Hexarelin
Hexarelin ist das stärkste bekannte GH-Releasing-Peptid, es löst massive Wachstumshormon-Pulse aus, hat aber das Problem der Tachyphylaxie: Der Körper gewöhnt sich schnell daran.
Fachangaben
Auch bekannt als: Examorelin, EP-23905
His-D-2-MeTrp-Ala-Trp-D-Phe-Lys-NH2 (Examorelin, 6 AS)
Quick Start Guide
SubkutanGrundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Hexarelin und wie wirkt es?
Hexarelin ist ein synthetisches 6-Aminosäuren-GHRP mit einer besonderen Modifikation: Ein Tryptophan-Rest ist methyliert (D-2-methylTrp), was die GHSR-1a-Bindungsaffinität maximiert. Das Ergebnis: Hexarelin erzeugt den stärksten GH-Puls aller bekannten Peptide dieser Klasse. Es hat allerdings eine kritische Schwäche. Tachyphylaxie: Bei täglicher Anwendung lässt die GH-Antwort innerhalb von Wochen deutlich nach, weil die Rezeptoren desensibilisieren. Interessanterweise bindet Hexarelin auch an CD36 (unabhängig von GH) und zeigt kardioprotektive Effekte.
Hexarelin (Examorelin) ist ein synthetisches Hexapeptid mit methylierter D-Trp-Variante für hohe GHSR-Affinität. Es zeigt den stärksten GH-stimulierenden Effekt unter den GHRP-Peptiden. Forschungsinteresse besteht auch für GH-unabhängige kardioprotektive Aktivität via CD36-Rezeptor. Hexarelin steht auf der WADA-Sperrliste.
Wirkungsweise
- Stärkste GHSR-1a-Aktivierung aller bekannten GHRPs
- Löst den größten GH-Puls der Peptid-Klasse aus
- Hemmt gleichzeitig Somatostatin
- Bindet an CD36 (Herzrezeptor). GH-unabhängige Kardioprotektion (Tiermodelle)
- Erhöht auch Cortisol und Prolaktin stärker als Ipamorelin
Hexarelin bindet mit hoher Affinität an GHSR-1a und löst starke GH-Pulse aus. Gleichzeitig wurden CD36-Scavenger-Rezeptor-Bindungen beschrieben, die GH-unabhängige zytoprotektive Effekte in Herzmuskelzellen vermitteln sollen.
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „GH-Sekretion“ ist in Humanstudien belegt.
- Für dieses Forschungsfeld ist die wissenschaftliche Studienlage vergleichsweise solide.
Spricht dagegen
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff zu allen Zeiten verboten (WADA-Klasse S2.2).
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Hexarelin ist das Hochleistungs-GHRP für intensive GH-Anforderungen:
- Stärkste GH-Stimulation. Initial-GH-Anstieg höher als bei allen anderen GHRPs
- IGF-1-Anstieg mit anabolem Potenzial
- Kardioprotektive Eigenschaften in Tiermodellen (CD36-Mechanismus)
- Kurzzeitig: massive Gewebsregeneration durch GH-Puls
- Deshalb oft für kurze Anwendungszyklen (2–4 Wochen) verwendet
GH-Sekretion
Humanstudien dokumentieren stärkere GH-Pulse als GHRP-6 und Ipamorelin. Kortisol-/Prolaktinanstieg weniger stark als GHRP-6.
Kardioprotektive Signalwege (präklinisch)
Tier- und Zellstudien beschreiben CD36-vermittelte zytoprotektive Effekte. Humanvalidierung steht aus.
Dosierung und Anwendung
In Forschungsprotokollen:
- 0,1–0,2 mg pro Injektion, 1–2× täglich
- Zyklen von max. 4–6 Wochen empfohlen (wegen Tachyphylaxie)
- Danach Pause: 4–8 Wochen Rezeptorsensibilisierung
- Kombination mit CJC-1295 für Synergismus üblich
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| GH-Forschungsprotokoll | 0,1 mg s.c. | 1–2× täglich | WADA-gesperrt, kein Zulassungsschema |
Anwendungsformen
- Subkutane Injektion
- Nüchtern oder ohne Kohlenhydrate vor der Injektion
- Lyophilisiertes Pulver, Kühlkettenpflichtig
- Kurze Zyklen (4 Wochen on / 4–8 Wochen off)
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Hexarelin hat das stärkste Nebenwirkungsprofil der GHRPs:
- Stärkster Cortisol- und Prolaktinanstieg aller GHRPs
- Wassereinlagerungen, Kribbeln
- Tachyphylaxie. Wirkungsverlust bei Daueranwendung
- Blutdruckabfall, Schwindel nach Injektion möglich
- Erhöhter Appetit (aber schwächer als bei GHRP-6)
Bekannte Nebenwirkungen
- •Hunger (weniger als GHRP-6)
- •Wassereinlagerungen
- •Tachyphylaxie bei Daueranwendung
Kontraindikationen
- •WADA-reglementierter Sport
- •Aktive Malignome
- •Insulinresistenz
Studienlage
Hexarelin hat eine breite Publikationslage, Evidenzniveau B:
- ✅ Humanstudien belegen: stärkster GH-Puls aller GHRPs
- ✅ CD36-Kardioprotektion in Tier- und Zellstudien gut dokumentiert
- ✅ Tachyphylaxie klinisch bestätigt und charakterisiert
- ⚠ Keine Langzeitstudien zu Leistungseffekten beim gesunden Athleten
- ❌ Hoher Cortisol/Prolaktin-Anstieg limitiert den Nutzen für viele Anwendungen
The emerging landscape of performance-enhancing peptides modulating GH-IGF1 axis: bridging the gap between clinical evidence and patient self-administration
HumanDominikowski A, et al. (2026), Frontiers in Endocrinology
Eine Übersichtsarbeit kartiert die Evidenzlage leistungssteigernder Peptide entlang der GH-IGF-1-Achse und stellt die Lücke zwischen klinischen Daten und verbreiteter Selbstanwendung heraus. Für die meisten dieser Substanzen fehlen kontrollierte Studien am Menschen.
PubMed →GH-releasing activity of Hexarelin, a new growth hormone releasing peptide, in infant and adult rats
TierDeghenghi R, et al. (1994), Life Sciences
Präklinische Charakterisierung von Hexarelin: GH-freisetzende Aktivität im Tiermodell (Ratten, infant und adult).
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Nicht zugelassen. Eigenanwendung nicht legal, nur als Research Chemical (RUO) erhältlich.
- 🏅 WADA S2, verboten im Wettkampfsport
Nicht als Arzneimittel zugelassen. WADA-gesperrt (S2). RUO in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Explizit auf der WADA-Liste als Examorelin / Hexarelin. In- und Out-of-Competition verboten.
Labormonitoring für Forschungszwecke
Kurzübersicht: Potentestes GHRP der Klasse, daher ist ein vollständiges GH-Panel mit Cortisol und Prolaktin vor Beginn essenziell.
Hexarelin zeigt den stärksten GH-Stimulus aller GHRPs. IGF-1 als Wirksamkeitsnachweis.
Hexarelin erhöht Cortisol deutlich (besonders relevant bei täglicher Anwendung).
Starke hypophysäre Stimulation kann Prolaktin erhöhen.
GH-Effekt auf Insulinempfindlichkeit überwachen.
+Optionale Tests (1)
Bei Hexarelin optional direkt messbar, denn die pulsatile Sekretion macht Einzelmessungen weniger zuverlässig als IGF-1.
Hexarelin entwickelt schneller Toleranz als andere GHRPs. Verlaufsmonitoring der IGF-1-Werte ist besonders aussagekräftig.
Häufige Fragen zu Hexarelin
Warum verliert Hexarelin bei Daueranwendung seine Wirkung?
Warum wird Hexarelin nicht öfter genutzt, wenn es das stärkste GHRP ist?
Was bedeutet Tachyphylaxie konkret?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Hexarelin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Ipamorelin
Ipamorelin ist ein selektives Ghrelin-Mimetikum (GHS, Growth Hormone Secretagogue), das Wachstumshormon mit hoher Selektivität und minimalen Nebenwirkungen freisetzt.
GHRP-6
Hexapeptid-GH-Sekretagogum der ersten Generation (GHSR-Agonist). In der Forschung auf GH-Ausschüttung untersucht. WADA-gesperrt. Stärkere Hunger-Nebenwirkung als Ipamorelin.
CJC-1295
CJC-1295 ist ein synthetisches Wachstumshormon-Releasing-Hormon (GHRH)-Analogon, das die Ausschüttung von Wachstumshormon aus der Hypophyse stimuliert.