Die Inhalte von PeptidWiki dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung, sind ausdrücklich keine Empfehlung und ersetzen keine medizinische Beratung.

Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Immunsystem

Thymopentin

Handelsnamen:Timunox®

Thymopentin (TP-5) ist ein kurzes, künstliches Peptid, das einen Ausschnitt eines Thymushormons nachbaut und das Immunsystem reguliert. Es wurde bei Autoimmun- und Immunschwäche-Erkrankungen untersucht und ist in der DACH-Region nicht als breit verfügbares Arzneimittel zugelassen.

Solide EvidenzDE, AT, CH: Grauzone
AnwendungIntravenös (i.v.), Intramuskulär (i.m.), Subkutan (s.c.)
Typische DosisIn Studien 1–50 mg i.v./i.m., meist 3× wöchentlich
Halbwertszeit~30 Sekunden (Plasma-Halbwertszeit der Muttersubstanz)
PubMed-Studien738+
Fachangaben

Auch bekannt als: TP-5, TP5

Arg-Lys-Asp-Val-Tyr (Thymopoietin-Fragment 32–36)

Auf einen Blick

AnwendungIntravenös (i.v.), Intramuskulär (i.m.), Subkutan (s.c.)
Typische DosisIn Studien 1–50 mg i.v./i.m., meist 3× wöchentlich
Halbwertszeit~30 Sekunden (Plasma-Halbwertszeit der Muttersubstanz)
ForschungslageSolide (B)
PubMed-Studien738+

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Thymopentin und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Thymopentin ist ein winziges, künstlich hergestelltes Peptid aus nur fünf Bausteinen (daher auch TP-5 genannt). Es entspricht genau dem aktiven Zentrum von Thymopoietin, einem Hormon der Thymusdrüse, jenem Organ, in dem ein Teil unserer Immunzellen heranreift. Thymopentin wirkt immunmodulierend, das heißt, es kann eine aus dem Gleichgewicht geratene Immunabwehr wieder normalisieren. Untersucht wurde es unter anderem bei rheumatoider Arthritis, Neurodermitis und Immunschwächen.

Thymopentin (TP-5) ist ein synthetisches Pentapeptid mit der Sequenz Arg-Lys-Asp-Val-Tyr und entspricht den Aminosäuren 32–36 des Thymushormons Thymopoietin, dem für die immunbiologische Wirkung verantwortlichen Abschnitt. Es fördert die Reifung und Differenzierung von T-Lymphozyten und moduliert die Immunantwort. In China ist Thymopentin als immunmodulierendes Arzneimittel zugelassen und wird u. a. bei Immundefekten, chronischer Hepatitis B und unterstützend in der Onkologie eingesetzt, in der DACH-Region besitzt es keine breite Zulassung.

Wirkungsweise

Einfach erklärt

Thymopentin ahmt ein Reifungssignal für Immunzellen nach:

  • Es fördert die Reifung und Differenzierung von Vorläuferzellen zu funktionsfähigen T-Lymphozyten.
  • Eine gestörte zelluläre Immunabwehr kann dadurch wieder ins Gleichgewicht kommen.
  • Im Blut selbst zerfällt es sehr schnell (Halbwertszeit etwa 30 Sekunden), die biologische Wirkung hält aber länger an.

Thymopentin ahmt das immunaktive Zentrum von Thymopoietin nach und wirkt als Immunmodulator: Es fördert die Differenzierung und Reifung von T-Vorläuferzellen zu funktionsfähigen T-Lymphozyten und kann eine gestörte zelluläre Immunantwort normalisieren. Die Plasma-Halbwertszeit der Muttersubstanz ist mit etwa 30 Sekunden sehr kurz, die biologische Wirkung hält jedoch länger an.

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Immunmodulation / T-Zell-Reifung“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Wirkung bei rheumatoider Arthritis“ ist in Humanstudien belegt.

Spricht dagegen

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
  • Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Reaktionen an der Injektionsstelle und Selten: vorübergehende Beschwerden nach Injektion.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Die Ergebnisse stammen aus klinischen Studien am Menschen (Evidenzgrad B):

  • Es unterstützt die Reifung von T-Zellen und kann eine gestörte Immunantwort normalisieren.
  • Bei rheumatoider Arthritis besserten sich in kontrollierten Studien Krankheitsaktivitäts-Werte.
  • Bei Neurodermitis (atopischer Dermatitis) verringerte sich in einer Studie der Schweregrad.

Immunmodulation / T-Zell-Reifung

Solide EvidenzHuman

Thymopentin fördert die Reifung und Differenzierung von T-Lymphozyten und kann eine gestörte zelluläre Immunantwort normalisieren.

Wirkung bei rheumatoider Arthritis

Solide EvidenzHuman

In kontrollierten Studien besserte Thymopentin Krankheitsaktivitäts-Parameter bei rheumatoider Arthritis.

PubMed-Quelle →

Wirkung bei atopischer Dermatitis

Solide EvidenzHuman

In einer Studie reduzierte Thymopentin den klinischen Schweregrad der atopischen Dermatitis.

PubMed-Quelle →

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

In den Studien wurde Thymopentin gespritzt:

  • Eingesetzt wurden Dosen von etwa 1 bis 50 mg, meist dreimal pro Woche.
  • Verabreicht wurde es in die Vene oder in den Muskel.
Es gibt im DACH-Raum keine breite Zulassung und keine offizielle Dosierungsempfehlung, die Werte stammen aus Studien.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Wichtiger Hinweis: Dosisangaben entstammen Studien. In der DACH-Region keine breite Zulassung, keine Anwendungsempfehlung.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Immunmodulation (Studie)1–50 mg3× wöchentlich i.v./i.m.Studienschemata variieren stark nach Indikation
Dosierungsrechner →

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Als Spritze, in die Vene, in den Muskel oder unter die Haut.
  • Wegen des sehr schnellen Abbaus im Blut wird es wiederholt gegeben.
  • Eine Tablettenform ist nicht gebräuchlich.
Intravenös (i.v.)Intramuskulär (i.m.)Subkutan (s.c.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

In Studien galt Thymopentin insgesamt als gut verträglich:

  • Reaktionen an der Einstichstelle.
  • Selten vorübergehende Beschwerden nach der Injektion.
Moderne, umfangreiche Sicherheitsdaten sind begrenzt, vieles stammt aus älteren Studien.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Insgesamt gut verträglich in Studien
  • Reaktionen an der Injektionsstelle
  • Selten: vorübergehende Beschwerden nach Injektion
  • Begrenzte moderne Sicherheitsdaten

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Immunsuppression nach Organtransplantation (Rücksprache)
  • Bekannte Überempfindlichkeit

Studienlage

Einfach erklärt

Es gibt ältere kontrollierte Studien, aber wenig moderne Daten (Evidenzgrad B):

  • ✅ Kontrollierte Studien bei rheumatoider Arthritis mit Besserung der Krankheitsaktivität.
  • ✅ Studie zur Neurodermitis mit verringertem Schweregrad.
  • ⚠ Aktuelle, große Studien fehlen weitgehend.

Clinical response to therapy with thymopoietin pentapeptide (TP-5) in rheumatoid arthritis

Human

Veys EM, et al. (1982), Annals of the Rheumatic Diseases

Klinische Studie (92 Patienten): TP-5 (i.m. bzw. i.v.) besserte mehrere Krankheitsaktivitäts-Maße bei rheumatoider Arthritis über 3–6 Monate.

PubMed →

Thymopentin therapy reduces the clinical severity of atopic dermatitis

Human

Stiller MJ, et al. (1990), Journal of the American Academy of Dermatology

Studie: Thymopentin reduzierte den klinischen Schweregrad der atopischen Dermatitis gegenüber Placebo.

PubMed →

Thymopoietin pentapeptide (thymopentin, TP-5) in the treatment of rheumatoid arthritis. A compilation of several short- and longterm clinical studies

Human

Veys EM, et al. (1984), Journal of Rheumatology

Zusammenstellung mehrerer Kurz- und Langzeitstudien zu TP-5 bei rheumatoider Arthritis.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein breit zugelassenes Arzneimittel. Verkauf meist als Forschungschemikalie (RUO).
  • 🏅 WADA: als immunmodulierendes Peptid nicht auf der Verbotsliste 2026.
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

In China als immunmodulierendes Arzneimittel zugelassen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht keine breite arzneimittelrechtliche Zulassung (früher als Timunox® vermarktet, heute nicht regulär im Handel). Einsatz daher überwiegend im Forschungskontext (RUO). Die klinische Evidenz stammt großteils aus älteren, teils kleinen Studien.

Im SportWADA: Erlaubt

Immunmodulierendes Peptid, nicht auf der WADA Prohibited List 2026.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu Thymopentin

Was ist der Unterschied zwischen Thymopentin und Thymosin-alpha-1?
Beide sind immunmodulierende Thymus-Peptide, aber unterschiedliche Moleküle: Thymopentin (TP-5) ist ein 5-Aminosäuren-Fragment von Thymopoietin, Thymosin-alpha-1 ein 28-Aminosäuren-Peptid. Beide fördern die T-Zell-Funktion über verschiedene Wege.
Ist Thymopentin in Deutschland zugelassen?
Nein, nicht breit. In China ist es ein zugelassenes immunmodulierendes Arzneimittel, in der DACH-Region wurde es früher als Timunox® vermarktet, ist heute aber nicht regulär im Handel. Einsatz erfolgt im Forschungskontext.
Wie kann ein Peptid mit 30 Sekunden Halbwertszeit wirken?
Die Muttersubstanz wird im Plasma sehr schnell abgebaut, doch der biologische Effekt auf die T-Zell-Reifung hält deutlich länger an, ein bei Peptid-Immunmodulatoren häufiges Muster.
Stärkt Thymopentin einfach das Immunsystem?
Es wirkt eher ausgleichend als pauschal stärkend: Es soll eine aus dem Gleichgewicht geratene Immunabwehr normalisieren, indem es die Reifung von T-Zellen unterstützt.
Warum wirkt es trotz 30 Sekunden Halbwertszeit?
Der Wirkstoff selbst zerfällt im Blut sehr schnell, stößt aber Reifungsprozesse bei Immunzellen an, die danach von allein weiterlaufen. Die biologische Wirkung überdauert daher die kurze Verweildauer im Blut.
Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Thymopentin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite1–50 mg
niedrig · 1 mghoch · 50 mg
Frequenz: 1×/Woche
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration2,5 mg/ml
Abzug40 U
020406080100U40.0 U0.400 ml
5 mg Vial + 2 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 1 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Fact Sheet

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