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Anti-Aging

NAD+

Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid

Auch bekannt als: NAD, Nicotinamide Adenine Dinucleotide, β-NAD+

NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein essenzielles Coenzym in jedem Zellstoffwechsel. Mit zunehmendem Alter sinken die zellulären NAD+-Spiegel — Substitution wird in der Longevity-Forschung als Therapieansatz untersucht.

Solide Evidenz🇩🇪 Grauzone🇦🇹 Grauzone🇨🇭 Grauzone
Plasma-HWZ < 5 min; intrazelluläre Halbwertszeit Stunden bis Tage
Halbwertszeit
Frequenz
50–100 mg/Tag s.c.
Typische Dosis
350+
PubMed-Studien

Rechtlicher Hinweis

Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und wissenschaftlichen Forschung. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist NAD+?

NAD+ ist ein Pyridin-Nukleotid und kein Peptid, wird aber im Forschungs- und Longevity-Kontext häufig wie ein Peptid-Wirkstoff angewendet (Vials, subkutane oder intravenöse Gabe). Es ist Cofaktor für > 500 Enzymreaktionen, zentral für mitochondrialen Energiestoffwechsel (Glykolyse, β-Oxidation, oxidative Phosphorylierung) sowie Substrat für Sirtuine (SIRT1–7), PARPs und CD38 — alle drei Enzymklassen sind entscheidend für DNA-Reparatur, Genregulation und Alterungsprozesse.

Wirkungsweise

NAD+ akzeptiert Elektronen aus Substraten der Atmungskette und wird zu NADH reduziert. Es ist Substrat für Sirtuine, die durch Deacetylierung Genexpression und Stoffwechsel regulieren (anti-aging-Mechanismen), sowie für PARPs in der DNA-Reparatur. Mit dem Alter steigt der NAD+-Verbrauch (CD38, chronische Entzündung) — die zellulären Spiegel sinken um bis zu 50 %. Externe NAD+-Gabe oder Vorstufen (NMN, NR) sollen diese Lücke schließen.

Wirkungen & Anwendungsgebiete

Mitochondriale Energie

Solide EvidenzHuman

Erhöhte NAD+-Spiegel verbessern mitochondriale Funktion und ATP-Produktion in präklinischen Modellen und kleineren humanen Studien.

PubMed-Quelle →

Sirtuin-Aktivierung

Solide EvidenzIn-vitro

NAD+ ist limitierender Cofaktor für SIRT1–7. Erhöhung der Spiegel aktiviert sirtuin-vermittelte Stoffwechselprogramme (Autophagie, Stressresistenz).

DNA-Reparatur

Solide EvidenzTier

PARP1 verbraucht NAD+ bei DNA-Reparatur. NAD+-Repletion verbessert die zelluläre Reparatur-Kapazität in Tiermodellen.

Subjektive Energie / Wohlbefinden

VorklinischHuman

Anwendungsberichte und kleinere Studien zeigen verbesserte Energie und kognitive Klarheit. Klinische RCTs fehlen.

Chronische Entzündung

VorklinischTier

NAD+ reduziert in präklinischen Modellen pro-inflammatorische Signalwege (NF-κB) und CD38-vermittelten Verbrauch.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.

Anwendung / PhaseDosisFrequenzDauerHinweis
NAD+-Repletion s.c.50–100 mg1× täglich8–16 WochenStandard-Forschungsprotokoll, gradueller Aufbau
IV-Infusion (klinisch)250–1000 mg1× pro Woche oder Bolus-ProgrammIn Longevity-Kliniken weit verbreitet, aber teuer
Orale Vorstufen (NMN/NR)300–1000 mg1× täglichAlternative — orale Bioverfügbarkeit besser, indirekter Anstieg von NAD+
Dosierungsrechner →

Anwendungsformen

Subkutan (s.c.)Intravenös (i.v.)Oral

Nebenwirkungen & Risiken

Bekannte Nebenwirkungen

  • Reaktionen an der Injektionsstelle (häufig)
  • Vorübergehender Flush, Wärmegefühl bei zu schneller Injektion
  • Übelkeit (selten, dosisabhängig)
  • Müdigkeit nach Anwendung (selten)
  • Kopfschmerzen

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Aktive maligne Erkrankung (PARP-/Sirtuin-Effekte umstritten — Vorsicht)
  • Bekannte Überempfindlichkeit
  • Akute Gicht / Hyperurikämie (NAD+-Stoffwechsel produziert Harnsäure-Vorstufen)

Studienlage

Nicotinamide riboside augments the aged human skeletal muscle NAD+ metabolome

Human

Elhassan YS, et al. (2019) — Cell Reports

Erste humane RCT: NR-Gabe erhöht NAD+-Spiegel in Skelettmuskel älterer Erwachsener und moduliert Entzündungsmarker.

PubMed →

NAD+ in aging: molecular mechanisms and translational implications

Tier

Verdin E. (2015) — Science

Übersichtsarbeit: NAD+-Spiegel sinken mit dem Alter, Repletion verbessert mitochondriale und metabolische Funktion in Tiermodellen.

PubMed →

Regulierungsstatus Deutschland, Österreich und die Schweiz

🇩🇪 Deutschland
🇩🇪 Grauzone
🇦🇹 Österreich
🇦🇹 Grauzone
🇨🇭 Schweiz
🇨🇭 Grauzone

Nicht als Arzneimittel zugelassen. Verkauf als Forschungschemikalie / Longevity-Substanz in der Grauzone. Nahrungsergänzungsmittel-Form (NMN, NR) ist in der EU nicht als Novel Food zugelassen.

Häufige Fragen zu NAD+

NAD+ vs. NMN/NR — was ist besser?+
NAD+ direkt ist molekular zu groß für effiziente orale Aufnahme — daher subkutan oder intravenös. NMN und NR sind kleinere Vorstufen, die oral resorbiert und zu NAD+ konvertiert werden. NMN/NR sind praktischer, NAD+-Direktgabe wirkt schneller und stärker.
Warum sinken NAD+-Spiegel im Alter?+
Hauptursachen: gesteigerte CD38-Aktivität (entzündungsbedingt), erhöhter PARP-Verbrauch (kumulative DNA-Schäden), sinkende Synthesekapazität. Im Skelettmuskel und Gehirn werden bis zu 50 % Reduktion zwischen 20 und 80 Jahren gemessen.
Wie schnell wirkt subkutanes NAD+?+
Subjektive Energieeffekte oft in Woche 1–2. Mitochondriale und sirtuin-vermittelte Effekte sind erst nach 4–8 Wochen messbar. Klinische Endpunkte (Gehstrecke, kognitive Tests) brauchen 8–16 Wochen.
Ist NAD+ ein Peptid?+
Nein — NAD+ ist ein Pyridin-Nukleotid, bestehend aus Nicotinamid + Ribose + zwei Phosphaten + Adenin. Wird aber im Forschungs- und Longevity-Kontext häufig in derselben Anwendungslogik (Vial, Rekonstitution, Injektion) verwendet wie Peptide.

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