Klotho
Klotho ist ein körpereigenes Protein, dessen Spiegel mit dem Alter sinkt. In einer Studie an alternden Affen verbesserte eine einzelne niedrige Dosis das Arbeitsgedächtnis. Beim Menschen gibt es bislang nur Beobachtungen und keine Anwendung.
Fachangaben
Auch bekannt als: α-Klotho, Alpha-Klotho, sKlotho, lösliches Klotho
Alpha-Klotho, transmembranes Anti-Aging-Protein (lösliche Form sKlotho)
Auf einen Blick
Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.
Rechtlicher Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was ist Klotho und wie wirkt es?
Klotho ist nach einer Figur der griechischen Mythologie benannt, die den Lebensfaden spinnt. Der Name passt zum Befund: Mäuse ohne dieses Protein altern auffällig schnell. Klotho wird vor allem in der Niere gebildet und kommt in zwei Varianten vor. Eine sitzt fest in der Zellwand, die andere wird abgespalten und schwimmt frei im Blut, wo sie weit entfernte Organe erreicht. Mit steigendem Alter sinkt der Spiegel, und genau das macht Klotho für die Longevity-Forschung interessant.
Klotho ist ein hauptsächlich in der Niere gebildetes Protein, das 1997 nach der japanischen Schicksalsgöttin benannt wurde. Es existiert als membrangebundene und als lösliche, im Blut zirkulierende Form (sKlotho). Klotho-Spiegel sinken mit dem Alter und bei chronischen Erkrankungen wie Nierenschwäche, Diabetes und Alzheimer. In Tiermodellen verlängerte eine höhere Klotho-Aktivität die Lebensspanne und verbesserte die kognitive Leistung. Klotho ist ein großes Protein und kein klassisches kurzes Peptid. Es ist in der DACH-Region nicht als Arzneimittel oder Nahrungsergänzung zugelassen und ausschließlich Forschungsgegenstand.
Wirkungsweise
Klotho ist weniger ein Schalter als ein Mitspieler in mehreren Regelkreisen:
- Zusammen mit dem Hormon FGF23 steuert es in der Niere den Phosphathaushalt.
- Die lösliche Form zirkuliert im Blut und wirkt an Organen fernab der Niere, etwa im Gehirn.
- In Zellmodellen dämpft Klotho den TGF-beta-Signalweg, der bei der Vernarbung von Gewebe eine Rolle spielt.
- Es greift außerdem in Insulin- und IGF-1-Signalwege ein, die in der Alternsforschung als zentral gelten.
Klotho wirkt auf mehreren Wegen. Als Ko-Rezeptor reguliert es die Signalgebung des Hormons FGF23 und damit den Phosphat- und Vitamin-D-Haushalt. Unabhängig davon hemmt lösliches Klotho profibrotische Signalwege wie TGF-beta, moduliert oxidativen Stress und beeinflusst Insulin- und IGF-1-Signalwege. Im Gehirn werden Klotho neuroprotektive und die Synapsenfunktion stärkende Effekte zugeschrieben. Viele dieser Mechanismen sind bislang vor allem in Zell- und Tiermodellen belegt.
Spricht dafür
- Im Wettkampfsport ist der Wirkstoff nach aktueller WADA-Liste nicht verboten.
Spricht dagegen
- Die Studienlage ist noch begrenzt, belastbare Daten aus Studien am Menschen sind rar.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Fast alle Befunde stammen aus Tiermodellen und Beobachtungsstudien (Evidenzgrad C):
- In einer Studie an alternden nichtmenschlichen Primaten verbesserte eine einzelne niedrige Dosis das Arbeitsgedächtnis.
- In Zell- und Tiermodellen zeigte sich ein Schutz des Nierengewebes vor Vernarbung.
- In Beobachtungsstudien am Menschen gingen höhere Klotho-Spiegel mit besserer kognitiver Funktion und günstigeren Alterungsmarkern einher.
- Ein Ursache-Wirkungs-Nachweis fehlt. Hohe Spiegel könnten auch Folge guter Gesundheit sein statt ihr Grund.
Kognitive Verbesserung (präklinisch)
In einer Studie an alternden nichtmenschlichen Primaten verbesserte eine einzelne niedrige Dosis Klotho das Arbeitsgedächtnis. Übertragbarkeit auf den Menschen ist nicht belegt.
PubMed-Quelle →Nierenschutz (präklinisch)
Rekombinantes Klotho schützte in Zell- und Tiermodellen vor Nierenfibrose, unter anderem durch Hemmung des TGF-beta-Signalwegs.
Zusammenhang mit gesundem Altern (Beobachtung)
In Beobachtungsstudien am Menschen gingen höhere Klotho-Spiegel mit besserer kognitiver Funktion und günstigeren Alterungsmarkern einher. Ein Ursache-Wirkungs-Nachweis fehlt.
Dosierung und Anwendung
Eine Dosis für den Menschen gibt es nicht:
- In Tierstudien wurden einzelne, sehr niedrige Gaben von rekombinantem Klotho verwendet.
- Auffällig war, dass niedrige Dosen besser wirkten als hohe.
- Aus diesen Tierdaten lässt sich keine Menge für den Menschen ableiten.
Studien-Dosierungen
| Anwendung / Phase | Dosis | Frequenz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Keine Dosierungsdaten verfügbar | |||
Anwendungsformen
- In der Forschung wird rekombinantes Klotho unter die Haut oder in die Vene gegeben.
- Als großes Protein wäre eine Tablette wirkungslos, der Magen würde es in seine Bausteine zerlegen.
- Erste klinische Ansätze arbeiten deshalb mit Gentherapie und stehen ganz am Anfang.
Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.
Nebenwirkungen und Risiken
Das Sicherheitsprofil beim Menschen ist nicht ausreichend untersucht:
- Belastbare Daten zu Nebenwirkungen am Menschen liegen nicht vor.
- Theoretisch sind Einflüsse auf den Phosphat- und Mineralhaushalt möglich, weil Klotho mit FGF23 zusammenspielt.
- Wechselwirkungen mit Insulin- und IGF-1-Signalwegen sind denkbar.
Bekannte Nebenwirkungen
- •Nebenwirkungsprofil beim Menschen nicht ausreichend untersucht
- •Mögliche Einflüsse auf den Phosphat- und Mineralhaushalt (theoretisch, über FGF23)
Kontraindikationen
- •Keine Anwendung außerhalb der Forschung
- •Fehlende Sicherheitsdaten beim Menschen
Studienlage
Die Forschung ist lebhaft, die Belege am Menschen bleiben aber indirekt (Evidenzgrad C):
- ✅ Tierstudie an alternden Primaten mit verbessertem Arbeitsgedächtnis nach einer einzelnen niedrigen Dosis.
- ✅ Zell- und Tiermodelle zum Schutz des Nierengewebes vor Vernarbung.
- ✅ Beobachtungsstudien am Menschen, in denen niedrige Klotho-Spiegel mit ungünstigeren Gesundheitsmarkern einhergingen.
- ⚠ Kontrollierte Studien, in denen Menschen Klotho erhalten, fehlen bislang.
Relationship between klotho and psoriasis: A cross-sectional analysis of NHANES 2009-2010 and Mendelian randomization study
HumanZhang M, et al. (2026), Medicine
Humanstudie mit 1407 Teilnehmern: Niedrige Serum-Klotho-Spiegel waren mit höherer Psoriasis-Prävalenz und Mortalität bei Betroffenen assoziiert. Ein kausaler Zusammenhang wurde nicht belegt, jedoch könnte Klotho ein Biom…
PubMed →Biomarker-guided pharmacotherapy in cardiovascular-kidney-metabolic syndrome: A three-dimensional framework for precision drug selection and monitoring
HumanLi Y, et al. (2026), Pharmacology & therapeutics
Dieser Review stellt einen dreidimensionalen, Biomarker-gesteuerten Rahmen für die Präzisionspharmakotherapie beim kardiovaskulär-renal-metabolischen (CKM) Syndrom vor, der die Wirkstoffauswahl und Überwachung unterstütz…
PubMed →FGFR1-FGFR4 remodeling drives PLCγ-Ca(2+)-dependent hepatic stellate cell activation in liver fibrosis
HumanNguyen PA, et al. (2026), The Korean journal of physiology & pharmacology : official journal of the Korean Physiological Society and the Korean Society of Pharmacology
Studie zeigt, wie FGFR1-FGFR4-Umgestaltung die Aktivierung hepatischer Sternzellen (HSCs) in Leberfibrose über eine PLCγ-Ca2+-Achse antreibt, was Ca2+-Einstrom für den HSC-Phänotyp erfordert.
PubMed →Rechtslage und Sport
- 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone. Weder als Arzneimittel noch als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen, ausschließlich Forschungsgegenstand (RUO).
- 🏅 WADA: nicht auf der Verbotsliste 2026.
Klotho ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht als Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel zugelassen (Stand 2026). Es ist ausschließlich Forschungsgegenstand. Erste klinische Ansätze, teils über Gentherapie, befinden sich in früher Entwicklung. Als Wirkstoff frei verfügbare Klotho-Präparate sind nicht validiert und nicht für die Anwendung am Menschen bestimmt (RUO).
Klotho ist nicht namentlich auf der WADA Prohibited List 2026 aufgeführt.
Häufige Fragen zu Klotho
Kann man Klotho als Nahrungsergänzung kaufen?
Was macht Klotho für die Longevity-Forschung interessant?
Wie belastbar ist die Evidenz?
Warum wirkten niedrige Dosen besser als hohe?
Werkzeuge
Die wichtigsten Kennzahlen für Klotho sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.
Weitere Werkzeuge:Kosten-Rechner·Protokoll- & Kalender-Planer·Wirkungs-Timeline·Peptid-Vergleich·PeptidWiki-Assistent
Epithalon
Epithalon ist ein synthetisches Tetrapeptid (4 Aminosäuren), das von der Zirbeldrüse (Pinealdrüse) abgeleitet ist und in der Longevity-Forschung vor allem wegen der Telomerase-Aktivierung untersucht wird.
NAD+
NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein essenzielles Coenzym in jedem Zellstoffwechsel. Mit zunehmendem Alter sinken die zellulären NAD+-Spiegel. Substitution wird in der Longevity-Forschung als Therapieansatz untersucht.
GDF-11
GDF-11 ist ein TGF-β-Superfamilienmitglied, das 2013 als möglicher systemischer Verjüngungsfaktor kontrovers diskutiert wurde, nachdem parabiontische Experimente mit jungem Blut Organverjüngung zeigten.