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Die beschriebenen Substanzen unterliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlichen rechtlichen Regelungen. Viele sind nicht als Arzneimittel zugelassen.

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Kollagen & Haut

Melanotan I (Afamelanotide)

Handelsnamen:Scenesse

Afamelanotide ist ein zugelassenes Arzneimittel (Scenesse®) für eine seltene Lichtkrankheit, als MC1R-selektives Peptid regt es die Melaninproduktion an, ohne die breiten Nebenwirkungen von Melanotan II.

Klinisch belegtDE, AT, CH: RezeptpflichtigFDA Approved#24Rang 24 von 8062/100
AnwendungSubkutan (s.c.)
Typische Dosis0,5–2 mg/Tag s.c. (Forschung)
Halbwertszeit~30 Minuten (als Injektion) / ~2 Monate (als Depot-Implantat)
PubMed-Studien2520+
Fachangaben

Auch bekannt als: Afamelanotide, MT-1, MT-I

[Nle4,D-Phe7]-α-MSH (13 Aminosäuren, zyklisch)

Quick Start Guide

Subkutan
16 mg als Implantat
Wie oft
Alle 2 Monate
Unter die Haut, gesetzt durch Fachpersonal
Zeitpunkt
Keine belastbaren Angaben
Wirkung ab wann
Erste Verdunkelung nach 3–5 Tagen, deutliche Bräunung nach 1–2 Wochen mit UV
Lagerung
Keine belastbaren Angaben
Dauerhaft, kein Zyklus
Pause danach
Nach ärztlicher Vorgabe
Off label wird das Pulver selbst gespritzt, 0,25 mg als Testdosis und 0,5–1,0 mg täglich beim Loading. Studien- und Protokollwerte, keine Anwendungsempfehlung.Zum Protokoll

Grundlagen zuerst: Wirkung setzt eine stabile Basis aus Schlaf, Ernährung und Training voraus. Mehr dazu in der Biohacking-Pyramide.

Rechtlicher Hinweis

Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information und Forschung. Sie stellen ausdrücklich keine Empfehlung zur Anwendung, keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Die beschriebene Substanz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die meisten aufgeführten Anwendungen nicht als Arzneimittel zugelassen und wird überwiegend nur im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt. Für Nutzer außerhalb des DACH-Raums gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften. Jede Eigenanwendung erfolgt auf eigene Verantwortung und außerhalb des medizinisch zugelassenen Rahmens. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist Melanotan I (Afamelanotide) und wie wirkt es?

Einfach erklärt

Melanotan I (wissenschaftlich: Afamelanotide, Handelsname: Scenesse®) ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen Hormons α-MSH, das steuert, wie viel Melanin (Hautpigment) deine Melanozyten produzieren. Es wurde in den 1980er Jahren in Arizona entwickelt, ist 13 Aminosäuren lang und hat heute eine offizielle EU-Arzneimittelzulassung für erythropoetische Protoporphyrie (EPP), eine seltene erbliche Lichtsensibilitätskrankheit, bei der selbst kurze Sonnenexposition extreme Schmerzen verursacht. Es ist damit das einzige Melanocortin-Peptid mit einer echten Arzneimittelzulassung.

Melanotan I (wissenschaftlich: Afamelanotide) ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen Melanocortin-Peptids α-MSH (Alpha-Melanocyten-stimulierendes Hormon). Es wurde an der Universität Arizona in den 1980er Jahren entwickelt und unterscheidet sich von α-MSH durch zwei Modifikationen: Norleucin an Position 4 (statt Methionin) und D-Phenylalanin an Position 7. Im Gegensatz zu Melanotan II (das ebenfalls erektile Dysfunktion- und Appetitrezeptoren aktiviert) ist Melanotan I hochselektiv für den MC1-Rezeptor (Melanocortin-1-Rezeptor) auf Melanozyten. MC1R-Aktivierung stimuliert die Eumelanin-Synthese und erhöht so den UV-Schutz der Haut. Afamelanotide ist in der EU unter dem Handelsnamen Scenesse® als Arzneimittel für Erythropoetische Protoporphyrie (EPP) zugelassen, eine seltene Erbkrankheit, die zu schweren Lichtüberempfindlichkeitsreaktionen führt. Diese Zulassung ist strikt auf EPP beschränkt. Für andere Verwendungen ist Melanotan I in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht zugelassen.

Wirkungsweise

Einfach erklärt
  • Bindet hochselektiv an MC1-Rezeptoren (MC1R) auf Melanozyten, die Zellen, die Melanin herstellen.
  • MC1R-Aktivierung → cAMP → Tyrosinase-Enzyme → mehr Eumelanin (das braune, UV-schützende Pigment).
  • Ergebnis: stärkere Pigmentierung der Haut, erhöhter natürlicher UV-Schutz.
  • Wichtiger Unterschied zu Melanotan II: MT-1 aktiviert NUR MC1R. MT-2 aktiviert auch MC3R, MC4R und MC5R, was Libido, Appetit und Blutdruck beeinflusst.

Hochselektiver Agonist am MC1-Rezeptor auf Melanozyten. MC1R-Aktivierung → Gs-Protein → Adenylylcyclase → cAMP → PKA → MITF (Microphthalmia-associated Transcription Factor) → Tyrosinase-Expression → Eumelanin-Synthese. Melanotan I hat keine relevante Aktivität am MC3R, MC4R oder MC5R (im Gegensatz zu Melanotan II).

Spricht dafür

  • Die erwünschte Wirkung „Melanogenese (Hautpigmentierung)“ ist in Humanstudien belegt.
  • Die erwünschte Wirkung „Photoprotektion (UV-Schutz)“ ist in Humanstudien belegt.

Spricht dagegen

  • Es sind Nebenwirkungen dokumentiert, darunter Übelkeit und Kopfschmerzen.

Wirkungen und Anwendungsgebiete

Einfach erklärt

Klinisch zugelassene und gut belegte Wirkungen:

  • Melanogenese (Hautpigmentierung): Sicher und effektiv. Level A, Pivotal-Studie abgeschlossen
  • Photoprotektion: Verlängert schmerzfreie Zeit im Sonnenlicht bei EPP-Patienten signifikant (Level A)
  • Kein aphrodisischer Effekt, kein Appetiteinfluss (im Gegensatz zu MT-2)
Alle klinischen Daten beziehen sich auf EPP-Patienten. Off-label-Nutzung für Bräunung bei Gesunden hat keine kontrollierten Sicherheitsdaten.

Melanogenese (Hautpigmentierung)

Klinisch belegtHuman

Stimuliert effektiv und selektiv die Eumelanin-Produktion in den Melanozyten, was zu einer verstärkten Pigmentierung der Haut führt.

Photoprotektion (UV-Schutz)

Klinisch belegtHuman

Erhöht signifikant die Toleranz gegenüber UV-Strahlung und verlängert die schmerzfreie Zeit im Sonnenlicht bei Patienten mit EPP.

Dosierung und Anwendung

Einfach erklärt

Klinisch zugelassene Anwendung vs. Off-label-Forschung:

  • EPP (Scenesse®): 16 mg als subkutanes Depot-Implantat alle 2 Monate, nur durch medizinisches Fachpersonal
  • Off-label/Forschung: 0,5–1,5 mg subkutan täglich bis zur gewünschten Pigmentierung
  • Die Depot-Formulierung (Implantat) gibt über 2 Monate kontinuierlich Wirkstoff ab
Außerhalb der EPP-Indikation ist Afamelanotide in DACH nicht legal zu erwerben oder zu verwenden.

Studien-Dosierungen

Die Mengenangaben entstammen wissenschaftlichen Studien, Forschungsprotokollen und Tiermodellen. Sie sind keine Dosierungsangaben im klassischen Sinne und stellen keine Einnahmeempfehlung für Menschen dar.
Anwendung / PhaseDosisFrequenzHinweis
EPP (Klinische Zulassung)16 mgAlle 2 MonateSubkutanes Depot-Implantat (Scenesse®), Gabe nur durch medizinisches Fachpersonal.
Off-label (Forschung)0,5–1,5 mg1× täglichSubkutane Injektion bis zum Erreichen der gewünschten Pigmentierung.
Dosierungsrechner →Best-Practice Protokoll ansehen

Anwendungsformen

Einfach erklärt
  • Klinisch: Subkutanes Biodegradable-Implantat (16 mg), eingesetzt durch Arzt oder Pflegepersonal
  • Off-label/Forschung: Lyophilisiertes Pulver, in Wasser für Injektionen aufgelöst, subkutane Selbstinjektion
  • Nach Melanisierung wird oft eine Erhaltungspause eingelegt
  • Sonnenschutz bleibt trotz erhöhter Pigmentierung notwendig. Melanin ist kein vollständiger UV-Schutz
Subkutan (s.c.)

Für das Ansetzen und Verdünnen im Labor hilft der Mischungsverhältnis-Rechner beim Berechnen von Lösungsmittelmenge und Zielkonzentration.

Nebenwirkungen und Risiken

Einfach erklärt

Gut dokumentiertes Nebenwirkungsprofil aus klinischen Studien:

  • Übelkeit (sehr häufig, besonders nach Implantat-Einlage)
  • Kopfschmerzen und Müdigkeit
  • Verdunkelung bestehender Muttermale und Sommersprossen (wichtig: dermatologische Kontrolle!)
  • Reaktionen an der Injektions-/Implantatstelle
  • Kontraindiziert bei bekanntem oder vermutetem Melanom
Die Verdunkelung von Muttermalen ist kein kosmetisches Problem, sie erschwert die dermatologische Beurteilung. Regelmäßige Hautkontrollen sind Pflicht.

Bekannte Nebenwirkungen

  • Übelkeit (sehr häufig nach Implantation)
  • Kopfschmerzen
  • Reaktionen an der Implantat-/Injektionsstelle
  • Verdunkelung bestehender Muttermale (Naevi) und Sommersprossen
  • Müdigkeit

Kontraindikationen

  • Bekanntes oder vermutetes Melanom
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Schwere Nieren- oder Leberinsuffizienz

Studienlage

Einfach erklärt

Einziges Melanocortin-Peptid mit Pivotal-Studie und EU-Zulassung. Evidenzlevel A:

  • ✅ Langendonk et al. 2015 (NEJM): Phase-3-RCT. Afamelanotide verdoppelte schmerzfreie Zeit im Sonnenlicht bei EPP-Patienten
  • ✅ Minder et al. 2009 (J Hepatol): Verbesserte Lebensqualität und Pigmentierung in kontrollierten Studien
  • ⚠ Off-label-Nutzung zur kosmetischen Bräunung: keine kontrollierten Sicherheitsstudien an Gesunden
  • ❌ Keine Studien zu Langzeitsicherheit außerhalb klinischer EPP-Behandlung

A Phase 3 Trial of Afamelanotide for Erythropoietic Protoporphyria

Human

Langendonk JG, et al. (2015),

Pivotal-Studie: Afamelanotid verlängerte die schmerzfreie Zeit im Sonnenlicht signifikant und verbesserte die Lebensqualität der EPP-Patienten.

PubMed →

Afamelanotide for erythropoietic protoporphyria

Human

Biolcati G, et al. (2015), British Journal of Dermatology

Langzeit-Beobachtungsstudie über 8 Jahre zeigt anhaltende Verbesserung der Lichtverträglichkeit und gutes Sicherheitsprofil bei EPP-Patienten.

PubMed →

HDAC6 inhibition alleviates dexamethasone-induced skeletal muscle atrophy and enhances UCP3-associated redox homeostasis

Tier

Wang K, et al. (2026), Free radical biology & medicine

Diese Tierstudie untersuchte die schützende Wirkung der HDAC6-Hemmung/des Verlusts der Funktion gegen Dexamethason-induzierte Muskelatrophie (GIMA) bei Hdac6-Knockout-Mäusen und C2C12-Myotube-Modellen.

PubMed →

Rechtslage und Sport

Einfach erklärt
  • 🇩🇪 DE · 🇦🇹 AT · 🇨🇭 CH: Verschreibungspflichtig, nur mit ärztlichem Rezept legal, nur für EPP, nur durch Spezialisten.
  • Kein WADA-Verbot, nicht auf der Dopingliste
RechtslageDE, AT, CH: Rezeptpflichtig

Als Scenesse® in der EU als Orphan-Drug-Arzneimittel zugelassen. Streng rezeptpflichtig.

Im SportWADA: Erlaubt

Als Scenesse für erythropoetische Protoporphyrie zugelassen, in der EU und in den USA. Nicht namentlich auf der WADA Prohibited List 2026. S0 greift nicht, denn S0 setzt voraus, dass keine staatliche Arzneimittelbehörde die Substanz für die Anwendung am Menschen zugelassen hat. Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation ändert daran nichts. Verbandsregeln können strenger sein.

Doping-Status im WADA-Checker nachsehen →

Labormonitoring für Forschungszwecke

Kurzübersicht: Ähnliches Monitoring wie Melanotan-2 mit Fokus auf dermatologische Kontrolle.

Zeitplan:Vor Beginn->Nach 4 Wochen
Essentiell
Dermatologische Kontrolle
Dermatoskopie / Hautscreen

Melanotan-1 (Afamelanotid) stimuliert Melanogenese, darum ist Nevi-Monitoring wichtig.

Zeitpunkt: Vor Beginn, jährlich
Empfohlen
Großes Blutbild

Allgemeines Sicherheitsmonitoring.

Zeitpunkt: Baseline
Leberwerte

Sicherheitsscreening.

Zeitpunkt: Baseline

Melanotan-1 (Afamelanotid/Scenesse) ist in der EU für erythropoetische Protoporphyrie (EPP) zugelassen. Außerhalb dieser Indikation gilt der Forschungskontext.

Häufige Fragen zu Melanotan I (Afamelanotide)

Was ist der Unterschied zu Melanotan II?
Melanotan I (Afamelanotide) ist MC1R-selektiv und wirkt nur auf Melaninproduktion. Melanotan II aktiviert mehrere Melanocortin-Rezeptoren (MC1R, MC3R, MC4R) und hat damit breitere Effekte auf Appetit, Libido und Erektion. Melanotan I hat eine EU-Zulassung für EPP. Melanotan II hat keine Arzneimittelzulassung.
Ist Melanotan I sicherer als Melanotan II?
Durch die hohe Selektivität für den MC1-Rezeptor hat Melanotan I ein deutlich sichereres Nebenwirkungsprofil als Melanotan II (keine systemischen Blutdruckspitzen, keine unkontrollierte Libidosteigerung). Zudem durchlief es als Afamelanotid offizielle klinische Zulassungsverfahren zur Arzneimittelsicherheit.
Was ist der Unterschied zwischen Melanotan I und Melanotan II?
Melanotan I (MT-1/Afamelanotide) ist MC1R-selektiv und wirkt nur auf Melaninproduktion. Melanotan II (MT-2) aktiviert zusätzlich MC3R, MC4R und MC5R und hat daher breite Effekte auf Libido, Appetit und Erektion, und ein deutlich risikoreicheres Nebenwirkungsprofil. MT-1 hat eine EU-Zulassung. MT-2 hat keine offizielle Arzneimittelzulassung weltweit.
Kann ich Melanotan I zum Bräunen verwenden?
In der Praxis wird es außerhalb des medizinischen Rahmens für diesen Zweck genutzt. Rechtlich ist es in DACH aber ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, außerhalb der EPP-Indikation ist Kauf und Besitz ohne Rezept nicht legal. Dazu fehlen Sicherheitsdaten für gesunde Nutzer.
Schützt Melanotan I vor Hautkrebs?
Mehr Melanin bietet einen leicht erhöhten natürlichen UV-Schutz (grob LSF 2–4 zusätzlich). Das ist kein Ersatz für Sonnenschutz und keine Krebsprävention. Zudem erschwert die Verdunkelung von Muttermalen die dermatologische Frühdiagnose, was das Hautkrebsrisiko theoretisch erhöhen kann, wenn Kontrollen ausbleiben.

Teil bekannter Peptid-Stacks

Passt dazu

Werkzeuge

Die wichtigsten Kennzahlen für Melanotan I (Afamelanotide) sind bereits vorberechnet. Für Details ins jeweilige Werkzeug springen oder den geführten Ablauf Schritt für Schritt starten.

Dosierung
Best-Practice-Bandbreite0,5–2 mg
niedrig · 0,5 mghoch · 2 mg
Frequenz: Täglich (Ladephase)
Im Dosierungsrechner öffnen
Mischverhältnis
Konzentration5 mg/ml
Abzug10 U
020406080100U10.0 U0.100 ml
10 mg Vial + 2 ml Wasser · Beispiel-Abzug für 0,5 mg
Im Mischungsverhältnis-Rechner öffnen
Bewährtes Protokoll
Titrationsschema4 Phasen
Zyklus: 14–21 Tage Loading, danach Erhaltung. Saisonal (Frühjahr/Sommer) typisch.
Loading: 5 Tage Test-Dosis, dann Maintenance über 14–21 Tage. Erhaltung 1–2× pro Woche.
Zum Protokoll
Fact Sheet

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