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Immunsystem

Larazotide (Larazotid-Acetat / AT-1001)

Larazotid soll die Verbindungen zwischen den Zellen der Darmwand abdichten und so einen „durchlässigen Darm" verringern. Bei der Glutenunverträglichkeit Zöliakie fiel eine frühere Studie am Menschen positiv aus, eine größere danach jedoch nicht, die Entwicklung wurde eingestellt.

Solide EvidenzDE, AT, CH: Grauzone#44Rang 44 von 8050/100
AnwendungOral
Typische Dosis1,5 mg/Tag (0,5 mg 3×/Tag)
HalbwertszeitLokal im GI-Trakt wirksam (kaum systemische Resorption)
PubMed-Studien54+
Fachangaben

Auch bekannt als: AT-1001, Larazotid-Acetat, INN Larazotide

H-Gly-Gly-Val-Leu-Val-Gln-Pro-Gly-OH (8 Aminosäuren)

Quick Start Guide

Oral
0,5 mg je Einnahme, 1,5 mg pro Tag
Wie oft
3× täglich
Als Kapsel oder Tablette mit Wasser
Zeitpunkt
Etwa 15 Minuten vor den Hauptmahlzeiten
Wirkung ab wann
Keine belastbaren Angaben
Lagerung
Keine belastbaren Angaben
Keine belastbaren Angaben
Pause danach
Keine belastbaren Angaben
Die Werte stammen aus Phase-2-Studien zu Zöliakie. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Larazotide (Larazotid-Acetat / AT-1001) und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Larazotide (Larazotid-Acetat, früher: AT-1001) ist ein synthetisches Oktapeptid mit 8 Aminosäuren, das die Tight Junctions im Darm stabilisiert. Tight Junctions sind die molekularen "Klebebänder" zwischen Darmzellen, wenn sie aufreißen, können Nahrungsbestandteile und Bakterienbestandteile ins Blut gelangen ("Leaky Gut"). Bei Zöliakie öffnet Gluten diese Junctions durch das Signal-Protein Zonulin. Larazotide blockiert Zonulin und hält die Junctions geschlossen. Phase-2-Studien zeigten Wirkung, das Programm wurde nach schwierigen Phase-3-Studien eingestellt. In DACH nicht zugelassen.

Larazotid (früher: AT-1001, Handelsnamen: INN Larazotid-Acetat) ist ein synthetisches Oktapeptid (8 Aminosäuren), das ursprünglich aus dem Zonulin-regulierenden Protein Zonulin-Inhibitor entwickelt wurde. Es wirkt auf Tight Junctions, die Verbindungsstrukturen zwischen Darmepithelzellen, die die Barrierefunktion des Darms regulieren. Larazotide wurde primär als Therapieansatz für Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) entwickelt, da bei dieser Erkrankung die Tight Junctions durch Gluten-induziertes Zonulin geöffnet werden, was zu erhöhter Darmpermeabilität ("leaky gut") und Immunaktivierung führt. Phase-2-Studien (AT-1001-01 und -03) zeigten eine Reduktion von Zonulin-Spiegeln und gastrointestinalen Symptomen bei Zöliakie-Patienten unter Glutenbelastung. Phase-3-Studien wurden bisher nicht erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen Alba Therapeutics entwickelte AT-1001/Larazotid, die weiteren Entwicklungen wurden eingestellt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Larazotide nicht als Arzneimittel zugelassen, es wird als Forschungssubstanz zum Studium der intestinalen Barrierefunktion eingesetzt.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Bindet an Tight Junction-Proteine (Occludin, Claudine) und stabilisiert den Apical Junction Complex.
  • Antagonisiert Zonulin, das körpereigene Signal, das Tight Junctions öffnet.
  • Reduziert die parazelluläre Permeabilität: weniger Durchlass für große Moleküle (Antigene, Gliadin).
  • Wirkt lokal im Darm, es wird kaum ins Blut aufgenommen.

Larazotide bindet an Tight Junction-Proteine (Occludin, Claudine) und stabilisiert die parazelluläre Barriere. Es antagonisiert Zonulin, das endogene Tight Junction-Öffnungssignal. Durch Stabilisierung der apikalen Junction Complex (AJC) wird der parazellulären Fluss großer Moleküle (Antigene) reduziert.

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Tight Junction-Stabilisierung“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Reduktion intestinaler Permeabilität“ ist in Humanstudien belegt.

Spricht dagegen

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wirkstoff nicht als Arzneimittel zugelassen und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
  • Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Kopfschmerzen und Harnwegsinfektionen.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Larazotide ist das einzige oral wirksame Peptid dieser Art, zu dem klinische Daten vorliegen:

  • Reduktion intestinaler Permeabilität bei Zöliakie: Phase-2-Studie positiv (Level B)
  • Symptomreduktion bei Glutenbelastung: signifikant vs. Placebo in kontrollierter Phase-2-Studie (Level B)
  • Zonulin-Antagonismus: in vitro gut belegt (Level B)
Larazotide ist kein Heilmittel für Zöliakie und kein Ersatz für glutenfreie Ernährung. Es wurde als Ergänzung untersucht. Phase 3 blieb ohne Erfolg.

Tight Junction-Stabilisierung

Solide EvidenzHuman

Reduziert die durch Gluten (Gliadin) induzierte Öffnung der Tight Junctions im Darmepithel.

Reduktion intestinaler Permeabilität

Solide EvidenzHuman

Klinische Phase-2-Studien zeigten eine Verringerung der Darmdurchlässigkeit ("Leaky Gut") bei Zöliakie-Patienten.

Zonulin-Antagonismus

VorklinischIn-vitro

Wirkt als Gegenspieler von Zonulin, dem endogenen Regulator der parazellulären Permeabilität.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Klinisches Phase-2-Schema:

  • 0,5 mg oral, 3× täglich (1,5 mg/Tag gesamt)
  • Einnahme ca. 15 Minuten vor den Mahlzeiten
  • Kapseln oder Tabletten, lokale Wirkung im Darm
Das klinische Entwicklungsprogramm wurde eingestellt. Kein kommerziell verfügbares Produkt. Reinheit und Qualität von Forschungsquellen variiert.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
Klinische Phase-2 (Zöliakie)0,5 mg3× täglichOral, ca. 15 Minuten vor den Hauptmahlzeiten eingenommen.
Dosierungsrechner →

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Oral: einzige sinnvolle Route (Wirkung im GI-Trakt)
  • Systemische Resorption: minimal, kaum Wirkung über den Darm hinaus
  • Als Kapsel/Tablette, mit Wasser, vor den Mahlzeiten
Oral

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

In den Phase-2-Studien wurde Larazotide gut vertragen:

  • Kopfschmerzen (häufigste Nebenwirkung in Studien)
  • Harnwegsinfektionen (leicht erhöhte Rate)
  • Übelkeit (selten)
  • Keine schwerwiegenden systemischen Nebenwirkungen in Phase-2-Studien

Bekannte Nebenwirkungen

  • Kopfschmerzen (häufig in Studien)
  • Harnwegsinfektionen (in klinischen Studien leicht erhöht berichtet)
  • Übelkeit
  • Sehr gute lokale Verträglichkeit im Darm

Kontraindikationen

  • Darf eine glutenfreie Diät bei Zöliakie nicht ersetzen (es war stets als Ergänzung gedacht)
  • Schwangerschaft und Stillzeit (fehlende Daten)

Studienlage

Einfach erklärt

Solide Phase-2-Basis, Phase 3 schwierig. Evidenzlevel B:

  • ✅ Kelly et al. 2013 (Aliment Pharmacol Ther): Phase-2-RCT. Larazotid reduziert Symptome und Darmpermeabilität bei Glutenbelastung
  • ✅ Leffler et al. 2012 (Gastroenterology): Positiver Phase-2b-Befund
  • ❌ Phase-3-Studie (IMGX003): kein signifikanter Primärendpunkt. Programm von Alba Therapeutics eingestellt

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Grauzone, kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauf üblich als Forschungschemikalie (RUO).
  • Kein WADA-Verbot
RechtslageDE, AT, CH: Grauzone

Nicht als Arzneimittel zugelassen. Phase-3-Zulassungsstudien bei Zöliakie wurden abgebrochen. Forschungschemikalie.

Im SportWADA: Erlaubt

Tight-Junction-Modulator (Darm). Nicht auf der WADA-Liste.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Häufige Fragen zu Larazotide (Larazotid-Acetat / AT-1001)

Ist Larazotide gut für "leaky gut" allgemein?
Larazotide wurde speziell für Zöliakie untersucht. Ob es bei anderen Formen erhöhter Darmpermeabilität nützlich ist, wurde nicht systematisch in kontrollierten Studien geprüft. Phase-3-Erfolge fehlen bislang.
Wird Larazotide systemisch aufgenommen?
Kaum. Larazotide ist ein lokal wirkendes Peptid, das seine Effekte direkt auf der Oberfläche der Darmschleimhaut entfaltet und kaum in den Blutkreislauf übertritt.
Hilft Larazotide bei "Leaky Gut" allgemein?
Nur bei Zöliakie wurde es kontrolliert untersucht. Ob es bei nicht-Zöliakie-assoziierter erhöhter Darmpermeabilität hilft, wurde nicht in kontrollierten Studien geprüft. Die Verwendung im "Leaky Gut"-Kontext ohne Zöliakie-Diagnose ist spekulativ.
Warum wurde das Programm eingestellt, wenn Phase 2 positiv war?
Phase 2 prüft Machbarkeit und Sicherheit mit kleinen Gruppen. Phase 3 prüft Wirksamkeit groß angelegt. Viele Substanzen, die Phase 2 bestehen, scheitern in Phase 3, weil die Effektgröße zu klein war, die Endpunkte falsch gewählt waren oder Placebo-Effekte größer als erwartet waren. Das ist ein normaler Teil der Arzneimittelentwicklung.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Larazotide (Larazotid-Acetat / AT-1001) sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite1,5 mg
niedrig · 1,5 mghoch · 1,5 mg
Frequenz: 3× täglich (oral, vor Mahlzeiten)
Im Dosierungsrechner öffnen
Fact Sheet

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