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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Immunsystem

LL-37

LL-37 ist das einzige körpereigene antimikrobielle Peptid seiner Klasse beim Menschen, ein Frontlinie-Verteidiger des angeborenen Immunsystems, der auch als Immunsignal fungiert, aber klinisch noch nicht zugelassen ist.

VorklinischDE, AT, CH: Grauzone#22Rang 22 von 8062/100
AnwendungSubkutan (s.c.), Topisch
Typische Dosis0,05–0,4 mg/Tag
Halbwertszeit~1–2 Stunden (geschätzt)
PubMed-Studien2593+
Fachangaben

Auch bekannt als: CAP18, hCAP18 Fragment, Cathelicidin LL-37

LLGDFFRKSKEKIGKEFKRIVQRIKDFLRNLVPRTES (humanes Cathelicidin, 37 AS)

Quick Start Guide

Subkutan
0,05–0,4 mg täglich, individuelle Titration.
Wie oft
1× täglich
Unter die Haut, Injektionsstelle wechseln
Zeitpunkt
Tageszeitlich flexibel.
Wirkung ab wann
Immunwirkung nach 1–2 Wochen, volle Wirkung nach 4–8 Wochen
Lagerung
Pulver gefroren, angemischt bei 2–8 °C und innerhalb 30 Tagen aufbrauchen
8–12 Wochen, optional bis 16 Wochen, danach 4 Wochen Pause.
Pause danach
4 Wochen, erhält Rezeptor-Sensitivität und Immun-Homöostase
~1–2 Stunden (geschätzt)
Topische Anwendung wird in der Wundforschung untersucht, belastbare Kurzwerte fehlen (nur präklinische Daten). Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist LL-37 und wie wirkt es?

Einfach erklärt

LL-37 ist ein 37-Aminosäuren-Peptid, das dein Körper selbst produziert, in Neutrophilen (weißen Blutkörperchen), Monozyten, NK-Zellen und Epithelzellen. Es gehört zur Familie der Cathelicidine und ist das einzige bekannte humane Vertreter dieser Klasse. LL-37 ist quasi ein eingebautes Antibiotikum: Es attackiert direkt Bakterienmembranen und zerreißt sie. Zusätzlich fungiert es als Signalmolekül, das andere Immunzellen herbeiruft und koordiniert. In der Forschung steht es als Kandidat für neue Antibiotika-Strategien im Fokus, ist aber als Therapeutikum noch nicht zugelassen.

LL-37 ist ein 37-Aminosäure-kationisches Peptid, das einzige identifizierte humane Cathelicidin. Es wird aus dem Vorläuferprotein hCAP18 durch Protease-Spaltung generiert und von Neutrophilen, Monozyten, NK-Zellen und Epithelzellen exprimiert. In der Forschung steht es im Fokus als endogenes antimikrobielles Peptid und Signalmolekül des angeborenen Immunsystems.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Direkte Membranlyse: LL-37 ist kationisch (positiv geladen) und wird von negativ geladenen Bakterienmembranen angezogen, dort bildet es Löcher und zerstört die Membranintegrität.
  • TLR-4-Ligand: Bindet an Toll-like Receptor 4 auf Immunzellen und moduliert die angeborene Immunantwort.
  • Chemotaxis: Rekrutiert Neutrophile und Monozyten zum Infektionsherd.
  • EGF-Rezeptor-Agonismus: Stimuliert Epithelzellproliferation, relevant für Wundheilung.
  • Doppelte Rolle: LL-37 kann sowohl entzündungsfördernd (bei Infektion) als auch entzündungshemmend (bei Autoimmunität) wirken, kontextabhängig.

LL-37 interagiert direkt mit mikrobiellen Membranphospholipiden und destabilisiert Bakterienmembranen. Als Signalmolekül bindet es an TLR-4, FPRL1 und EGF-Rezeptor. In Zellstudien wurden Effekte auf Chemotaxis, Angiogenese-Signalwege und Immunzellrekrutierung dokumentiert.

Spricht dafür

  • Die Anwendung ist vergleichsweise einfach, da der Wirkstoff äußerlich aufgetragen werden kann.
  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.

Spricht dagegen

  • Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Gut belegte präklinische, begrenzte klinische Hinweise:

  • Antimikrobielle Aktivität gegen Gram-positive und Gram-negative Bakterien sowie Viren und Pilze (In vitro Level A)
  • Wundheilung: Fördert Keratinozyten-Migration und -Proliferation (Tiermodell, Level C)
  • Immunmodulation: Aktiviert/moduliert angeborene Immunantwort (Tier, Level C)
In hohen Konzentrationen ist LL-37 zytotoxisch, es unterscheidet nur bedingt zwischen Bakterien- und menschlichen Zellmembranen. Systemische Sicherheit beim Menschen ist nicht charakterisiert.

Antimikrobielle Aktivität

VorklinischTier

Umfangreiche In-vitro-Studien belegen Aktivität gegen gram-positive und gram-negative Bakterien. In-vivo-Tiermodelle zeigen Effekte auf Infektionsverläufe. Humanstudien für systemische Anwendung fehlen.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Keine klinisch validierten Dosierungen beim Menschen:

  • Topisch in Wundforschung: Mikrogramm-Konzentrationen (< 0,001 mg) in Gel oder Lösung
  • Subkutan bei Selbstanwendern: 0,05–0,4 mg/Tag, ohne klinische Grundlage
  • Systemische Dosierungen beim Menschen: unerforscht und potentiell riskant wegen Zytotoxizität
LL-37 kann in hohen Konzentrationen körpereigene Zellen schädigen. Systemische Anwendung ohne klinische Daten ist hochriskant.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Topische WundforschungVariabel (Mikrogramm-Bereich)VariabelNur präklinische Protokolle
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Topisch: In Wundpflegerforschung auf lokale Applikation ausgerichtet
  • Subkutan: In Selbstexperimenten, ohne Evidenzbasis
  • Klinisch etabliert: keine Anwendungsform
  • Eigentlich: im Körper endogen produziert, exogene Zufuhr ist keine physiologische Route
Subkutan (s.c.)Topisch

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Erhebliche Sicherheitsbedenken bei systemischer Anwendung:

  • In vitro zytotoxisch bei hohen Konzentrationen, greift auch menschliche Zellmembranen an
  • Kann Immunreaktionen auslösen oder verstärken, problematisch bei Autoimmunerkrankungen
  • Systemische Sicherheit beim Menschen: nicht untersucht
  • Bekannte Hauterkrankungen (Rosazea, Psoriasis) gehen mit LL-37-Dysregulation einher, exogene Zufuhr könnte verschlimmern
LL-37 ist ein potentes Immunsignal. Systemische Selbstanwendung ohne klinische Daten hat ein unkalkulierbares Risikoprofil.

Bekannte Nebenwirkungen

  • In hohen In-vitro-Konzentrationen zytotoxisch
  • Systemische Sicherheit beim Menschen nicht charakterisiert

Kontraindikationen

  • Autoimmunerkrankungen (mögliche Immunaktivierung)
  • Keine Humansicherheitsdaten für systemische Anwendung

Studienlage

Einfach erklärt

Sehr gut erforschtes endogenes Peptid, aber klinische Therapiestudien fehlen. Evidenzlevel C:

  • ✅ Dürr et al. 2006 (BBA): Umfassende Charakterisierung als einziges humanes Cathelicidin
  • ✅ Zahlreiche In-vitro-Studien belegen breite antimikrobielle Aktivität
  • ⚠ Klinische Studien mit exogenem LL-37 als Therapeutikum: sehr begrenzt
  • ❌ Keine kontrollierten Studien zur systemischen Humanapplikation

Scalp Rosacea: Current Evidence

Human

Olvera-Rodríguez V, et al. (2026), Dermatology and therapy

LL-37-getriebene Entzündungen durch Keratinozytenaktivierung werden als Faktor bei der Pathogenese der Kopfhautrosazea untersucht, die Makrophagenaktivierung, Vasodilatation und angiogene Signalübertragung fördert.

PubMed →

Melanoma exosomal hsa-miR-221-5p suppresses keratinocyte LL-37 to promote tumor progression

Human

Sun Q, et al. (2026), Cell reports

Melanom-Exosomen, die hsa-miR-221-5p enthalten, unterdrücken LL-37 in Keratinozyten, was die Tumorprogression fördern kann. Keratinozyten-LL-37 zeigte hingegen das Potenzial, Melanomwachstum zu hemmen und die…

PubMed →

LL-37 inhibits osteosarcoma progression by suppressing SQLE-mediated cholesterol synthesis via the PTEN/AKT/mTOR pathway

Tier

Lu F, et al. (2026), Journal of bone oncology

LL-37 hemmte in vitro und im Tiermodell das Wachstum von Osteosarkom-Zellen. Es unterdrückt die Cholesterinsynthese über den PTEN/AKT/mTOR-Signalweg und induziert dualen Zelltod. Ein vielversprechender Kandidat.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • Kein WADA-Verbot, nicht auf der Dopingliste
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Nicht als Arzneimittel zugelassen. Kein WADA-Status. RUO in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im SportWADA: Erlaubt

Antimikrobielles Peptid. Nicht auf der WADA-Liste.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Labormonitoring für Forschungszwecke

Kurzübersicht: Antimikrobielles Peptid mit starker Immunmodulation, deshalb dienen Immun-Panel plus Leberwerte als Sicherheits-Monitoring.

Zeitplan:Vor Beginn->Nach 4 Wochen
Essentiell
Großes Blutbild mit Differenzial

LL-37 hat starke antimikrobielle und immunmodulierende Wirkung. Hämatologische Kontrolle als Frühwarnsystem.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4 Wochen
CRP

LL-37 moduliert NF-κB und Entzündungssignalwege: CRP dient als systemischer Entzündungsmarker.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4 WochenRichtwert: < 1 mg/l
Empfohlen
Immunoglobuline
IgG, IgM, IgA

Immunaktivitäts-Dokumentation bei Immunmodulation.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4 Wochen
Leberwerte
ALT, AST, GGT

LL-37 kann in höheren Konzentrationen zytotoxisch sein, damit dienen Leberwerte als Sicherheitsparameter.

Zeitpunkt: Baseline, nach 4 Wochen

LL-37 ist ein endogenes antimikrobielles Peptid mit wenigen Humandaten in Forschungsprotokollen. Monitoring besonders wichtig.

Häufige Fragen zu LL-37

Kommt LL-37 natürlich im Körper vor?
Ja. LL-37 ist ein endogenes humanes Peptid der angeborenen Immunantwort. Forschungen zeigen veränderte LL-37-Spiegel bei verschiedenen Erkrankungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass exogene Supplementierung gleiche Effekte hätte.
Wofür wird LL-37 erforscht?
LL-37 wird vor allem für seine antimikrobiellen und immunmodulierenden Eigenschaften untersucht, etwa im Kontext von Wundheilung und Infektabwehr. Die Datenlage stammt überwiegend aus Zell- und Tiermodellen. Belastbare Humanstudien sind begrenzt.
Ist LL-37 zugelassen?
Nein. LL-37 ist in der DACH-Region nicht als Arzneimittel zugelassen und gilt als Forschungssubstanz. Eine Anwendung am Menschen ist nicht durch klinische Zulassungsdaten gedeckt.
Produziert mein Körper LL-37 von selbst?
Ja. LL-37 ist ein endogenes Peptid des angeborenen Immunsystems, das von verschiedenen Zelltypen produziert wird. Die Spiegel steigen bei Infektionen und Entzündungen an und sinken bei bestimmten Erkrankungen (z. B. atopische Dermatitis, wo zu wenig LL-37 produziert wird). Das macht das Peptid interessant, aber es bedeutet nicht, dass exogene Zufuhr die gleichen Effekte hat.
Warum ist LL-37 noch kein Arzneimittel?
Hauptproblem: Zytotoxizität. LL-37 ist nicht selektiv genug, es greift auch menschliche Zellen an, besonders bei hohen Konzentrationen. Die Herausforderung ist, es gezielt ans Zielgewebe zu bringen, ohne systemische Toxizität. Daran arbeiten Forscher mit stabilisierten Analoga und Nanopartikeln, klinische Zulassung ist aber noch weit entfernt.
Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für LL-37 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,05–0,4 mg
niedrig · 0,05 mghoch · 0,4 mg
Frequenz: Täglich
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration1,67 mg/ml
Abzug3 U
020406080100U3.00 U0.030 ml
5 mg Vial + 3 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,05 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema4 Phasen
Zyklus: 8–12 Wochen, optional bis 16 Wochen, danach 4 Wochen Pause.
Tägliche subkutane Injektion über 8–12 Wochen, optional bis 16 Wochen.
Zum Protokoll
Fact Sheet

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