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Immunsystem

Thymulin

Thymulin ist ein körpereigenes Hormon der Thymusdrüse, das nur zusammen mit Zink wirkt und die Reifung von Abwehrzellen (T-Zellen) steuert. Es nimmt mit dem Alter stark ab, in frühen Labor- und Tierversuchen verjüngte es das Immunsystem.

VorklinischDE, AT, CH: Grauzone#41Rang 41 von 8052/100
AnwendungSubkutan (s.c.), Intramuskulär (i.m.), Intranasal
Typische Dosis0,02–0,04 mg/Tag
Halbwertszeit~30 Minuten
PubMed-Studien506+
Fachangaben

Auch bekannt als: Serum Thymic Factor, FTS (Facteur Thymique Sérique), Thymulin Zink-Komplex

Faktionsserum-Thymulin: Gln-Ala-Lys-Ser-Gln-Gly-Gly-Ser-Asn (Nonapeptid)

Quick Start Guide

Subkutan
0,02–0,1 mg pro Injektion
Wie oft
3× wöchentlich
Unter die Haut, Injektionsstelle wechseln
Zeitpunkt
Morgens nüchtern
Wirkung ab wann
Immuneffekte können mehrere Wochen dauern
Lagerung
Pulver bei 2–8 °C. Angemischt bis 14 Tage bei 4 °C.
4–8 Wochen
Pause danach
4–8 Wochen
~30 Minuten
Intranasale und intramuskuläre Anwendung sind beschrieben, belastbare Kurzwerte dazu fehlen. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Thymulin und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Thymulin (früher: Serum Thymic Factor, FTS) ist ein Nonapeptid (9 Aminosäuren), das 1977 von Jean-François Bach in Paris entdeckt wurde. Es ist das einzige Peptidhormon, das ausschließlich im Thymus produziert wird. Ein zentrales Detail: Thymulin ist biologisch inaktiv, wenn es allein vorliegt. Es braucht zwingend ein Zink-Ion, um zu funktionieren. Thymulin-Zn ist die aktive Form. Mit zunehmendem Alter schrumpft der Thymus (Thymus-Involution), und Thymulin-Spiegel sinken drastisch, was als Mitursache für die schlechtere Immunfunktion im Alter gilt. Das macht Thymulin für Anti-Aging-Forscher interessant, aber klinische Belege beim Menschen sind begrenzt.

Thymulin wurde 1977 von Jean-François Bach in Paris entdeckt und ist das einzige Thymus-Peptidhormon, das nur in Thymuszellen produziert wird. Es ist nur als Zink-Komplex (Thymulin-Zn) biologisch aktiv. Thymulin reguliert die T-Zell-Reifung im Thymus, fördert die Differenzierung von CD4/CD8-T-Zellen und moduliert Zytokinprofile. Mit dem Alter nimmt der Thymus zurück (Thymus-Involution), und Thymulin-Spiegel sinken drastisch, ein Faktor bei immunologischem Altern (Immunoseneszenz). In präklinischen und frühen klinischen Studien wurden Immunmodulations- und entzündungshemmende Wirkungen beschrieben.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Thymulin-Zn-Komplex bindet an spezifische T-Lymphozyten-Rezeptoren im Thymus.
  • Fördert die Expression von T-Zell-Differenzierungsmarkern (CD2, CD3, CD4, CD8).
  • Erhöht die IL-2-Sensitivität reifender T-Zellen.
  • Reguliert das Gleichgewicht zwischen Th1- und Th2-Zellen.
  • Hemmt TNF-α und Substanz P (entzündungshemmende Komponente).
  • Wichtig: Zink-Cofaktor ist essentiell. Zinkmangel macht Thymulin inaktiv.

Thymulin-Zn-Komplex bindet an spezifische T-Lymphozyten-Rezeptoren und aktiviert Signalwege der T-Zell-Reifung. Es fördert die Expression von T-Zell-Differenzierungsmarkern (CD2, CD3, CD4, CD8), erhöht IL-2-Sensitivität und reguliert das Gleichgewicht zwischen Th1/Th2-Zellen. Die entzündungshemmende Komponente beruht auf Hemmung von TNF-α und SP (Substance P).

Spricht dafür

  • Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.

Spricht dagegen

  • Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Präklinisch gut belegt, klinisch begrenzte Daten:

  • T-Zell-Reifungsförderung: In vitro und in Tiermodellen nachgewiesene Förderung der T-Zell-Differenzierung (Level C)
  • Immunoseneszenz-Verzögerung: Alte Mäuse zeigten verbesserte Immunfunktionen nach Thymulin (Level C)
  • Entzündungshemmung: Reduktion von TNF-α und Substanz P in präklinischen Entzündungsmodellen (Level C)
Keine kontrollierten Humanstudien mit Thymulin als Therapeutikum. Alle Wirkungsaussagen basieren auf präklinischer Forschung.

T-Zell-Reifungsförderung

VorklinischTier

In vitro und in Tiermodellen nachgewiesene Förderung der T-Zell-Differenzierung.

PubMed-Quelle →

Immunoseneszenz-Verzögerung

VorklinischTier

Alter Mäuse zeigten nach Thymulin-Supplementierung verbesserte Immunfunktionen.

Entzündungshemmung

VorklinischTier

Reduktion von TNF-α und Substanz P in präklinischen Entzündungsmodellen.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Aus präklinischer Forschung abgeleitet, kein validiiertes Humanschemata:

  • 0,02–0,04 mg subkutan täglich, aus Tierprotokollen extrapoliert
  • Zink-Cofaktor: separat supplementieren (15–25 mg Zink/Tag) für Aktivierung
  • Extrem kleine Dosierungen im unteren mg-Bereich (< 0,05 mg). Vergleich: Thymosin Alpha-1 wird mit 1,6 mg dosiert
Ohne ausreichend Zink ist Thymulin biologisch inaktiv. Zinksupplementierung ist kein Ersatz für Thymulin, aber notwendige Begleitmaßnahme.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Immunmodulation (Off-label)0,02–0,04 mg1× täglich s.c.Zink-Cofaktor für Aktivität wichtig
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Subkutan oder intramuskulär in Forschungsprotokollen
  • Intranasal: in präklinischen Modellen für ZNS-Effekte untersucht
  • Keine orale Bioverfügbarkeit (Nonapeptid wird im Magen abgebaut)
  • Immer in Kombination mit Zink-reicher Ernährung oder Zink-Supplementierung
Subkutan (s.c.)Intramuskulär (i.m.)Intranasal

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Präklinisch geringe Toxizität. Humanrisiken unbekannt:

  • Sehr geringe Toxizität in Tierstudien
  • Injektionsstellenreaktionen (selten, mild)
  • Theoretisches Risiko bei Autoimmunerkrankungen: T-Zell-Stimulation
  • Nach Organtransplantation: Immunaktivierung kann Transplantat gefährden
  • Unbekannte Langzeitsicherheit beim Menschen

Bekannte Nebenwirkungen

  • Sehr geringe Toxizität in Studien
  • Selten: Injektionsstellen-Reaktionen
  • Unbekannte Langzeitsicherheit

Kontraindikationen

  • Autoimmunerkrankungen (T-Zell-Stimulation)
  • Organtransplantation (Immunsuppression)

Studienlage

Einfach erklärt

Solide Grundlagenforschung, begrenzte klinische Daten. Evidenzlevel C:

  • ✅ Bach et al. 1977 (Ann NY Acad Sci): Erstbeschreibung von Thymulin als Thymus-Hormon
  • ✅ Dardenne et al. 1982: Nachweis der Zink-Abhängigkeit der biologischen Aktivität
  • ✅ Präklinische Studien: Alte Mäuse zeigten verbesserte Immunfunktion nach Thymulin-Substitution
  • ⚠ Humanstudien: sehr begrenzt, keine kontrollierten klinischen Studien zu therapeutischer Anwendung

Thymulin restrains age-associated myeloid inflammation and enhances cancer immunotherapy

Tier

Kanemaru H, et al. (2026), Nature communications

Thymulin, ein Peptid, das mit dem Alter abnimmt, unterdrückte in Tiermodellen Entzündungen durch myeloische Zellen, verstärkte die Anti-Tumor-Immunität und verbesserte die Reaktion auf eine Krebstherapie. Dies deutet auf…

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • Einige osteuropäische Länder: als Immunmodulator registriert
  • Kein WADA-Verbot, nicht auf der Dopingliste
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Kein zugelassenes Arzneimittel in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In einigen osteuropäischen Ländern als Arzneimittel registriert. Forschungschemikalie.

Im SportWADA: Erlaubt

Thymus-Hormon (Nonapeptid). Nicht auf der WADA-Liste.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu Thymulin

Wie unterscheidet sich Thymulin von Thymosin Alpha-1?
Beide sind Thymus-Peptide, aber unterschiedlich: Thymosin Alpha-1 (28 AS) ist ein T-Zell-Aktivator mit einigen klinisch validierten Wirkungen (Sepsis, Hepatitis). Thymulin (9 AS) ist ein Thymus-spezifisches Hormon, das nur als Zink-Komplex aktiv ist und stärker auf T-Zell-Reifung (Differenzierung) als Aktivierung fokussiert ist.
Kann ich einfach mehr Zink einnehmen, um Thymulin zu "boosten"?
Teilweise ja. Zinkmangel macht Thymulin inaktiv, und Zinksubstitution bei Zinkmangel kann die Thymulin-Aktivität wiederherstellen. Aber Zink erhöht die Thymulin-Produktion nicht, nur die Aktivierbarkeit des vorhandenen Peptids. Wer keinen Zinkmangel hat, profitiert von zusätzlichem Zink für Thymulin kaum.
Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Thymulin sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,02–0,04 mg
niedrig · 0,02 mghoch · 0,04 mg
Frequenz: Täglich (20-Tage-Kur)
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration1 mg/ml
Abzug2 U
020406080100U2.00 U0.020 ml
5 mg Vial + 5 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,02 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema2 Phasen
Zyklus: 4–8 Wochen, dann 4–8 Wochen Pause.
3× wöchentlich subkutan. 4–8 Wochen Kuren.
Zum Protokoll
Fact Sheet

Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent

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