SS-31
SS-31 reichert sich in den Mitochondrien an, den Kraftwerken der Zelle, und stabilisiert dort die Energieproduktion. Es ist bereits in klinischen Studien am Menschen getestet worden.
Fachangaben
Auch bekannt als: Elamipretid, MTP-131, Bendavia
D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2 (Szeto-Schiller Peptid 31, Elamipretid)
Quick Start Guide
SubkutanGrundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist SS-31 und wie wirkt es?
SS-31 (auch Elamipretid oder MTP-131) ist ein künstlich entwickeltes Peptid aus vier Aminosäuren, aber mit einem Trick: Zwei davon sind D-Aminosäuren (gespiegelte Versionen), was es deutlich stabiler macht. SS-31 wurde entwickelt, um an ein Molekül in der inneren Mitochondrienmembran zu binden: Cardiolipin. Cardiolipin ist wie das Schmieröl der Zell-Kraftwerke, wenn es beschädigt wird, läuft die Energieproduktion schlecht.
SS-31 (Elamipretid) ist ein synthetisches 4-Aminosäure-Peptid, das gezielt an die innere Mitochondrienmembran bindet. Es wurde von Hazel Szeto und Peter Schiller entwickelt. Die Affinität zu Cardiolipin ist der Schlüsselmechanismus. SS-31 befindet sich in klinischen Phase-2/3-Studien für Herzinsuffizienz und primäre mitochondriale Myopathie.
Wirkungsweise
- Bindet an Cardiolipin in der inneren Mitochondrienmembran
- Stabilisiert den Elektronentransport (das "Energieband" der Mitochondrien)
- Optimiert die ATP-Produktion, die Energie-Währung der Zelle
- Reduziert Produktion schädlicher freier Radikale (ROS) an der Quelle
- Verhindert, dass Cytochrom c freigesetzt wird, ein Signal für Zelltod
SS-31 bindet selektiv an Cardiolipin in der inneren Mitochondrienmembran und stabilisiert die Cristae-Architektur. Dies schützt Cytochrom-c-Oxidase-Komplexe, verbessert die ATP-Synthese-Effizienz und reduziert mitochondriale ROS-Produktion.
Spricht dafür
- Der Wirkstoff ist Gegenstand aktiver Forschung.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Die Befunde stammen aus klinischen Studien am Menschen und aus Tiermodellen:
- Herzfunktionsverbesserung bei Herzinsuffizienz (Phase-2-Studien)
- Verbesserung der Muskelkraft und Gehstrecke bei Barth-Syndrom (Phase-2/3)
- Nierenschutz nach Ischämie (Tiermodelle und frühe klinische Daten)
- Reduktion von oxidativem Stress in Zell- und Tiermodellen
Mitochondriale Membranstabilisierung
Gut charakterisierter Mechanismus via Cardiolipin-Bindung in präklinischen Modellen (u. a. Nieren-Ischämie). Klinische Herzinsuffizienz-Daten fehlen für diese Publikation.
PubMed-Quelle →Dosierung und Anwendung
Aus klinischen Studien:
- 0,25 mg/kg/Stunde als kontinuierliche i.v.-Infusion (klinische Studien)
- Subkutane Dosierungen: noch nicht gut etabliert, ca. 10–40 mg
- Halbwertszeit: ~2–3 Stunden
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Klinisches Forschungsprotokoll | 0,1 mg/kg s.c. | Täglich | Nur Studienkontext |
Anwendungsformen
- Intravenös (i.v.) in klinischen Studien
- Subkutan in Forschungskontexten, weniger gut charakterisiert
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
SS-31 hat in klinischen Studien ein gutes Sicherheitsprofil gezeigt:
- Injektionsreaktionen, gelegentlich
- Übelkeit oder Flush bei i.v.-Gabe
- In Phase-2/3-Studien bisher gut verträglich
Bekannte Nebenwirkungen
- •Injektionsstellenreaktionen
- •In Studien gut verträglich
- •Langzeitsicherheit in Untersuchung
Kontraindikationen
- •Keine ausreichenden Langzeitdaten
Studienlage
SS-31 ist das mitochondriale Peptid mit der stärksten klinischen Pipeline:
- ✅ Breite Publikationslage
- ✅ Phase-2-Studien bei Herzinsuffizienz, Nierenversagen, Barth-Syndrom
- ✅ Phase-3-Studie (TAZPOWER) mit signifikanter Verbesserung der Gehstrecke
- ✅ FDA Breakthrough Therapy Designation
- ⚠ Noch nicht zugelassen, klinische Entwicklung läuft
- Level C, noch experimentell
Clinical development in primary mitochondrial diseases at a translational inflection point: Lessons, mechanisms, and emerging therapeutic strategies
HumanWang LT, et al. (2026), Biomedicine & pharmacotherapy = Biomedecine & pharmacotherapie
Dieser Übersichtsartikel zu primären mitochondrialen Erkrankungen (PMDs) nennt SS-31 (Elamipretide) als eine von vier Therapien mit behördlicher Zulassung, inkl. FDA-Approbation bei Barth-Syndrom.
PubMed →Elamipretide (SS-31) promotes recovery by preserving mitochondrial bioenergetics and neural remodeling after spinal cord injury
TierSong Z, Ban Z, Zhao H, Mei X. (2026), Neurochemistry International
Tiermodell: SS-31 verbesserte motorische Erholung und Gangleistung nach Rückenmarksverletzung in Mäusen durch reduzierte Apoptose-Signale und erhaltene mitochondriale Funktion.
PubMed →SLC25A28 ameliorates hyperoxic lung injury by improving mitochondrial oxidative phosphorylation in alveolar epithelial cells
TierLu T, Chen SQ, Li SH, et al. (2026), International Journal of Molecular Sciences
In vivo/in vitro: Das mitochondrien-zielgerichtete SS-31 erhielt SLC25A28-Proteinspiegel und reduzierte alveoläre Hyperoxie-Schäden im neonatalen BPD-Mausmodell.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
- USA: FDA Breakthrough Therapy Designation für Barth-Syndrom erhalten
Nicht zugelassen. In aktiver klinischer Entwicklung (Phase 2/3). RUO. Als nicht zugelassene pharmakologische Substanz ohne Marktzulassung fällt SS-31 unter WADA S0.
Nicht explizit auf der WADA Prohibited List 2026, aber als Prüfsubstanz ohne Marktzulassung fällt SS-31 unter S0 (nicht zugelassene Substanzen). Für WADA-konforme Verbände verboten.
Häufige Fragen zu SS-31
Was macht SS-31 besonders unter den Anti-Aging-Peptiden?
Was ist Barth-Syndrom?
Kann SS-31 Anti-Aging bewirken?
Teil bekannter Peptid-Stacks
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für SS-31 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
MOTS-c
MOTS-c ist ein mitochondrial kodiertes Peptid aus 16 Aminosäuren, entdeckt 2015. In Tiermodellen wurde es auf AMPK-Aktivierung, Insulinsensitivität und altersabhängigen Muskelverlust untersucht. Ein Analogon (CB4211) durchlief Phase-1-Studien. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht ein Graubereich.
Humanin
Mitochondrial kodiertes 24-AS-Peptid, 2001 entdeckt. In der Forschung auf neuroprotektive Mechanismen und Alterungsprozesse untersucht. Sinkende Spiegel im Alter dokumentiert.
Epithalon
Epithalon ist ein synthetisches Tetrapeptid (4 Aminosäuren), das von der Zirbeldrüse (Pinealdrüse) abgeleitet ist und in der Longevity-Forschung vor allem wegen der Telomerase-Aktivierung untersucht wird.