Thymulin
Thymulin ist ein körpereigenes Hormon der Thymusdrüse, das nur zusammen mit Zink wirkt und die Reifung von Abwehrzellen (T-Zellen) steuert. Es nimmt mit dem Alter stark ab, in frühen Labor- und Tierversuchen verjüngte es das Immunsystem.
Fachangaben
Auch bekannt als: Serum Thymic Factor, FTS (Facteur Thymique Sérique), Thymulin Zink-Komplex
Faktionsserum-Thymulin: Gln-Ala-Lys-Ser-Gln-Gly-Gly-Ser-Asn (Nonapeptid)
Quick Start Guide
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Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Thymulin und wie wirkt es?
Thymulin (früher: Serum Thymic Factor, FTS) ist ein Nonapeptid (9 Aminosäuren), das 1977 von Jean-François Bach in Paris entdeckt wurde. Es ist das einzige Peptidhormon, das ausschließlich im Thymus produziert wird. Ein zentrales Detail: Thymulin ist biologisch inaktiv, wenn es allein vorliegt. Es braucht zwingend ein Zink-Ion, um zu funktionieren. Thymulin-Zn ist die aktive Form. Mit zunehmendem Alter schrumpft der Thymus (Thymus-Involution), und Thymulin-Spiegel sinken drastisch, was als Mitursache für die schlechtere Immunfunktion im Alter gilt. Das macht Thymulin für Anti-Aging-Forscher interessant, aber klinische Belege beim Menschen sind begrenzt.
Thymulin wurde 1977 von Jean-François Bach in Paris entdeckt und ist das einzige Thymus-Peptidhormon, das nur in Thymuszellen produziert wird. Es ist nur als Zink-Komplex (Thymulin-Zn) biologisch aktiv. Thymulin reguliert die T-Zell-Reifung im Thymus, fördert die Differenzierung von CD4/CD8-T-Zellen und moduliert Zytokinprofile. Mit dem Alter nimmt der Thymus zurück (Thymus-Involution), und Thymulin-Spiegel sinken drastisch, ein Faktor bei immunologischem Altern (Immunoseneszenz). In präklinischen und frühen klinischen Studien wurden Immunmodulations- und entzündungshemmende Wirkungen beschrieben.
Wirkungsweise
- Thymulin-Zn-Komplex bindet an spezifische T-Lymphozyten-Rezeptoren im Thymus.
- Fördert die Expression von T-Zell-Differenzierungsmarkern (CD2, CD3, CD4, CD8).
- Erhöht die IL-2-Sensitivität reifender T-Zellen.
- Reguliert das Gleichgewicht zwischen Th1- und Th2-Zellen.
- Hemmt TNF-α und Substanz P (entzündungshemmende Komponente).
- Wichtig: Zink-Cofaktor ist essentiell. Zinkmangel macht Thymulin inaktiv.
Thymulin-Zn-Komplex bindet an spezifische T-Lymphozyten-Rezeptoren und aktiviert Signalwege der T-Zell-Reifung. Es fördert die Expression von T-Zell-Differenzierungsmarkern (CD2, CD3, CD4, CD8), erhöht IL-2-Sensitivität und reguliert das Gleichgewicht zwischen Th1/Th2-Zellen. Die entzündungshemmende Komponente beruht auf Hemmung von TNF-α und SP (Substance P).
Spricht dafür
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Präklinisch gut belegt, klinisch begrenzte Daten:
- T-Zell-Reifungsförderung: In vitro und in Tiermodellen nachgewiesene Förderung der T-Zell-Differenzierung (Level C)
- Immunoseneszenz-Verzögerung: Alte Mäuse zeigten verbesserte Immunfunktionen nach Thymulin (Level C)
- Entzündungshemmung: Reduktion von TNF-α und Substanz P in präklinischen Entzündungsmodellen (Level C)
T-Zell-Reifungsförderung
In vitro und in Tiermodellen nachgewiesene Förderung der T-Zell-Differenzierung.
PubMed-Quelle →Immunoseneszenz-Verzögerung
Alter Mäuse zeigten nach Thymulin-Supplementierung verbesserte Immunfunktionen.
Entzündungshemmung
Reduktion von TNF-α und Substanz P in präklinischen Entzündungsmodellen.
Dosierung und Anwendung
Aus präklinischer Forschung abgeleitet, kein validiiertes Humanschemata:
- 0,02–0,04 mg subkutan täglich, aus Tierprotokollen extrapoliert
- Zink-Cofaktor: separat supplementieren (15–25 mg Zink/Tag) für Aktivierung
- Extrem kleine Dosierungen im unteren mg-Bereich (< 0,05 mg). Vergleich: Thymosin Alpha-1 wird mit 1,6 mg dosiert
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Immunmodulation (Off-label) | 0,02–0,04 mg | 1× täglich s.c. | Zink-Cofaktor für Aktivität wichtig |
Anwendungsformen
- Subkutan oder intramuskulär in Forschungsprotokollen
- Intranasal: in präklinischen Modellen für ZNS-Effekte untersucht
- Keine orale Bioverfügbarkeit (Nonapeptid wird im Magen abgebaut)
- Immer in Kombination mit Zink-reicher Ernährung oder Zink-Supplementierung
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Präklinisch geringe Toxizität. Humanrisiken unbekannt:
- Sehr geringe Toxizität in Tierstudien
- Injektionsstellenreaktionen (selten, mild)
- Theoretisches Risiko bei Autoimmunerkrankungen: T-Zell-Stimulation
- Nach Organtransplantation: Immunaktivierung kann Transplantat gefährden
- Unbekannte Langzeitsicherheit beim Menschen
Bekannte Nebenwirkungen
- •Sehr geringe Toxizität in Studien
- •Selten: Injektionsstellen-Reaktionen
- •Unbekannte Langzeitsicherheit
Kontraindikationen
- •Autoimmunerkrankungen (T-Zell-Stimulation)
- •Organtransplantation (Immunsuppression)
Studienlage
Solide Grundlagenforschung, begrenzte klinische Daten. Evidenzlevel C:
- ✅ Bach et al. 1977 (Ann NY Acad Sci): Erstbeschreibung von Thymulin als Thymus-Hormon
- ✅ Dardenne et al. 1982: Nachweis der Zink-Abhängigkeit der biologischen Aktivität
- ✅ Präklinische Studien: Alte Mäuse zeigten verbesserte Immunfunktion nach Thymulin-Substitution
- ⚠ Humanstudien: sehr begrenzt, keine kontrollierten klinischen Studien zu therapeutischer Anwendung
Thymulin restrains age-associated myeloid inflammation and enhances cancer immunotherapy
TierKanemaru H, et al. (2026), Nature communications
Thymulin, ein Peptid, das mit dem Alter abnimmt, unterdrückte in Tiermodellen Entzündungen durch myeloische Zellen, verstärkte die Anti-Tumor-Immunität und verbesserte die Reaktion auf eine Krebstherapie. Dies deutet auf…
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- Einige osteuropäische Länder: als Immunmodulator registriert
- Kein WADA-Verbot, nicht auf der Dopingliste
Kein zugelassenes Arzneimittel in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In einigen osteuropäischen Ländern als Arzneimittel registriert. Forschungschemikalie.
Thymus-Hormon (Nonapeptid). Nicht auf der WADA-Liste.
Häufige Fragen zu Thymulin
Wie unterscheidet sich Thymulin von Thymosin Alpha-1?
Kann ich einfach mehr Zink einnehmen, um Thymulin zu "boosten"?
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Thymulin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Thymosin Alpha-1
Zadaxin
Natürlich vorkommendes Thymus-Peptid mit immunmodulatorischen Eigenschaften. Als Zadaxin in über 30 Ländern (nicht in der EU, Deutschland, Österreich oder der Schweiz) zugelassen. Strukturell klar definiert, solide Forschungsbasis.
Thymogen
Synthetisches Dipeptid (Glutaminsäure-Tryptophan) aus der russischen Peptidforschung, das im Forschungskontext als Immunmodulator untersucht wird.
Thymalin
Aus Thymusdrüse extrahiertes Peptid-Gemisch. Hauptsächlich in russischer Forschungsliteratur untersucht. Immunmodulatorisches Potenzial in Tiermodellen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz Graubereich.