GHRP-6
GHRP-6 ist eines der ersten synthetischen Wachstumshormon-Releasing-Peptide, es löst kräftige GH-Pulse aus, hat aber eine unerwünschte Begleiterscheinung: starkes Hungergefühl.
Fachangaben
Auch bekannt als: Growth Hormone Releasing Peptide-6, SK&F-110679
His-D-Trp-Ala-Trp-D-Phe-Lys-NH2 (6 AS)
Quick Start Guide
SubkutanGrundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist GHRP-6 und wie wirkt es?
GHRP-6 (Growth Hormone Releasing Peptide-6) ist ein 6-Aminosäuren-Peptid der ersten Generation. Es bindet wie Ghrelin an den GHSR-1a-Rezeptor und stimuliert die Ausschüttung von Wachstumshormon. Entwickelt in den 1980ern als Forschungswerkzeug, war GHRP-6 das erste synthetische GH-Sekretagog überhaupt und hat mit einer breiten Publikationslage die umfangreichste Evidenzbasis aller GHRPs. Kurze Halbwertszeit (~15–30 Minuten), pulsartige Wirkung.
GHRP-6 ist ein synthetisches Hexapeptid und gehört zur ersten Generation der Wachstumshormon-freisetzenden Peptide. Es wurde in den 1980ern entwickelt und wirkt als Ghrelin-Mimetikum an GHSR-1a. Im Vergleich zu Ipamorelin zeigt GHRP-6 stärkere Hunger-Nebenwirkungen. Forschungsinteresse besteht auch für kardioprotektive Mechanismen. GHRP-6 steht auf der WADA-Sperrliste.
Wirkungsweise
- Bindet an GHSR-1a in Hypothalamus und Hypophyse
- Löst einen starken GH-Puls aus
- Hemmt Somatostatin (den natürlichen GH-Bremser)
- Aktiviert auch periphere Ghrelin-Rezeptoren → Hungersignal
- GH → Leber → IGF-1-Produktion
GHRP-6 bindet an GHSR-1a-Rezeptoren und stimuliert pulsatile GH-Ausschüttung. Gleichzeitig werden Ghrelin-Rezeptoren aktiviert (Hunger, Magen-Motilität). In Herzmuskel-Modellen wurden GHSR-unabhängige zytoprotektive Effekte (CD36-Rezeptor) beschrieben.
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „GH-Sekretion“ ist in Humanstudien belegt.
- Für dieses Forschungsfeld ist die wissenschaftliche Studienlage vergleichsweise solide.
Spricht dagegen
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff zu allen Zeiten verboten (WADA-Klasse S2.2).
Wirkungen und Anwendungsgebiete
GHRP-6 gilt als potentes GH-Sekretagog mit breitem Effektspektrum:
- Starke GH-Pulse, einer der stärksten GH-Stimulatoren unter den GHRPs
- IGF-1-Anstieg mit anabolem Potenzial
- Kardioprotektive Wirkung (über GH-unabhängige CD36-Aktivierung, in Tiermodellen)
- Regenerationsförderung (ähnlich wie BPC-157, aber über anderen Weg)
- In Kombination mit GHRH-Analoga (z.B. CJC-1295): synergistischer Effekt
Dosierung und Anwendung
In Forschungsprotokollen üblich:
- 0,1–0,3 mg pro Injektion, 2–3× täglich
- Typisch: vor dem Training und vor dem Schlafen
- Nüchtern injizieren. Mahlzeiten und Insulin unterdrücken den GH-Puls
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| GH-Forschungsprotokoll | 0,1 mg s.c. | 1–3× täglich | WADA-gesperrt, kein Zulassungsschema |
Anwendungsformen
- Subkutane Injektion (Bauch, Oberschenkel)
- Lyophilisiertes Pulver, Rekonstitution nötig
- Kühllagerung bei 2–8 °C
- Timing wichtig: nüchtern, kein Insulin-Spike 2h davor
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
GHRP-6 ist das GHRP mit den stärksten Nebenwirkungen:
- Starkes, akutes Hungergefühl ~15 min nach Injektion, praktisch immer
- Cortisol- und Prolaktinanstieg (anders als Ipamorelin)
- Wassereinlagerungen, Kribbeln in Gliedmaßen
- Benommenheit, Blutdruckabfall möglich
- Chronisch: Insulinresistenz-Risiko durch anhaltend erhöhtes GH
Bekannte Nebenwirkungen
- •Starkes Hungergefühl (häufig)
- •Wassereinlagerungen
- •Kortisol-/Prolaktinanstieg
- •Taubheitsgefühl
Kontraindikationen
- •WADA-reglementierter Sport
- •Insulinresistenz/Diabetes
- •Aktive Malignome
Studienlage
GHRP-6 hat eine breite Publikationslage, die meisten aller GHRPs, Evidenzniveau B:
- ✅ Breite Grundlagenforschung: GH-Mechanismus gut verstanden
- ✅ Kardioprotektive Tierstudien zeigen interessante GH-unabhängige Effekte
- ✅ Humanstudien bestätigen starken GH-Puls
- ⚠ Nebenwirkungsprofil (Hunger, Cortisol) in Humanstudien gut dokumentiert
- ❌ Keine Langzeitstudien zu Leistungseffekten beim gesunden Athleten
The emerging landscape of performance-enhancing peptides modulating GH-IGF1 axis: bridging the gap between clinical evidence and patient self-administration
HumanDominikowski A, et al. (2026), Frontiers in Endocrinology
Eine Übersichtsarbeit kartiert die Evidenzlage leistungssteigernder Peptide entlang der GH-IGF-1-Achse und stellt die Lücke zwischen klinischen Daten und verbreiteter Selbstanwendung heraus. Für die meisten dieser Substanzen fehlen kontrollierte Studien am Menschen.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Nicht zugelassen. Eigenanwendung nicht legal, nur als Research Chemical (RUO) erhältlich.
- 🏅 WADA S2, im Wettkampfsport verboten
Nicht als Arzneimittel zugelassen. WADA-gesperrt (S2). RUO in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Explizit auf der WADA-Liste als GHRP-6. In- und Out-of-Competition verboten.
Labormonitoring für Forschungszwecke
Kurzübersicht: GHRP-6 erhöht GH, Cortisol und Prolaktin. Alle drei Marker gehören ins Monitoring.
GH-Achsen-Aktivierungsmarker: zentral für die Wirksamkeitsdokumentation.
GHRP-6 kann Prolaktin signifikant erhöhen (hypophysäre Wirkung). Bei Männern: erektile Dysfunktion und Libidoverlust als Indikator.
GHRP-6 stimuliert die ACTH-Ausschüttung und erhöht damit Cortisol. Wichtig für Personen mit Nebennierenerkrankungen.
GH-assoziierte Insulinresistenz erfassen.
HOMA-IR-Berechnung zur Quantifizierung der Insulinresistenz.
GHRP-6 zeigt unter GHRPs den stärksten Einfluss auf Cortisol und Prolaktin. Monitoring ist daher besonders relevant.
Häufige Fragen zu GHRP-6
Was ist der Unterschied zwischen GHRP-6 und Ipamorelin?
Warum ist GHRP-6 noch interessant, obwohl Ipamorelin „sauberer" ist?
Kann ich den Hunger nach GHRP-6 unterdrücken?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für GHRP-6 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Ipamorelin
Ipamorelin ist ein selektives Ghrelin-Mimetikum (GHS, Growth Hormone Secretagogue), das Wachstumshormon mit hoher Selektivität und minimalen Nebenwirkungen freisetzt.
CJC-1295
CJC-1295 ist ein synthetisches Wachstumshormon-Releasing-Hormon (GHRH)-Analogon, das die Ausschüttung von Wachstumshormon aus der Hypophyse stimuliert.
MK-677
Orales Ghrelin-Mimetikum / Wachstumshormon-Sekretagogum. Kein Peptid im engeren Sinne, aber peptidomimetisch. WADA-gesperrt. In der Forschung auf GH-Puls-Simulation untersucht.