LL-37
LL-37 ist das einzige körpereigene antimikrobielle Peptid seiner Klasse beim Menschen, ein Frontlinie-Verteidiger des angeborenen Immunsystems, der auch als Immunsignal fungiert, aber klinisch noch nicht zugelassen ist.
Fachangaben
Auch bekannt als: CAP18, hCAP18 Fragment, Cathelicidin LL-37
LLGDFFRKSKEKIGKEFKRIVQRIKDFLRNLVPRTES (humanes Cathelicidin, 37 AS)
Quick Start Guide
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Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist LL-37 und wie wirkt es?
LL-37 ist ein 37-Aminosäuren-Peptid, das dein Körper selbst produziert, in Neutrophilen (weißen Blutkörperchen), Monozyten, NK-Zellen und Epithelzellen. Es gehört zur Familie der Cathelicidine und ist das einzige bekannte humane Vertreter dieser Klasse. LL-37 ist quasi ein eingebautes Antibiotikum: Es attackiert direkt Bakterienmembranen und zerreißt sie. Zusätzlich fungiert es als Signalmolekül, das andere Immunzellen herbeiruft und koordiniert. In der Forschung steht es als Kandidat für neue Antibiotika-Strategien im Fokus, ist aber als Therapeutikum noch nicht zugelassen.
LL-37 ist ein 37-Aminosäure-kationisches Peptid, das einzige identifizierte humane Cathelicidin. Es wird aus dem Vorläuferprotein hCAP18 durch Protease-Spaltung generiert und von Neutrophilen, Monozyten, NK-Zellen und Epithelzellen exprimiert. In der Forschung steht es im Fokus als endogenes antimikrobielles Peptid und Signalmolekül des angeborenen Immunsystems.
Wirkungsweise
- Direkte Membranlyse: LL-37 ist kationisch (positiv geladen) und wird von negativ geladenen Bakterienmembranen angezogen, dort bildet es Löcher und zerstört die Membranintegrität.
- TLR-4-Ligand: Bindet an Toll-like Receptor 4 auf Immunzellen und moduliert die angeborene Immunantwort.
- Chemotaxis: Rekrutiert Neutrophile und Monozyten zum Infektionsherd.
- EGF-Rezeptor-Agonismus: Stimuliert Epithelzellproliferation, relevant für Wundheilung.
- Doppelte Rolle: LL-37 kann sowohl entzündungsfördernd (bei Infektion) als auch entzündungshemmend (bei Autoimmunität) wirken, kontextabhängig.
LL-37 interagiert direkt mit mikrobiellen Membranphospholipiden und destabilisiert Bakterienmembranen. Als Signalmolekül bindet es an TLR-4, FPRL1 und EGF-Rezeptor. In Zellstudien wurden Effekte auf Chemotaxis, Angiogenese-Signalwege und Immunzellrekrutierung dokumentiert.
Spricht dafür
- Die Anwendung ist vergleichsweise einfach, da der Wirkstoff äußerlich aufgetragen werden kann.
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Gut belegte präklinische, begrenzte klinische Hinweise:
- Antimikrobielle Aktivität gegen Gram-positive und Gram-negative Bakterien sowie Viren und Pilze (In vitro Level A)
- Wundheilung: Fördert Keratinozyten-Migration und -Proliferation (Tiermodell, Level C)
- Immunmodulation: Aktiviert/moduliert angeborene Immunantwort (Tier, Level C)
Antimikrobielle Aktivität
Umfangreiche In-vitro-Studien belegen Aktivität gegen gram-positive und gram-negative Bakterien. In-vivo-Tiermodelle zeigen Effekte auf Infektionsverläufe. Humanstudien für systemische Anwendung fehlen.
Dosierung und Anwendung
Keine klinisch validierten Dosierungen beim Menschen:
- Topisch in Wundforschung: Mikrogramm-Konzentrationen (< 0,001 mg) in Gel oder Lösung
- Subkutan bei Selbstanwendern: 0,05–0,4 mg/Tag, ohne klinische Grundlage
- Systemische Dosierungen beim Menschen: unerforscht und potentiell riskant wegen Zytotoxizität
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Topische Wundforschung | Variabel (Mikrogramm-Bereich) | Variabel | Nur präklinische Protokolle |
Anwendungsformen
- Topisch: In Wundpflegerforschung auf lokale Applikation ausgerichtet
- Subkutan: In Selbstexperimenten, ohne Evidenzbasis
- Klinisch etabliert: keine Anwendungsform
- Eigentlich: im Körper endogen produziert, exogene Zufuhr ist keine physiologische Route
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Erhebliche Sicherheitsbedenken bei systemischer Anwendung:
- In vitro zytotoxisch bei hohen Konzentrationen, greift auch menschliche Zellmembranen an
- Kann Immunreaktionen auslösen oder verstärken, problematisch bei Autoimmunerkrankungen
- Systemische Sicherheit beim Menschen: nicht untersucht
- Bekannte Hauterkrankungen (Rosazea, Psoriasis) gehen mit LL-37-Dysregulation einher, exogene Zufuhr könnte verschlimmern
Bekannte Nebenwirkungen
- •In hohen In-vitro-Konzentrationen zytotoxisch
- •Systemische Sicherheit beim Menschen nicht charakterisiert
Kontraindikationen
- •Autoimmunerkrankungen (mögliche Immunaktivierung)
- •Keine Humansicherheitsdaten für systemische Anwendung
Studienlage
Sehr gut erforschtes endogenes Peptid, aber klinische Therapiestudien fehlen. Evidenzlevel C:
- ✅ Dürr et al. 2006 (BBA): Umfassende Charakterisierung als einziges humanes Cathelicidin
- ✅ Zahlreiche In-vitro-Studien belegen breite antimikrobielle Aktivität
- ⚠ Klinische Studien mit exogenem LL-37 als Therapeutikum: sehr begrenzt
- ❌ Keine kontrollierten Studien zur systemischen Humanapplikation
Scalp Rosacea: Current Evidence
HumanOlvera-Rodríguez V, et al. (2026), Dermatology and therapy
LL-37-getriebene Entzündungen durch Keratinozytenaktivierung werden als Faktor bei der Pathogenese der Kopfhautrosazea untersucht, die Makrophagenaktivierung, Vasodilatation und angiogene Signalübertragung fördert.
PubMed →Melanoma exosomal hsa-miR-221-5p suppresses keratinocyte LL-37 to promote tumor progression
HumanSun Q, et al. (2026), Cell reports
Melanom-Exosomen, die hsa-miR-221-5p enthalten, unterdrücken LL-37 in Keratinozyten, was die Tumorprogression fördern kann. Keratinozyten-LL-37 zeigte hingegen das Potenzial, Melanomwachstum zu hemmen und die…
PubMed →LL-37 inhibits osteosarcoma progression by suppressing SQLE-mediated cholesterol synthesis via the PTEN/AKT/mTOR pathway
TierLu F, et al. (2026), Journal of bone oncology
LL-37 hemmte in vitro und im Tiermodell das Wachstum von Osteosarkom-Zellen. Es unterdrückt die Cholesterinsynthese über den PTEN/AKT/mTOR-Signalweg und induziert dualen Zelltod. Ein vielversprechender Kandidat.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- Kein WADA-Verbot, nicht auf der Dopingliste
Nicht als Arzneimittel zugelassen. Kein WADA-Status. RUO in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Antimikrobielles Peptid. Nicht auf der WADA-Liste.
Labormonitoring für Forschungszwecke
Kurzübersicht: Antimikrobielles Peptid mit starker Immunmodulation, deshalb dienen Immun-Panel plus Leberwerte als Sicherheits-Monitoring.
LL-37 hat starke antimikrobielle und immunmodulierende Wirkung. Hämatologische Kontrolle als Frühwarnsystem.
LL-37 moduliert NF-κB und Entzündungssignalwege: CRP dient als systemischer Entzündungsmarker.
Immunaktivitäts-Dokumentation bei Immunmodulation.
LL-37 kann in höheren Konzentrationen zytotoxisch sein, damit dienen Leberwerte als Sicherheitsparameter.
LL-37 ist ein endogenes antimikrobielles Peptid mit wenigen Humandaten in Forschungsprotokollen. Monitoring besonders wichtig.
Häufige Fragen zu LL-37
Kommt LL-37 natürlich im Körper vor?
Wofür wird LL-37 erforscht?
Ist LL-37 zugelassen?
Produziert mein Körper LL-37 von selbst?
Warum ist LL-37 noch kein Arzneimittel?
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für LL-37 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
KPV
Tripeptid (C-terminales Fragment von alpha-MSH). In Zellstudien auf antiinflammatorische Signalwege untersucht. Oral und topisch erforscht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht zugelassen.
Thymalin
Aus Thymusdrüse extrahiertes Peptid-Gemisch. Hauptsächlich in russischer Forschungsliteratur untersucht. Immunmodulatorisches Potenzial in Tiermodellen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Graubereich.
Thymosin Alpha-1
Zadaxin
Natürlich vorkommendes Thymus-Peptid mit immunmodulatorischen Eigenschaften. Als Zadaxin in über 30 Ländern (nicht in der EU, Deutschland, Österreich oder der Schweiz) zugelassen. Strukturell klar definiert, solide Forschungsbasis.