE, AT, CH: Grauzone#68Rang 68 von 8033/100
AnwendungSubkutan (s.c.), Intramuskulär (i.m.)
Typische Dosis10–20 mg/Tag
HalbwertszeitNicht gut charakterisiert
PubMed-Studien242+
Fachangaben

Auch bekannt als: Timalin, Thymus-Extrakt, Cytomedine T

Heterogenes Thymus-Polypeptid-Extrakt (porzin)

Quick Start Guide

Intramuskulär
10 mg täglich
Wie oft
1× täglich
In den Muskel
Zeitpunkt
Morgens, konstante Tageszeit.
Wirkung ab wann
Messbare Immunveränderungen innerhalb von 7–10 Tagen (COVID-19-Studie)
Lagerung
Pulver bei 2–8 °C, angemischt bei 2–8 °C und innerhalb 7 Tagen aufbrauchen
5–10 Tage Anwendung, danach 4–6 Monate Pause.
Pause danach
4–6 Monate Pause zwischen Zyklen. In chronischen Indikationen 2× jährlich.
Subkutane Anwendung ist gleichwertig beschrieben, eigene Kurzwerte dazu fehlen. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Thymalin und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Thymalin ist kein einzelnes definiertes Peptid, sondern ein Gemisch aus kurzen Peptiden, das durch Extraktion aus Thymusdrüsen von Schweinen gewonnen wird. Der Thymus ist eine Drüse hinter dem Brustbein, in der im Kindesalter die T-Lymphozyten (Immunzellen) heranreifen. Im Erwachsenenalter schrumpft sie. Die Idee hinter Thymalin: Wenn man die Wirkstoffe des Thymus extrahiert und injiziert, könnte man die T-Zell-Immunfunktion verbessern. Die Forschung dazu stammt fast ausschließlich aus Sowjetzeiten und Russland, was die unabhängige Bewertung schwierig macht.

Thymalin ist ein Peptid-Extrakt aus Thymusdrüsen, der in der sowjetischen und russischen bioregulatorischen Medizin seit den 1970ern erforscht wird. Die Hauptforschergruppe um Vladimir Khavinson hat zahlreiche Studien publiziert. Der genaue molekulare Aufbau ist heterogen. Internationale Replikation ist begrenzt.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Laut russischer Forschungsliteratur: Modulation der T-Zell-Differenzierung und -Subpopulationen.
  • Beeinflusst möglicherweise die Thymulin-Produktion (ein anderes Thymus-Peptid).
  • In Seneszenz-Modellen: Normalisierung immunologischer Parameter bei alten Tieren.
  • Genaue molekulare Mechanismen: nicht durch unabhängige Studien charakterisiert.

Thymalin soll laut Forschungsliteratur die T-Zell-Differenzierung modulieren, die Thymulin-Produktion beeinflussen und immunologische Parameter in Seneszenz-Modellen normalisieren. Diese Effekte wurden hauptsächlich in Tiermodellen und Beobachtungsstudien aus der russischen Literatur dokumentiert.

Spricht dafür

  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.

Spricht dagegen

  • Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Ausschließlich russische Forschung, begrenzte externe Validierung:

  • T-Zell-Immunmodulation: normalisierte T-Zell-Subpopulationen in Tiermodellen und Beobachtungsstudien (Level C)
  • Geroprotektive Effekte: Lebensverlängerung in Tiermodellen (russische Studien)
  • Kombination mit Epithalon: in russischen Studien auf Langlebigkeitsmesswerte untersucht
Die methodische Qualität der russischen Studien entspricht nicht westlichen Standards für klinische Evidenz. Unabhängige Replikation fehlt weitgehend.

T-Zell-Immunmodulation

VorklinischHuman

Russische Studien berichten über normalisierte T-Zell-Subpopulationen. Methodische Qualität und unabhängige Replikation sind begrenzt.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Russische Forschungsprotokolle, kein international anerkanntes Schema:

  • 10 mg/Tag intramuskulär über 5–10 Tage (russisches Standardprotokoll)
  • Danach Pause von Wochen bis Monaten
  • Wiederholungszyklen je nach Protokoll
Kein für DACH anerkanntes Dosierungsschema. Kein zugelassenes Arzneimittel.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Forschungsprotokoll (russische Literatur)10 mg/TagTäglich i.m., 5–10 TageKein für Deutschland, Österreich und die Schweiz anerkanntes Schema
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Intramuskulär oder subkutan in Injektionsform
  • In Russland als Immunmodulator in Kliniken angewandt
  • In DACH: Forschungschemikalie, keine klinische Anwendung
  • Als Peptidgemisch: keine orale Bioverfügbarkeit zu erwarten
Subkutan (s.c.)Intramuskulär (i.m.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Sehr begrenzte westliche Sicherheitsdaten:

  • Injektionsstellenreaktionen (häufig bei i.m.-Gabe)
  • Theoretisches Risiko der Immunaktivierung bei Autoimmunerkrankungen
  • Als Tierextrakt: Risiko von Kontaminationen oder Pathogen-Übertragung
  • Keine unabhängig validierten Humanstudien zur Langzeitsicherheit
Thymalin als Tierextrakt birgt das Risiko von Qualitätsschwankungen und uncharakterisierten Inhaltsstoffen.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Injektionsstellenreaktionen
  • Sehr limitierte Sicherheitsdaten aus westlicher Forschung

Kontraindikationen

  • Autoimmunerkrankungen
  • Keine unabhängig validierten Sicherheitsdaten

Studienlage

Einfach erklärt

Überwiegend aus russischer Forschung. Evidenzlevel C:

  • ✅ Khavinson & Morozov 2002 (Adv Gerontol): Geroprotektive Effekte von Thymalin und Epithalamin in Tiermodellen
  • ⚠ Methodische Qualität der meisten Studien nicht mit westlichen RCT-Standards vergleichbar
  • ❌ Keine unabhängigen westlichen kontrollierten Humanstudien
  • ❌ Heterogenes Produkt: Zusammensetzung kann chargenabhängig variieren

Geroprotective effect of thymalin and epithalamin

Tier

Khavinson VK, Morozov VG (2002), Advances in Gerontology

Russische Studie zu geroprotektiven Effekten von Thymalin und Epithalamin auf Immunparameter. Begrenzte externe Validierung.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • Russland: als Immunmodulator registriert (Cytomedine-Reihe)
  • Kein WADA-Verbot, nicht auf der Dopingliste
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Nicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugelassen. In Russland als Immunmodulator registriert.

Im SportWADA: Erlaubt

Nicht auf der WADA-Liste. Russischer Thymus-Extrakt. Kein Wettkampfverbot bekannt.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Labormonitoring für Forschungszwecke

Kurzübersicht: Immun-Monitoring analog zu Thymosin Alpha-1: Blutbild mit Differenzial und CRP.

Zeitplan:Vor Beginn->Nach 4–8 Wochen
Essentiell
Großes Blutbild mit Differenzial

Thymalin ist ein Thymusfaktor: Lymphozyten-Veränderungen im Differenzialblutbild dienen als Monitoring-Parameter.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4–8 Wochen
Empfohlen
CRP

Systemisches Entzündungs-Monitoring.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4–8 WochenRichtwert: < 1 mg/l
Immunoglobuline
IgG, IgM, IgA

Humorales Immun-Monitoring.

Zeitpunkt: Baseline, nach 8 Wochen

Thymalin (Thymulin) ist hauptsächlich aus russischer Forschung bekannt. Sehr begrenzte westliche Humandaten.

Häufige Fragen zu Thymalin

Woher stammt die Thymalin-Forschung?
Thymalin wurde hauptsächlich in der Sowjetunion und Russland erforscht. Die Hauptveröffentlichungen stammen aus russischsprachigen Journals. Unabhängige westliche Replikation ist begrenzt.
Was ist der Unterschied zwischen Thymalin und Thymosin Alpha-1?
Grundlegend verschieden: Thymosin Alpha-1 ist ein einzelnes, strukturell klar definiertes 28-Aminosäuren-Peptid mit internationaler Forschungsliteratur und Zulassungen in über 30 Ländern (Zadaxin). Thymalin ist ein heterogenes Gemisch aus Thymusextrakten der russischen Bioregulations-Forschung ohne westliche Zulassungen. Ta1 ist wissenschaftlich deutlich besser charakterisiert.
Stammt die gesamte Thymalin-Forschung aus Russland?
Weitgehend ja. Die Hauptveröffentlichungen kommen von Khavinson und Morozov vom St. Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie. Unabhängige westliche Replikation ist kaum vorhanden, was die Bewertung der Evidenz erheblich erschwert.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Thymalin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite10–20 mg
niedrig · 10 mghoch · 20 mg
Frequenz: Täglich (10-Tage-Kur)
Im Dosierungsrechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema3 Phasen
Zyklus: 5–10 Tage Anwendung, danach 4–6 Monate Pause.
Tägliche Injektion über 5–10 Tage. Bei chronischer Indikation 2 Zyklen pro Jahr.
Zum Protokoll
Fact Sheet

Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent

Weiterlesen
Alle Peptide im Wiki →