Apelin
Apelin ist ein körpereigenes Peptid, das das Herz kräftiger schlagen lässt und die Gefäße weitet. Erforscht wird es vor allem bei Herzschwäche. Im Blut zerfällt es innerhalb von Minuten, deshalb arbeitet die Forschung an stabileren Nachbauten.
Fachangaben
Auch bekannt als: Apelin-13, Apelin-36, Pyr-1-Apelin-13
Endogener Ligand des APJ-Rezeptors (Apelin-Peptidfamilie)
Auf einen Blick
Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Apelin und wie wirkt es?
Apelin ist ein kurzes körpereigenes Peptid und der natürliche Schlüssel zu einem Schloss namens APJ-Rezeptor. Der Körper stellt es in mehreren Längen her, die gebräuchlichste trägt 13 Bausteine und heißt entsprechend Apelin-13. Gebildet wird es unter anderem im Herzen, in Gefäßwänden, im Fettgewebe und im Gehirn. Das Besondere daran: Apelin steigert die Kraft des Herzschlags, ohne den Sauerstoffbedarf stark zu erhöhen. Genau das macht es für die Herzforschung interessant.
Apelin ist ein körpereigenes Peptid, das in mehreren Längen vorkommt, unter anderem als Apelin-13 und Apelin-36. Gemeinsam mit dem verwandten Peptid ELABELA bildet es das apelinerge System, das über den APJ-Rezeptor wirkt. Dieses System reguliert Gefäßtonus, Herzkraft, Flüssigkeitshaushalt und Stoffwechsel. Besonders bei Herzinsuffizienz wird der Apelin-Signalweg als therapeutisches Ziel untersucht. Native Apelin-Peptide werden im Körper sehr schnell abgebaut, weshalb stabilere Analoga entwickelt werden. Apelin ist in der DACH-Region nicht als Arzneimittel zugelassen.
Wirkungsweise
Alles läuft über den APJ-Rezeptor, der an mehreren Stellen im Körper sitzt:
- Auf Herzmuskelzellen verstärkt Apelin die Kontraktion, das Herz pumpt kräftiger.
- In den Gefäßwänden sorgt es für eine Weitstellung, das Herz pumpt dadurch gegen weniger Widerstand.
- In Muskel- und Fettgewebe greift es in die Aufnahme von Zucker ein.
- Enzyme im Blut zerlegen das Peptid innerhalb von Minuten wieder.
Apelin bindet an den G-Protein-gekoppelten APJ-Rezeptor. Am Herzen wirkt es positiv inotrop, es steigert also die Kontraktionskraft, ohne den Sauerstoffbedarf stark zu erhöhen. An den Gefäßen fördert es überwiegend eine Weitstellung und senkt so die Nachlast. Im Stoffwechsel verbessert Apelin die Insulinsensitivität und die Glukoseaufnahme und beeinflusst den Energiehaushalt. Die sehr kurze Halbwertszeit der nativen Peptide begrenzt bislang die therapeutische Nutzung.
Spricht dafür
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Die Befunde stammen aus frühen Studien am Menschen und aus Tiermodellen (Evidenzgrad C):
- In Infusionsstudien am Menschen stiegen die Kontraktionskraft des Herzens und das Herzzeitvolumen.
- Der Sauerstoffbedarf des Herzens nahm dabei nicht stark zu, was Apelin von klassischen herzkraftsteigernden Mitteln unterscheidet.
- Die Gefäße stellten sich weit, die Belastung des Herzens sank.
- In Tiermodellen verbesserten sich Insulinsensitivität und Glukoseaufnahme.
Positive Herzkraft (Inotropie)
In frühen Studien am Menschen steigerte eine Apelin-Infusion die Herzkontraktionskraft und den Herzzeitvolumen, ohne den Sauerstoffbedarf stark zu erhöhen.
PubMed-Quelle →Gefäßerweiterung
Apelin fördert über den APJ-Rezeptor eine Weitstellung der Gefäße und kann so die Nachlast des Herzens senken. Beobachtet in Gefäß- und Infusionsstudien.
Stoffwechselwirkung
In Tiermodellen verbesserte Apelin die Insulinsensitivität und die Glukoseaufnahme in Muskel und Fettgewebe. Humandaten hierzu sind begrenzt.
Dosierung und Anwendung
Eine Anwendungsdosis außerhalb der Forschung existiert nicht:
- Am Menschen wurde Apelin bisher als kurzzeitige Infusion in die Vene untersucht.
- Die Gaben dauerten unter Studienbedingungen Minuten bis wenige Stunden.
- Für eine dauerhafte Anwendung fehlt bislang eine geeignete Form.
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Keine Dosierungsdaten verfügbar | |||
Anwendungsformen
- In Studien ausschließlich als Infusion in die Vene.
- Eine Spritze unter die Haut wäre wenig sinnvoll, weil das Peptid in Minuten zerfällt.
- Die Forschung arbeitet deshalb an stabileren Analoga und an nicht-peptidischen Wirkstoffen für denselben Rezeptor.
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Untersucht wurde bisher nur die kurzzeitige Gabe unter Studienbedingungen:
- Durch die Gefäßerweiterung kann der Blutdruck abfallen.
- Zusammen mit blutdrucksenkenden Medikamenten ist eine additive Wirkung möglich.
- Zur Langzeitsicherheit liegen keine Daten vor.
Bekannte Nebenwirkungen
- •Beim Menschen nur kurzzeitig unter Studienbedingungen untersucht
- •Möglicher Blutdruckabfall durch Gefäßerweiterung
- •Langzeitsicherheit unbekannt
Kontraindikationen
- •Keine Anwendung außerhalb der Forschung
- •Fehlende Langzeit-Sicherheitsdaten
Studienlage
Die Grundlagen sind gut beschrieben, klinische Belege stehen aber aus (Evidenzgrad C):
- ✅ Übersichtsarbeit von 2025 zum Apelin-ELABELA-APJ-System und seiner Rolle für Gefäßtonus, Herzkraft und Stoffwechsel.
- ✅ Übersichtsarbeit von 2015 zum Apelin-Signalweg als therapeutisches Ziel und zur Hürde der kurzen Halbwertszeit.
- ✅ Frühe Infusionsstudien am Menschen mit messbarer Wirkung auf Herzkraft und Gefäße.
- ⚠ Größere kontrollierte Studien mit klinischen Endpunkten fehlen.
Differential Biventricular Strain Recovery With Selective Fibrosis Biomarker Regression After Sleeve Gastrectomy: A Prospective CMR Feature-Tracking Study
HumanAkarsu H, et al. (2026), Obesity surgery
Eine Humanstudie mit 32 Patienten nach Adipositas-OP zeigte, dass Apelin-Spiegel im Gegensatz zu anderen Fibrose-Biomarkern im ersten Jahr unverändert blieben.
PubMed →Suppressed brain-derived neurotrophic factor response to 6 min walking exercise in mild cognitive impairment
HumanKang MC, et al. (2026), Brain, behavior, and immunity
Die Studie untersuchte Myokine bei älteren Erwachsenen mit und ohne leichte kognitive Beeinträchtigung. Apelin zeigte eine erhöhte Plasmakonzentration nach einem 6-minütigen Gehtest.
PubMed →Research trends and frontiers of the Apelin system in kidney diseases: a multi-database bibliometric analysis and cross-validation study
HumanLi L, et al. (2026), International urology and nephrology
Diese bibliometrische Analyse untersucht Forschungstrends zum Apelin-System bei Nierenerkrankungen (akut, diabetisch, chronisch). Studien fokussieren auf Entzündung, Apoptose, oxidativen Stress und Fibrose.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone. Nicht als Arzneimittel zugelassen, der Vertrieb erfolgt als Forschungssubstanz (RUO).
- 🏅 WADA: nicht namentlich auf der Verbotsliste 2026. Wegen der herzkreislaufaktiven Wirkung ist eine künftige Bewertung nicht auszuschließen.
Apelin ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht als Arzneimittel zugelassen (Stand 2026). Die Forschung befindet sich überwiegend im präklinischen Stadium und in frühen klinischen Untersuchungen, meist mit stabileren Analoga oder nicht-peptidischen APJ-Agonisten. Frei gehandelte Apelin-Präparate gelten als Forschungssubstanz (RUO).
Apelin ist nicht namentlich auf der WADA Prohibited List 2026 aufgeführt. Aufgrund der herzkreislaufaktiven Wirkung ist eine künftige Bewertung durch Anti-Doping-Behörden nicht auszuschließen.
Häufige Fragen zu Apelin
Wofür wird Apelin vor allem erforscht?
Warum ist Apelin schwer therapeutisch nutzbar?
Ist Apelin ein zugelassenes Medikament?
Warum ist die kurze Halbwertszeit so ein Problem?
Ist Apelin dasselbe wie ELABELA?
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Apelin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1)
Körpereigenes Inkretinhormon aus dem Darm, das nach der Nahrungsaufnahme die Insulinsekretion stimuliert, Glukagon hemmt und als Basis für GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid dient.
MOTS-c
MOTS-c ist ein mitochondrial kodiertes Peptid aus 16 Aminosäuren, entdeckt 2015. In Tiermodellen wurde es auf AMPK-Aktivierung, Insulinsensitivität und altersabhängigen Muskelverlust untersucht. Ein Analogon (CB4211) durchlief Phase-1-Studien. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht ein Graubereich.
Humanin
Mitochondrial kodiertes 24-AS-Peptid, 2001 entdeckt. In der Forschung auf neuroprotektive Mechanismen und Alterungsprozesse untersucht. Sinkende Spiegel im Alter dokumentiert.