KPV
KPV ist ein winziges Drei-Aminosäuren-Fragment von alpha-MSH, das in Zell- und Tiermodellen entzündungshemmend wirkt, aber beim Menschen noch keinerlei klinische Evidenz hat.
Fachangaben
Auch bekannt als: alpha-MSH(11-13), KPV Tripeptid
Lys-Pro-Val (alpha-MSH C-terminales Tripeptid)
Quick Start Guide
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Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist KPV und wie wirkt es?
KPV steht für Lys-Pro-Val, drei Aminosäuren, die das C-terminale Ende von alpha-MSH bilden, einem körpereigenen Hormon, das unter anderem Entzündungen dämpft. Forscher haben dieses winzige Fragment isoliert und untersucht, ob es allein die anti-entzündliche Wirkung von alpha-MSH reproduzieren kann. Vorteil: Ein Tripeptid ist billig herzustellen und kann theoretisch oral eingenommen werden, weil es so klein ist. Nachteil: Beim Menschen wurde noch nichts in kontrollierten Studien gezeigt. KPV befindet sich damit in einer sehr frühen Forschungsphase.
KPV ist ein Tripeptid (Lys-Pro-Val), das C-terminale Ende von alpha-MSH (AS 11–13). Es wird als potenzielle kleinmolekulare Alternative zu alpha-MSH untersucht. Zellstudien deuten auf Interaktionen mit NF-kB-Signalwegen hin. Forschungsschwerpunkte: Entzündungsbiologie und Darmepithel-Modelle.
Wirkungsweise
- In Zellkulturexperimenten hemmt KPV den NF-κB-Signalweg, einen zentralen Schalter, der Entzündungsreaktionen auslöst.
- In Makrophagen-Modellen wurden reduzierte Spiegel von IL-1β und TNF-α (Entzündungsbotenstoffe) beobachtet.
- In Darmzell-Modellen wurden Effekte auf Tight Junctions (die Barriere zwischen Darm und Blut) beschrieben.
- Alle diese Erkenntnisse stammen aus Zellkultur oder Tiermodellen, nicht aus menschlichen klinischen Studien.
KPV soll laut Zellkulturexperimenten die NF-kB-Aktivierung hemmen und proinflammatorische Zytokin-Expression (IL-1beta, TNF-alpha) in Makrophagen-Modellen reduzieren. In Darmzell-Modellen wurden Effekte auf tight junction-Proteine beobachtet. Diese Erkenntnisse stammen überwiegend aus In-vitro-Systemen.
Spricht dafür
- Die Anwendung ist vergleichsweise einfach, da der Wirkstoff oral eingenommen werden kann.
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Präklinische (nicht-humane) Daten deuten auf folgende Bereiche hin:
- Anti-entzündliche Wirkung in Makrophagen- und Tiermodellen (Level C, nur Tier)
- Mögliche Effekte auf Darmbarriere-Funktion (Tight Junctions) in Zellmodellen
- Kolitismodelle (Tiermodell): reduzierte Entzündungszeichen
Entzündungsbiologie (In vitro)
Zellstudien zeigen NF-kB-Hemmung in Makrophagen-Modellen. In-vivo-Tiermodelle zeigen Effekte auf experimentelle Kolitismodelle. Humanstudien fehlen.
Dosierung und Anwendung
In Tiermodellen verwendete Protokolle (kein Humanstandard):
- Präklinisch: ~1 mg/kg Körpergewicht in Tiermodellen
- Anwender berichten von 0,2–0,5 mg/Tag oral oder subkutan, ohne klinische Grundlage
- Es gibt keine validierten Humandosierungen
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Präklinisches Forschungsprotokoll | 1 mg/kg | Variabel | Nur Tiermodelle |
Anwendungsformen
- Oral: Theoretisch möglich wegen der geringen Größe des Tripeptids
- Subkutan: Injektion in Forschungsprotokollen
- Topisch: In einigen Hautforschungsmodellen untersucht
- Klinisch etablierte Anwendungsform: keine
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Das Sicherheitsprofil beim Menschen ist weitgehend unbekannt.
- In Tiermodellen gut verträglich, aber das bedeutet nicht automatisch Sicherheit beim Menschen
- Keine Humansicherheitsdaten aus kontrollierten Studien
- Theoretisch: Immunmodulation kann bei Autoimmunerkrankungen problematisch sein
Bekannte Nebenwirkungen
- •Keine ausreichenden Humanstudien
- •In Tiermodellen gut verträglich
- •Sicherheitsprofil beim Menschen unbekannt
Kontraindikationen
- •Fehlende Humandaten
Studienlage
Ausschließlich präklinische Forschung. Evidenzlevel C:
- ✅ Getting et al. 2003 (J Pharmacol Exp Ther): KPV hemmt NF-κB und Entzündungsmarker in Tiermodellen
- ✅ Kannengiesser et al. 2008: Effekte auf experimentelle Kolitis in Mäusen nach oraler Gabe
- ❌ Keine kontrollierten Humanstudien
- ⚠ Alle Humanextrapolationen sind spekulativ
Dissection of the anti-inflammatory effect of the core and C-terminal (KPV) alpha-melanocyte-stimulating hormone peptides
TierGetting SJ, et al. (2003), Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics
Tiermodell-Studie: KPV-Tripeptid hemmt Entzündungsmarker und NF-kB-Signalwege vergleichbar zu alpha-MSH.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- Kein WADA-Verbot, nicht auf der Dopingliste
Nicht zugelassen. Kein WADA-Status. Ausschließlich Grundlagenforschung.
MSH-Tripeptid-Fragment. Nicht auf der WADA-Liste.
Labormonitoring für Forschungszwecke
Kurzübersicht: CRP und Calprotectin (Stuhltest) als spezifische Entzündungsmarker bei GI-fokussierten Protokollen.
KPV ist ein MC1R-Agonist mit entzündungshemmenden Eigenschaften. CRP als systemischer Entzündungsmarker.
Spezifischer Entzündungsmarker für den Gastrointestinaltrakt (bei Darmprotokollen relevanter als CRP).
Allgemeines Sicherheitsmonitoring.
KPV ist ein MSH-Tripeptid mit begrenzten Humandaten. Monitoring im Forschungskontext.
Häufige Fragen zu KPV
Kann KPV oral eingenommen werden?
Ist KPV dasselbe wie BPC-157 für den Darm?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für KPV sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
BPC-157
BPC-157 ist ein synthetisches Pentadekapeptid aus 15 Aminosäuren, das sich von einem im menschlichen Magensaft vorkommenden Schutzprotein ableitet und für seine regenerativen Eigenschaften bekannt ist.
LL-37
Einziges bekanntes humanes Cathelicidin-Peptid. In der Forschung auf antimikrobielle und immunmodulatorische Eigenschaften untersucht. Endogen in Neutrophilen und Epithelzellen exprimiert.
Thymalin
Aus Thymusdrüse extrahiertes Peptid-Gemisch. Hauptsächlich in russischer Forschungsliteratur untersucht. Immunmodulatorisches Potenzial in Tiermodellen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Graubereich.