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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Hormonsystem

Apelin

Apelin ist ein körpereigenes Peptid, das das Herz kräftiger schlagen lässt und die Gefäße weitet. Erforscht wird es vor allem bei Herzschwäche. Im Blut zerfällt es innerhalb von Minuten, deshalb arbeitet die Forschung an stabileren Nachbauten.

VorklinischDE, AT, CH: Grauzone
AnwendungIntravenös (i.v.)
Typische DosisKeine etablierte Anwendungsdosis. In Studien am Menschen als kurzzeitige intravenöse Infusion untersucht.
Halbwertszeitsehr kurz, im Minutenbereich (native Peptide), stabilere Analoga in Entwicklung
PubMed-Studien2985+
Fachangaben

Auch bekannt als: Apelin-13, Apelin-36, Pyr-1-Apelin-13

Endogener Ligand des APJ-Rezeptors (Apelin-Peptidfamilie)

Auf einen Blick

AnwendungIntravenös (i.v.)
Typische DosisKeine etablierte Anwendungsdosis. In Studien am Menschen als kurzzeitige intravenöse Infusion untersucht.
Halbwertszeitsehr kurz, im Minutenbereich (native Peptide), stabilere Analoga in Entwicklung
ForschungslageBegrenzt (C)
PubMed-Studien2985+

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Apelin und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Apelin ist ein kurzes körpereigenes Peptid und der natürliche Schlüssel zu einem Schloss namens APJ-Rezeptor. Der Körper stellt es in mehreren Längen her, die gebräuchlichste trägt 13 Bausteine und heißt entsprechend Apelin-13. Gebildet wird es unter anderem im Herzen, in Gefäßwänden, im Fettgewebe und im Gehirn. Das Besondere daran: Apelin steigert die Kraft des Herzschlags, ohne den Sauerstoffbedarf stark zu erhöhen. Genau das macht es für die Herzforschung interessant.

Apelin ist ein körpereigenes Peptid, das in mehreren Längen vorkommt, unter anderem als Apelin-13 und Apelin-36. Gemeinsam mit dem verwandten Peptid ELABELA bildet es das apelinerge System, das über den APJ-Rezeptor wirkt. Dieses System reguliert Gefäßtonus, Herzkraft, Flüssigkeitshaushalt und Stoffwechsel. Besonders bei Herzinsuffizienz wird der Apelin-Signalweg als therapeutisches Ziel untersucht. Native Apelin-Peptide werden im Körper sehr schnell abgebaut, weshalb stabilere Analoga entwickelt werden. Apelin ist in der DACH-Region nicht als Arzneimittel zugelassen.

Wirkungsweise

Einfach erklärt

Alles läuft über den APJ-Rezeptor, der an mehreren Stellen im Körper sitzt:

  • Auf Herzmuskelzellen verstärkt Apelin die Kontraktion, das Herz pumpt kräftiger.
  • In den Gefäßwänden sorgt es für eine Weitstellung, das Herz pumpt dadurch gegen weniger Widerstand.
  • In Muskel- und Fettgewebe greift es in die Aufnahme von Zucker ein.
  • Enzyme im Blut zerlegen das Peptid innerhalb von Minuten wieder.

Apelin bindet an den G-Protein-gekoppelten APJ-Rezeptor. Am Herzen wirkt es positiv inotrop, es steigert also die Kontraktionskraft, ohne den Sauerstoffbedarf stark zu erhöhen. An den Gefäßen fördert es überwiegend eine Weitstellung und senkt so die Nachlast. Im Stoffwechsel verbessert Apelin die Insulinsensitivität und die Glukoseaufnahme und beeinflusst den Energiehaushalt. Die sehr kurze Halbwertszeit der nativen Peptide begrenzt bislang die therapeutische Nutzung.

Spricht dafür

  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.

Spricht dagegen

  • Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Die Befunde stammen aus frühen Studien am Menschen und aus Tiermodellen (Evidenzgrad C):

  • In Infusionsstudien am Menschen stiegen die Kontraktionskraft des Herzens und das Herzzeitvolumen.
  • Der Sauerstoffbedarf des Herzens nahm dabei nicht stark zu, was Apelin von klassischen herzkraftsteigernden Mitteln unterscheidet.
  • Die Gefäße stellten sich weit, die Belastung des Herzens sank.
  • In Tiermodellen verbesserten sich Insulinsensitivität und Glukoseaufnahme.

Positive Herzkraft (Inotropie)

VorklinischHuman

In frühen Studien am Menschen steigerte eine Apelin-Infusion die Herzkontraktionskraft und den Herzzeitvolumen, ohne den Sauerstoffbedarf stark zu erhöhen.

PubMed-Quelle →

Gefäßerweiterung

VorklinischHuman

Apelin fördert über den APJ-Rezeptor eine Weitstellung der Gefäße und kann so die Nachlast des Herzens senken. Beobachtet in Gefäß- und Infusionsstudien.

Stoffwechselwirkung

VorklinischTier

In Tiermodellen verbesserte Apelin die Insulinsensitivität und die Glukoseaufnahme in Muskel und Fettgewebe. Humandaten hierzu sind begrenzt.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Eine Anwendungsdosis außerhalb der Forschung existiert nicht:

  • Am Menschen wurde Apelin bisher als kurzzeitige Infusion in die Vene untersucht.
  • Die Gaben dauerten unter Studienbedingungen Minuten bis wenige Stunden.
  • Für eine dauerhafte Anwendung fehlt bislang eine geeignete Form.
Für Apelin existiert keine validierte Anwendungsdosis. Alle Angaben stammen aus Studien und sind keine Anwendungsempfehlung.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Wichtiger Hinweis: Für Apelin existiert keine validierte Anwendungsdosis außerhalb der Forschung. Alle Angaben stammen aus Studien und sind keine Anwendungsempfehlung.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Keine Dosierungsdaten verfügbar
Dosierungsrechner →

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • In Studien ausschließlich als Infusion in die Vene.
  • Eine Spritze unter die Haut wäre wenig sinnvoll, weil das Peptid in Minuten zerfällt.
  • Die Forschung arbeitet deshalb an stabileren Analoga und an nicht-peptidischen Wirkstoffen für denselben Rezeptor.
Intravenös (i.v.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Untersucht wurde bisher nur die kurzzeitige Gabe unter Studienbedingungen:

  • Durch die Gefäßerweiterung kann der Blutdruck abfallen.
  • Zusammen mit blutdrucksenkenden Medikamenten ist eine additive Wirkung möglich.
  • Zur Langzeitsicherheit liegen keine Daten vor.
Frei gehandelte Apelin-Präparate gelten als Forschungssubstanz und sind nicht für die Anwendung am Menschen bestimmt.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Beim Menschen nur kurzzeitig unter Studienbedingungen untersucht
  • Möglicher Blutdruckabfall durch Gefäßerweiterung
  • Langzeitsicherheit unbekannt

Kontraindikationen

  • Keine Anwendung außerhalb der Forschung
  • Fehlende Langzeit-Sicherheitsdaten

Studienlage

Einfach erklärt

Die Grundlagen sind gut beschrieben, klinische Belege stehen aber aus (Evidenzgrad C):

  • ✅ Übersichtsarbeit von 2025 zum Apelin-ELABELA-APJ-System und seiner Rolle für Gefäßtonus, Herzkraft und Stoffwechsel.
  • ✅ Übersichtsarbeit von 2015 zum Apelin-Signalweg als therapeutisches Ziel und zur Hürde der kurzen Halbwertszeit.
  • ✅ Frühe Infusionsstudien am Menschen mit messbarer Wirkung auf Herzkraft und Gefäße.
  • ⚠ Größere kontrollierte Studien mit klinischen Endpunkten fehlen.

Differential Biventricular Strain Recovery With Selective Fibrosis Biomarker Regression After Sleeve Gastrectomy: A Prospective CMR Feature-Tracking Study

Human

Akarsu H, et al. (2026), Obesity surgery

Eine Humanstudie mit 32 Patienten nach Adipositas-OP zeigte, dass Apelin-Spiegel im Gegensatz zu anderen Fibrose-Biomarkern im ersten Jahr unverändert blieben.

PubMed →

Suppressed brain-derived neurotrophic factor response to 6 min walking exercise in mild cognitive impairment

Human

Kang MC, et al. (2026), Brain, behavior, and immunity

Die Studie untersuchte Myokine bei älteren Erwachsenen mit und ohne leichte kognitive Beeinträchtigung. Apelin zeigte eine erhöhte Plasmakonzentration nach einem 6-minütigen Gehtest.

PubMed →

Research trends and frontiers of the Apelin system in kidney diseases: a multi-database bibliometric analysis and cross-validation study

Human

Li L, et al. (2026), International urology and nephrology

Diese bibliometrische Analyse untersucht Forschungstrends zum Apelin-System bei Nierenerkrankungen (akut, diabetisch, chronisch). Studien fokussieren auf Entzündung, Apoptose, oxidativen Stress und Fibrose.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone. Nicht als Arzneimittel zugelassen, der Vertrieb erfolgt als Forschungssubstanz (RUO).
  • 🏅 WADA: nicht namentlich auf der Verbotsliste 2026. Wegen der herzkreislaufaktiven Wirkung ist eine künftige Bewertung nicht auszuschließen.
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Apelin ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht als Arzneimittel zugelassen (Stand 2026). Die Forschung befindet sich überwiegend im präklinischen Stadium und in frühen klinischen Untersuchungen, meist mit stabileren Analoga oder nicht-peptidischen APJ-Agonisten. Frei gehandelte Apelin-Präparate gelten als Forschungssubstanz (RUO).

Im SportWADA: Erlaubt

Apelin ist nicht namentlich auf der WADA Prohibited List 2026 aufgeführt. Aufgrund der herzkreislaufaktiven Wirkung ist eine künftige Bewertung durch Anti-Doping-Behörden nicht auszuschließen.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu Apelin

Wofür wird Apelin vor allem erforscht?
Der größte Forschungsschwerpunkt liegt auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere der Herzinsuffizienz. Apelin stärkt die Herzkraft und weitet Gefäße. Daneben werden stoffwechselregulierende Effekte auf Blutzucker und Insulinsensitivität untersucht.
Warum ist Apelin schwer therapeutisch nutzbar?
Native Apelin-Peptide werden im Körper innerhalb von Minuten abgebaut. Diese sehr kurze Wirkdauer macht eine praktische Anwendung schwierig. Deshalb entwickelt die Forschung stabilere Analoga und nicht-peptidische Wirkstoffe, die den APJ-Rezeptor länger aktivieren.
Ist Apelin ein zugelassenes Medikament?
Nein. Apelin ist in der DACH-Region nicht als Arzneimittel zugelassen. Die Untersuchungen befinden sich überwiegend im präklinischen und frühen klinischen Stadium. Frei gehandelte Präparate sind Forschungssubstanzen ohne validierte Anwendung.
Warum ist die kurze Halbwertszeit so ein Problem?
Native Apelin-Peptide werden im Blut innerhalb von Minuten zerlegt. Für eine anhaltende Wirkung müsste man praktisch ununterbrochen infundieren, was im Alltag nicht machbar ist. Deshalb sucht die Forschung nach stabileren Nachbauten.
Ist Apelin dasselbe wie ELABELA?
Nein, die beiden sind aber verwandt. ELABELA ist ein zweiter körpereigener Botenstoff, der denselben APJ-Rezeptor anspricht. Beide zusammen werden als apelinerges System bezeichnet.
Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Apelin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Für Apelin ist keine validierte Humandosis dokumentiert. Es wird deshalb keine Bandbreite angezeigt.
Fact Sheet

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