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Anti-Aging

SS-31

SS-31 reichert sich in den Mitochondrien an, den Kraftwerken der Zelle, und stabilisiert dort die Energieproduktion. Es ist bereits in klinischen Studien am Menschen getestet worden.

VorklinischDE, AT, CH: Grauzone#35Rang 35 von 8057/100
AnwendungSubkutan (s.c.), Intramuskulär (i.m.)
Typische Dosis5–10 mg/Tag
Halbwertszeit~2 Stunden (subkutan)
PubMed-Studien462+
Fachangaben

Auch bekannt als: Elamipretid, MTP-131, Bendavia

D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2 (Szeto-Schiller Peptid 31, Elamipretid)

Quick Start Guide

Subkutan
Wie oft
1× täglich
Unter die Haut, Injektionsstelle wechseln
Zeitpunkt
Morgens, konstante Tageszeit
Wirkung ab wann
Energieverbesserung nach wenigen Tagen, Belastbarkeit nach 2–4 Wochen
Lagerung
Bei 2–8 °C lagern, angemischt 28 Tage haltbar
8–12 Wochen, Daten über 12 Wochen limitiert
Pause danach
Pause oder Erhaltung nach 12 Wochen möglich
~2 Stunden (subkutan)
S0 / unklar
Intramuskuläre Anwendung ist ebenfalls beschrieben, eigene Kurzwerte dazu fehlen. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist SS-31 und wie wirkt es?

Einfach erklärt

SS-31 (auch Elamipretid oder MTP-131) ist ein künstlich entwickeltes Peptid aus vier Aminosäuren, aber mit einem Trick: Zwei davon sind D-Aminosäuren (gespiegelte Versionen), was es deutlich stabiler macht. SS-31 wurde entwickelt, um an ein Molekül in der inneren Mitochondrienmembran zu binden: Cardiolipin. Cardiolipin ist wie das Schmieröl der Zell-Kraftwerke, wenn es beschädigt wird, läuft die Energieproduktion schlecht.

SS-31 (Elamipretid) ist ein synthetisches 4-Aminosäure-Peptid, das gezielt an die innere Mitochondrienmembran bindet. Es wurde von Hazel Szeto und Peter Schiller entwickelt. Die Affinität zu Cardiolipin ist der Schlüsselmechanismus. SS-31 befindet sich in klinischen Phase-2/3-Studien für Herzinsuffizienz und primäre mitochondriale Myopathie.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Bindet an Cardiolipin in der inneren Mitochondrienmembran
  • Stabilisiert den Elektronentransport (das "Energieband" der Mitochondrien)
  • Optimiert die ATP-Produktion, die Energie-Währung der Zelle
  • Reduziert Produktion schädlicher freier Radikale (ROS) an der Quelle
  • Verhindert, dass Cytochrom c freigesetzt wird, ein Signal für Zelltod

SS-31 bindet selektiv an Cardiolipin in der inneren Mitochondrienmembran und stabilisiert die Cristae-Architektur. Dies schützt Cytochrom-c-Oxidase-Komplexe, verbessert die ATP-Synthese-Effizienz und reduziert mitochondriale ROS-Produktion.

Spricht dafür

  • Der Wirkstoff ist Gegenstand aktiver Forschung.

Spricht dagegen

  • Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Die Befunde stammen aus klinischen Studien am Menschen und aus Tiermodellen:

  • Herzfunktionsverbesserung bei Herzinsuffizienz (Phase-2-Studien)
  • Verbesserung der Muskelkraft und Gehstrecke bei Barth-Syndrom (Phase-2/3)
  • Nierenschutz nach Ischämie (Tiermodelle und frühe klinische Daten)
  • Reduktion von oxidativem Stress in Zell- und Tiermodellen

Mitochondriale Membranstabilisierung

VorklinischTier

Gut charakterisierter Mechanismus via Cardiolipin-Bindung in präklinischen Modellen (u. a. Nieren-Ischämie). Klinische Herzinsuffizienz-Daten fehlen für diese Publikation.

PubMed-Quelle →

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Aus klinischen Studien:

  • 0,25 mg/kg/Stunde als kontinuierliche i.v.-Infusion (klinische Studien)
  • Subkutane Dosierungen: noch nicht gut etabliert, ca. 10–40 mg
  • Halbwertszeit: ~2–3 Stunden
SS-31 ist noch kein zugelassenes Arzneimittel. Alle Dosierungen außerhalb klinischer Studien sind experimentell.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Klinisches Forschungsprotokoll0,1 mg/kg s.c.TäglichNur Studienkontext
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Intravenös (i.v.) in klinischen Studien
  • Subkutan in Forschungskontexten, weniger gut charakterisiert
Subkutan (s.c.)Intramuskulär (i.m.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

SS-31 hat in klinischen Studien ein gutes Sicherheitsprofil gezeigt:

  • Injektionsreaktionen, gelegentlich
  • Übelkeit oder Flush bei i.v.-Gabe
  • In Phase-2/3-Studien bisher gut verträglich
Trotz gutem klinischem Profil: SS-31 ist kein zugelassenes Arzneimittel. Eigenanwendung außerhalb von Studien ist nicht empfohlen.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Injektionsstellenreaktionen
  • In Studien gut verträglich
  • Langzeitsicherheit in Untersuchung

Kontraindikationen

  • Keine ausreichenden Langzeitdaten

Studienlage

Einfach erklärt

SS-31 ist das mitochondriale Peptid mit der stärksten klinischen Pipeline:

  • ✅ Breite Publikationslage
  • ✅ Phase-2-Studien bei Herzinsuffizienz, Nierenversagen, Barth-Syndrom
  • ✅ Phase-3-Studie (TAZPOWER) mit signifikanter Verbesserung der Gehstrecke
  • ✅ FDA Breakthrough Therapy Designation
  • ⚠ Noch nicht zugelassen, klinische Entwicklung läuft
  • Level C, noch experimentell

Clinical development in primary mitochondrial diseases at a translational inflection point: Lessons, mechanisms, and emerging therapeutic strategies

Human

Wang LT, et al. (2026), Biomedicine & pharmacotherapy = Biomedecine & pharmacotherapie

Dieser Übersichtsartikel zu primären mitochondrialen Erkrankungen (PMDs) nennt SS-31 (Elamipretide) als eine von vier Therapien mit behördlicher Zulassung, inkl. FDA-Approbation bei Barth-Syndrom.

PubMed →

Elamipretide (SS-31) promotes recovery by preserving mitochondrial bioenergetics and neural remodeling after spinal cord injury

Tier

Song Z, Ban Z, Zhao H, Mei X. (2026), Neurochemistry International

Tiermodell: SS-31 verbesserte motorische Erholung und Gangleistung nach Rückenmarksverletzung in Mäusen durch reduzierte Apoptose-Signale und erhaltene mitochondriale Funktion.

PubMed →

SLC25A28 ameliorates hyperoxic lung injury by improving mitochondrial oxidative phosphorylation in alveolar epithelial cells

Tier

Lu T, Chen SQ, Li SH, et al. (2026), International Journal of Molecular Sciences

In vivo/in vitro: Das mitochondrien-zielgerichtete SS-31 erhielt SLC25A28-Proteinspiegel und reduzierte alveoläre Hyperoxie-Schäden im neonatalen BPD-Mausmodell.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • USA: FDA Breakthrough Therapy Designation für Barth-Syndrom erhalten
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Nicht zugelassen. In aktiver klinischer Entwicklung (Phase 2/3). RUO. Als nicht zugelassene pharmakologische Substanz ohne Marktzulassung fällt SS-31 unter WADA S0.

Im SportWADA: S0 / unklar

Nicht explizit auf der WADA Prohibited List 2026, aber als Prüfsubstanz ohne Marktzulassung fällt SS-31 unter S0 (nicht zugelassene Substanzen). Für WADA-konforme Verbände verboten.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu SS-31

Was macht SS-31 besonders unter den Anti-Aging-Peptiden?
SS-31 ist eines der wenigen Peptide mit gezielter Mitochondrien-Membranbindung (Cardiolipin). Die mechanistische Basis ist klar. Allerdings sind Phase-3-Ergebnisse bei Herzinsuffizienz bisher gemischt.
Was ist Barth-Syndrom?
Barth-Syndrom ist eine seltene, schwere Erkrankung, bei der Cardiolipin, genau das, woran SS-31 bindet, genetisch defekt ist. Betroffene Kinder haben schwache Muskeln und Herzschwäche. SS-31 ist für diese Erkrankung besonders relevant, weil es direkt den Defektmechanismus adressiert.
Kann SS-31 Anti-Aging bewirken?
Mitochondriale Dysfunktion ist eine der Haupttheorien des Alterns. SS-31 verbessert Mitochondrienfunktion, in der Theorie ein Anti-Aging-Ansatz. Aber klinische Anti-Aging-Studien am Menschen gibt es nicht. Aktuell ist SS-31 für spezifische Erkrankungen relevant, nicht für allgemeines Anti-Aging.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für SS-31 sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite5–10 mg
niedrig · 5 mghoch · 10 mg
Frequenz: Täglich
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration10 mg/ml
Abzug50 U
020406080100U50.0 U0.500 ml
10 mg Vial + 1 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 5 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema4 Phasen
Zyklus: 8–12 Wochen, danach Pause oder Erhaltung. Limitierte Daten > 12 Wochen.
Tägliche subkutane Injektion über 8–12 Wochen.
Zum Protokoll
Fact Sheet

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