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Forschung
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Larazotide (Larazotid-Acetat / AT-1001)

H-Gly-Gly-Val-Leu-Val-Gln-Pro-Gly-OH (8 Aminosäuren)

Auch bekannt als: AT-1001, Larazotid-Acetat, INN Larazotide

Oktapeptid, das Tight Junctions im Darmepithel stabilisiert und in Phase-2-Studien bei Zöliakie die intestinale Permeabilität reduzierte.

Solide Evidenz🇩🇪 Grauzone🇦🇹 Grauzone🇨🇭 Grauzone
#42Rang 42 von 8050/100
Lokal im GI-Trakt wirksam (kaum systemische Resorption)
Halbwertszeit
3× täglich (oral, vor Mahlzeiten)
Frequenz
1,5 mg/Tag (0,5 mg 3×/Tag)
Typische Dosis
54+
PubMed-Studien
Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Risiko-Nutzen-Abwägung
020406080100RISIKONEUTRALNUTZENWIRD BERECHNET …
Moderates Verhältnis – individuelle Abwägung
Nutzen und Risiken halten sich die Waage. Datenlage und Rechtsstatus erfordern besondere Abwägung.
53
Composite Score / 100
Abwägen
Bewertungsfaktoren
Sicherheitsprofil64%35% Gew.
Evidenzqualität47%28% Gew.
Verträglichkeit53%24% Gew.
Mechanismus40%10% Gew.
Praktikabilität20%3% Gew.
0–39 · Hohes Risiko40–66 · Abwägen67–100 · Empfehlenswert

Kein Ersatz für medizinische Beratung. Composite-Score aus Ranking-Daten, Regulierungsstatus, Studienlage und Verträglichkeitsprofil — Stand 2025.

Zusammenfassung

Larazotid soll die Verbindungen zwischen den Zellen der Darmwand abdichten und so einen „durchlässigen Darm" verringern. Bei der Glutenunverträglichkeit Zöliakie verlief eine frühere Studie am Menschen vielversprechend, eine größere danach jedoch erfolglos — die Entwicklung wurde eingestellt.

Auf einen Blick

Typische Dosis1,5 mg/Tag (0,5 mg 3×/Tag)
HalbwertszeitLokal im GI-Trakt wirksam (kaum systemische Resorption)
ForschungslageSolide (B)

Vor- & Nachteile

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Tight Junction-Stabilisierung“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Reduktion intestinaler Permeabilität“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die Anwendung ist vergleichsweise einfach, da der Wirkstoff oral eingenommen werden kann.

Spricht dagegen

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
  • Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Kopfschmerzen und Harnwegsinfektionen.

Mehr im Detail — zum Aufklappen

Was ist Larazotide (Larazotid-Acetat / AT-1001)?Larazotide (Larazotid-Acetat, früher: AT-1001) ist ein synthetisches Oktapeptid mit 8 Aminosäuren, das…

Larazotide (Larazotid-Acetat, früher: AT-1001) ist ein synthetisches Oktapeptid mit 8 Aminosäuren, das die Tight Junctions im Darm stabilisiert. Tight Junctions sind die molekularen "Klebebänder" zwischen Darmzellen — wenn sie aufreißen, können Nahrungsbestandteile und Bakterienbestandteile ins Blut gelangen ("Leaky Gut"). Bei Zöliakie öffnet Gluten diese Junctions durch das Signal-Protein Zonulin. Larazotide blockiert Zonulin und hält die Junctions geschlossen. Phase-2-Studien zeigten Wirkung, das Programm wurde nach schwierigen Phase-3-Studien eingestellt. In DACH nicht zugelassen.

Wie wirkt es?Bindet an Tight Junction-Proteine (Occludin, Claudine) und stabilisiert den Apical Junction Complex.
  • Bindet an Tight Junction-Proteine (Occludin, Claudine) und stabilisiert den Apical Junction Complex.
  • Antagonisiert Zonulin — das körpereigene Signal, das Tight Junctions öffnet.
  • Reduziert die parazelluläre Permeabilität: weniger Durchlass für große Moleküle (Antigene, Gliadin).
  • Wirkt lokal im Darm, kaum systemische Resorption — was das Nebenwirkungsprofil günstig macht.
Was kann es bewirken?Einziges oral wirkendes Tight-Junction-stabilisierendes Peptid mit klinischen Daten:

Einziges oral wirkendes Tight-Junction-stabilisierendes Peptid mit klinischen Daten:

  • Reduktion intestinaler Permeabilität bei Zöliakie: Phase-2-Studie positiv (Level B)
  • Symptomreduktion bei Glutenbelastung: signifikant vs. Placebo in kontrollierter Phase-2-Studie (Level B)
  • Zonulin-Antagonismus: in vitro gut belegt (Level B)

Larazotide ist kein Heilmittel für Zöliakie und kein Ersatz für glutenfreie Ernährung. Es wurde als Ergänzung untersucht. Phase 3 schließlich ohne Erfolg.

Wie viel wird verwendet?Klinisches Phase-2-Schema:

Klinisches Phase-2-Schema:

  • 0,5 mg oral, 3× täglich (1,5 mg/Tag gesamt)
  • Einnahme ca. 15 Minuten vor den Mahlzeiten
  • Kapseln oder Tabletten — lokale Wirkung im Darm

Das klinische Entwicklungsprogramm wurde eingestellt. Kein kommerziell verfügbares Produkt. Reinheit und Qualität von Forschungsquellen variiert.

Wie wird es angewendet?Oral: einzige sinnvolle Route (Wirkung im GI-Trakt)
  • Oral: einzige sinnvolle Route (Wirkung im GI-Trakt)
  • Systemische Resorption: minimal — kaum Wirkung über den Darm hinaus
  • Als Kapsel/Tablette, mit Wasser, vor den Mahlzeiten
Gibt es Risiken?Überraschend gutes Verträglichkeitsprofil aus Phase-2-Studien:

Überraschend gutes Verträglichkeitsprofil aus Phase-2-Studien:

  • Kopfschmerzen (häufigste Nebenwirkung in Studien)
  • Harnwegsinfektionen (leicht erhöhte Rate)
  • Übelkeit (selten)
  • Keine schwerwiegenden systemischen Nebenwirkungen in Phase-2-Studien
Ist es erlaubt?🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone — kein zugelassenes Arzneimittel; Verkauf üblich als Forschungsc…
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone — kein zugelassenes Arzneimittel; Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • Kein WADA-Verbot
Was sagen Studien?~85 PubMed-Einträge; solide Phase-2-Basis, Phase 3 schwierig.

~85 PubMed-Einträge; solide Phase-2-Basis, Phase 3 schwierig. Evidenzlevel B:

  • ✅ Kelly et al. 2013 (Aliment Pharmacol Ther): Phase-2-RCT — Larazotid reduziert Symptome und Darmpermeabilität bei Glutenbelastung
  • ✅ Leffler et al. 2012 (Gastroenterology): Positiver Phase-2b-Befund
  • ❌ Phase-3-Studie (IMGX003): kein signifikanter Primärendpunkt — Programm von Alba Therapeutics eingestellt
Häufige Fragen
Hilft Larazotide bei "Leaky Gut" allgemein?
Nur bei Zöliakie wurde es kontrolliert untersucht. Ob es bei nicht-Zöliakie-assoziierter erhöhter Darmpermeabilität hilft, wurde nicht in kontrollierten Studien geprüft. Die Verwendung im "Leaky Gut"-Kontext ohne Zöliakie-Diagnose ist spekulativ.
Warum wurde das Programm eingestellt, wenn Phase 2 positiv war?
Phase 2 prüft Machbarkeit und Sicherheit mit kleinen Gruppen. Phase 3 prüft Wirksamkeit groß angelegt. Viele Substanzen, die Phase 2 bestehen, scheitern in Phase 3 — weil die Effektgröße zu klein war, die Endpunkte falsch gewählt waren oder Placebo-Effekte größer als erwartet waren. Das ist ein normaler, schmerzhafter Teil der Arzneimittelentwicklung.

Forschungsstand & Ranking

Evidenz
14/30
Sicherheit
16/25
Volumen
9/15
Rechtlich
6/15
Mechanismus
4/10
Prakt.
1/5
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Tools & Ressourcen

DosierungsrechnerMischungsverhältnis-RechnerFact Sheet (PDF/Druck)

Larazotide (Larazotid-Acetat / AT-1001) im Direktvergleich

Wie schlägt sich Larazotide (Larazotid-Acetat / AT-1001) gegen verwandte Wirkstoffe? Evidenz, Sicherheit und Rechtslage direkt nebeneinander:

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Nächste Schritte

Schritt 1
Informieren

Wirkung, Dosierung & Risikoprofil von Larazotide (Larazotid-Acetat / AT-1001) gelesen.

✓ Abgeschlossen
2Schritt 2
Protokoll lesen

Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Forschungseinsatz.

3Schritt 3
Dosierung berechnen

Individuelle Dosierung auf Basis von Körpergewicht & Protokoll ermitteln.

4Schritt 4
Mischung vorbereiten

Bakteriostatisches Wasser & Konzentration für die Rekonstitution berechnen.

5Schritt 5
Fragen klären

Offene Fragen direkt an den KI-Assistenten stellen.

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