Urolithin A
Urolithin A entsteht im Darm aus Stoffen in Granatapfel, Beeren und Nüssen, aber nur, wenn die passenden Darmbakterien vorhanden sind. Es regt die Erneuerung der Mitochondrien an (Mitophagie).
Fachangaben
Auch bekannt als: UA, Mitopure
3,8-Dihydroxy-6H-dibenzo[b,d]pyran-6-on
Quick Start Guide
OralGrundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Urolithin A und wie wirkt es?
Urolithin A ist ein Stoffwechselprodukt, das bestimmte Darmbakterien aus Ellagitanninen herstellen, diese stecken in Granatapfel, Walnüssen und Beeren. Das Problem: Nicht jeder Mensch hat die passenden Bakterien. Deshalb wird es als Supplement (z. B. Mitopure) direkt angeboten.
Urolithin A ist kein Peptid, sondern ein kleines Molekül: Es entsteht im Darm, wenn die Mikrobiota Ellagtannine und Ellagsäure aus Lebensmitteln wie Granatapfel, Walnüssen oder Himbeeren verstoffwechselt. Da nicht jeder Mensch die nötigen Darmbakterien besitzt, produzieren manche Menschen kaum eigenes Urolithin A, was die Supplementierung (z. B. als Mitopure) begründet. Urolithin A gehört zu den wenigen Longevity-Wirkstoffen mit mehreren placebokontrollierten Humanstudien und gilt als Prototyp eines „Mitophagie-Aktivators".
Wirkungsweise
Es aktiviert die Mitophagie:
- Die Zelle räumt alte, schwache Mitochondrien (Kraftwerke) weg und ersetzt sie
- Das verbessert die Energieversorgung, besonders in den Muskeln
Urolithin A induziert die Mitophagie, den selektiven autophagischen Abbau dysfunktionaler Mitochondrien. Mit zunehmendem Alter sammeln sich beschädigte Mitochondrien an, ihre gezielte Entsorgung und der Ersatz durch neue, funktionsfähige Organellen verbessert die zelluläre Energiebilanz. In Muskelgewebe steigert dies in Studien Ausdauer und Kraft. Begleitend werden mitochondriale Gen-Signaturen und Plasma-Acylcarnitine günstig moduliert.
Spricht dafür
- Die erwünschte Wirkung „Verbesserte Muskelkraft & Ausdauer“ ist in Humanstudien belegt.
- Die erwünschte Wirkung „Aktivierung der Mitophagie“ ist in Humanstudien belegt.
Spricht dagegen
- Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Gelegentlich leichte gastrointestinale Symptome und Langzeit-Sicherheitsdaten über mehrere Jahre begrenzt.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Für ein Nahrungsergänzungsmittel vergleichsweise ordentlich untersucht:
- Human-Studien: bessere Mitochondrien-Funktion und Ausdauer der Muskeln (v. a. bei Älteren)
- Hinweise auf mehr Muskelkraft
- Kein „Jungbrunnen", die Effekte sind real, aber moderat
Verbesserte Muskelkraft & Ausdauer
In einer 4-monatigen RCT (88 Erwachsene mittleren Alters) steigerte Urolithin A die Muskelkraft um rund 12% und verbesserte Ausdauerparameter gegenüber Placebo.
PubMed-Quelle →Aktivierung der Mitophagie
In der ersten Humanstudie induzierte Urolithin A eine molekulare Signatur verbesserter mitochondrialer Gesundheit (Genexpression, Acylcarnitine) und war sicher.
PubMed-Quelle →Mitochondriale Gesundheit
Urolithin A verbessert in präklinischen und klinischen Modellen Marker der mitochondrialen Funktion und unterstützt den Erhalt der Muskelqualität im Alter.
Dosierung und Anwendung
In Studien oral:
- 500–1000 mg pro Tag
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Dauer | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Mitochondriale/Muskel-Gesundheit (Studie) | 500–1000 mg | 1× täglich oral | 4 Monate | Mitopure-Formulierung in Studien, keine Anwendungsempfehlung |
Anwendungsformen
Einfach:
- Oral als Kapsel oder Pulver, täglich
Nebenwirkungen und Risiken
Bisher unauffällig:
- In Studien gut verträglich, keine relevanten Sicherheitssignale
- Langzeitdaten sind noch begrenzt
Bekannte Nebenwirkungen
- •Insgesamt sehr gut verträglich in Studien
- •Gelegentlich leichte gastrointestinale Symptome
- •Langzeit-Sicherheitsdaten über mehrere Jahre begrenzt
Kontraindikationen
- •Schwangerschaft und Stillzeit (Daten begrenzt)
- •Bekannte Überempfindlichkeit
Studienlage
Solider als bei vielen Supplements:
- ✅ Mehrere kontrollierte Humanstudien zu Muskel-/Mitochondrienfunktion
- ⚠ Große Langzeitstudien fehlen noch
Health Benefits and Molecular Mechanisms of Urolithin A: From a Gut Microbiota-Derived Metabolite to Translational Applications
HumanYang Z, et al. (2026), Food science & nutrition
Urolithin A (UA) ist ein Darmmikrobiota-Metabolit. Diese Übersicht fasst molekulare Mechanismen (Mitochondrien-Kontrolle, Entzündung, oxidativer Stress) und das Potenzial bei Alterung/Krankheiten zusammen. Humane klinisc…
PubMed →HF-OCAQ: Oral comfort assessment in heart failure patients
HumanLu M, et al. (2026), PloS one
Diese Studie entwickelte und validierte den HF-OCAQ-Fragebogen zur Erfassung des subjektiven oralen Wohlbefindens bei 190 hospitalisierten Herzinsuffizienzpatienten. Es zeigte sich eine vorläufige Validität für dieses pa…
PubMed →Integrative multi-omics analysis unravels the metabolic landscape and reveals serum biomarkers for early diagnosis of hyperuricemia
HumanSun X, et al. (2026), Metabolomics : Official journal of the Metabolomic Society
Multi-Omics-Analysen (Metabolomik, Proteomik) von 195 Hyperurikämie-Patienten und 98 gesunden Kontrollen wurden durchgeführt. Ziel war, pathologische Mechanismen zu klären und neue diagnostische Biomarker zu finden.
PubMed →Rechtslage und Sport
Als Supplement verfügbar:
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Als Nahrungsergänzung erhältlich (kein Arzneimittel).
Urolithin A (Mitopure) besitzt in den USA einen GRAS-Status und wird als Nahrungsergänzungsmittel vertrieben, in der EU wurde es als Novel Food bewertet. Es handelt sich nicht um ein zugelassenes Arzneimittel. Aussagen beschränken sich auf den Forschungs- und Nahrungsergänzungskontext. Kein Heilversprechen.
Nicht auf der WADA Prohibited List 2026.
Häufige Fragen zu Urolithin A
Ist Urolithin A ein Peptid?
Warum nicht einfach Granatapfel essen?
Wie gut ist die Studienlage?
Kann ich es einfach über Granatapfel bekommen?
Ab wann merkt man etwas?
Für wen ist es interessant?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Urolithin A sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
MOTS-c
MOTS-c ist ein mitochondrial kodiertes Peptid aus 16 Aminosäuren, entdeckt 2015. In Tiermodellen wurde es auf AMPK-Aktivierung, Insulinsensitivität und altersabhängigen Muskelverlust untersucht. Ein Analogon (CB4211) durchlief Phase-1-Studien. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht ein Graubereich.
NAD+
NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein essenzielles Coenzym in jedem Zellstoffwechsel. Mit zunehmendem Alter sinken die zellulären NAD+-Spiegel. Substitution wird in der Longevity-Forschung als Therapieansatz untersucht.
SS-31
Mitochondrial-zielgerichtetes Tetrapeptid (Szeto-Schiller Peptid). Wirkt an innerer Mitochondrienmembran via Cardiolipin. In klinischen Phase-2/3-Studien zu kardiovaskulären Erkrankungen untersucht.